Film-Tipp der Woche: Ein Lied um Mitternacht (China, 1937)

Der vom Shanghaier Studio Xinhua produzierte Film versetzt uns zurück in die 1910er Jahre, als sich unter dem Dach von Sun Yat-sens Kuomintang bürgerliche und kommunistische Revolutionäre zusammenfanden und gegen die Herrschaft der feudalen Warlords auflehnten – im Produktionsjahr 1937 ein unmissverständlicher Fingerzeig in Richtung der japanischen Besatzer. Ma-Xu Weibang kleidet seine Allegorie der nationalen Befreiung in die generischen Formen des Horrorfilms, der Film weist aber auch Anteile eines Backstage-Melodrams auf, was ihn in die Lage versetzt, die politische Aufgabe der Kunst – und wie man dem Zensor ein Schnippchen schlägt – stillschweigend mitzuverhandeln. Der Plot von EIN LIED UM MITTERNACHT weist einige Ähnlichkeit mit dem des Phantom der Oper auf: Hier ist es ein Provinztheater, durch das ein romantisches Gespenst der Vergangenheit spukt. Die Art, in der EIN LIED UM MITTERNACHT die nationale Leidensgeschichte erfahrbar macht, traf auf solch überwältigenden Zuspruch, dass das chinesische Kino seither von unzähligen Remakes heimgesucht wird.

Ein Lied um Mitternacht (Song at Midnight, Ye ban ge sheng) 1937
Regie: Ma-Xu Weibang
Kino: Arsenal Kino, Kino 1
Datum: 01.03.13
Beginn: 20h

Titelbild © Arsenal – Institut für Film und Videokunst


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