Filme ohne Farbe: „Die Nacht vor der Hochzeit“ mit Katherine Hepburn

Bevor Regisseur George Cukor seinen 1965er Oscar für My Fair Lady bekam, holte er die zumindest in ihrer Filmografie abgestürzte Katherine Hepburn zurück auf die Leinwand-Bühne. Nach mehreren finanziellen Misserfolgen galt Miss Hepburn als ein Gift für jede Filmproduktion. Aber mit Die Nacht vor der Hochzeit sollte sich das nun wieder ändern. Cukor versammelte Cary Grant, James Stewart und Katherine Hepburn, um basierend auf dem Broadway Stück The Philadelphia Story (auch der US Titel des Films) nach Philip Barry, diese drei Hollywood-Stars in einer Romantic Comedy aufeinander prallen zu lassen.

Die Nacht vor der Hochzeit konnte selbst zwei Academy Awards gewinnen. Eine Trophäe ging an James Stewart, der für seine Rolle als trunkener Reporter als bester Darsteller ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Goldjunge ging an Donald Ogden Stewart (nicht verwandt mit James) für sein adaptiertes Drehbuch zum Film. Aufgrund des Erfolges ließ es sich nicht vermeiden, dass in 1956 ein Musical-Remake unter dem Titel High Society entstand. das nicht weiter beachtet werden muss – zumindest nicht im Vergleich zu Cukors Originalfilm.

Filme ohne Farbe: „Die Nacht vor der Hochzeit“ mit Katherine Hepburn

Cary Grant (links), Katherine Hepburn (mitte) und James Stewart (rechts) in „Die Nacht vor der Hochzeit“

Eigentlich will die reiche, verwöhnte Tracy Lord (Hepburn) heiraten. Aber ausgerechnet kurz vor dem Ereignis tauchen ihr Ex-Ehemann C. K. Dexter Haven (Grant) und der Boulevard-Reporter Macaulay Connor (Stewart) auf, die ihre Planungen komplett durcheinander bringen. Es beginnen Liebeleien und Sticheleien, die Tracy allerdings nur zu gut zeigen, was für ein Mensch sie eigentlich sein will und noch viel mehr, mit was für einem Mann sie wirklich den Rest ihres Lebens verbringen möchte.

Es sind gerade die drei Hauptdarsteller, die ihre schauspielerischen Gewalten in diesen Film einbringen. Katherine Hepburn gibt nicht nur das verwöhnte Gör, sondern zeigt auch einmal mehr, das sie eine starke Leinwandpräsenz und eine noch viel stärkere, eigenwilligere Frau sein kann. Cary Grant hingegen gibt sich schnippisch-sarkastisch, aber auch wandelbar, wenn er vom klassisch-altmodischen Vertreter des starken Geschlechts eine Entwicklung zum einfühlsamen Mann mit Verständnis für vergangene Fehler macht.

Derweil gibt sich James Stewart, wie in so vielen seiner Rollen, als alltäglicher Typ von Nebenan, der durch ein absonderliches Verhalten eine gewisse Komik an den Tag legt. Stewart hat sich schon immer als Normalo mit Macken gegeben, ob es nun beim Reden mit einem imaginierten Riesen-Hasen ist (Mein Freund Harvey) oder aber wie hier, als ein immer gern dem Alkohol verfallenen Reporter, der sich von Romantik nur allzu gerne fern hält.

Filme ohne Farbe: „Die Nacht vor der Hochzeit“ mit Katherine Hepburn

Die Nacht vor der Hochzeit

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James Stewart (links) und Cary Grant (rechts) kämpfen um Katherine Hepburn.

Diese drei Kräfte werden in Die Nacht vor der Hochzeit aufeinander los gelassen. Daraus entwickeln sich schnell abgefeuerte, gewitzte Dialoge, die immer wieder zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen diesen drei Darstellern führen, die sich als pure Unterhaltung herausstellen lassen.

Aber es ist nicht alles nur oberflächlicher Witz, sondern der Film erzählt auch von einer gewissen melancholischen Einsicht, die durch Cary Grants Figur in die Handlung tritt. Er muss erfahren, dass romantische Liebe nicht von Dauer sein muss, dass eine starke Frau ihre Gefühle hinterfragen kann um den Mann – wie hier in der Eingangssequenz zu sehen – vor die Tür zu setzen.

Liebe muss also weder eine Sache für die Ewigkeit sein – wie es zur Zeit der Filmentstehung vielleicht noch viel mehr im gesellschaftlichen Geist verankert war – noch muss sie ohne Probleme ablaufen. Hier profitiert der Film von der unglaublich guten Chemie von Hepburn und Grant, die in Die Nacht vor der Hochzeit nicht zum ersten Mal als Leinwand-Paar in Erscheinung treten (Sylvia Scarlett, Die Schwester der Braut, Leoparden küsst man nicht).

Wenn man es herunter bricht, wird schnell deutlich, dass Regisseur George Cukor die Wirkung seines Films allein seinen drei Hauptakteuren zu verdanken hat. Hier tritt die Handlung in den Hintergrund, denn eigentlich ist es schlicht ein wertvolles filmisches Aufeinandertreffen von Katherine Hepburn, Cary Grant und James Stewart, die sichtlich selbst an diesem Trio Infernal-Film ihren Spaß gehabt haben.


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