FIA WEC: Vorschau 6 Stunden von Austin

Von Morethanracing @morethanracing

Nach drei Monaten Pause meldet sich die FIA WEC mit dem 6 Stunden Rennen in Austin zurück. Und nach den ersten Erkenntnissen bleibt alles beim Alten. 

(C) FIA

Endlich ist die FIA WEC wieder unterwegs und das auf einer richtig tollen Strecke, nämlich dem Circuit of the Americas. Schon im letzten Jahr wurde uns hier klasse Racing geboten und das wird sicher in diesem Jahr nicht anders sein. Zudem wird hier die Spreu vom Weizen getrennt, denn wer hier besser im Verkehr zurechtkommt, wird deutlich mehr profitieren als auf anderen Strecken.

LMP1

Bei Toyota waren die Gesichter nach den Problemen in Le Mans richtig lang und man hat die Probleme die man dort hatte in der Zwischenzeit aussortiert. Und das Ziel bei den Japanern natürlich klar, man will auf jeden Fall den Gesamtsieg in der WEC holen. Dazu  startet man in Austin mit einer speziellen Variante des TS040. Man fährt die prinzipiell zwar die Variante mit mehr Abtrieb, wie auch in Silverstone, vorne fährt man allerdings die über den Frontsplitter geschlossene Variante, welche einen höheren Topspeed verspricht, was gerade im Verkehr hier ein großer Vorteil ist. Auch bei der Fahrerbesetzung gibt es an diesem Wochenende eine Neuerung. So wird Mike Conway den Japaner Kazuki Nakajima vertreten, der in Japan ins Lenkrad greifen wird.

Audi hingegen legt weniger Wert auf den Topspeed. So werden die Ingolstädter mit der Variante des R18 an den Start gehen, mit der man in Silverstone und Spa unterwegs war. Zwar wird man dadurch auf den Geraden etwas verlieren, dafür wird man aber in den vielen schnellen und mittelschnellen Kurven wieder Zeit gut machen. Außerdem wird auch der Reifenverschleiß geringer sein, welcher in Austin auch nicht zu unterschätzen sein wird.

Bei Porsche war man in der Pause fleißig. Man hat viel getestet, unter anderem auch endlich ein Paket mit deutlich mehr Downforce. Bisher hatte man ja nur eine Low-Downforce Variante zur Verfügung, die nicht unbedingt schlecht war, aber da der Reifenverschleiß deutlich höher war, konnte man keine Doppelstints fahren.

Ein Blick lohnt sich auch auf die privat eingesetzten LMP1 Boliden. Hier wäre zum einen Rebellion zu nennen, die ihren neuen Wagen nun auch einigermaßen gut kennen müssten und auch die Kinderkrankheiten sollte man zwischenzeitlich ausgemerzt haben. Neu mit dabei ist nun auch Lotus. Eigentlich wollte man ja schon zum Saisonauftakt mit dabei sein, was aber aus diversen Gründen nicht gelang.  Nun aber soll es in Austin endlich losgehen. Pilotiert wird der Lotus von Christophe Bouchut, James Rossiter und Lucas Auer. Doch ob wir den Lotus im Rennen überhaupt sehen werden ist fraglich, denn das Getriebe hat sich verabschiedet und ein Ersatzgetriebe hat man nicht dabei…

Am Freitag fand schon die Qualifikation statt und während im Training Audi noch die Nase vorn hatte, war es in der Qualifikation dann wieder Toyota und zwar der LMP1 mit der Startnummer 8 welcher von Davidson, Buemi und Lappiere pilotiert wird. Mit einer Zeit von 1:49.093 war man über eine Sekunde schneller als der Rest der Konkurrenz. Toyota hat also nach Lage der Dinge weiterhin die Nase vor Audi und Porsche. Doch im Rennen wird das natürlich alles wieder etwas enger werden, da kann man sich sicher sein.

LMP2

In der LMP2 könnte es auch wieder richtig interessant werden. Denn neben den etablierten Teams, gibt es an diesem Wochenende auch ein Gaststarter Team aus der USCC. Die Rede ist vom ESM-Team von Scott Sharp. Man hat einen HPD nach WEC Reglement entsprechend aufgerüstet. Mit Ed Brown, Scott Sharp und Ryan Dalziel hat man drei klasse Piloten am Steuer, weshalb das Team durchaus mit zu den Sieganwärtern zählt. Zu Schlagen gilt es hier vor allem den G-Drive Nissan mit Roman Rusinov, Julien Canal und Oliver Pla. KCMG und SMP dürften heuer eher eine kleinere Rolle spielen, was aber nicht etwa am Material liegt, sondern an den Fahrern. Hier ist man deutlich schlechter aufgestellt als ESM und G-Drive.

GTE-Pro

Einen spannenden Kampf um den Sieg erwartet uns sicher auch wieder in der GTE-Pro Klasse, in der übrigens mal wieder die BOP geändert wurde. Porsche darf jedenfalls 10 Kg ausladen und bekommt gleichzeitig einen größeren Air Restriktor. Aston Martin darf ebenfalls 10 Kg ausladen. Bei Corvette darf man die Air Restriktoren um 1,2 mm vergrößern. Zusätzlich müssen die DI-Einspritzer bei Corvette und Ferrari ihren Tank von 90 auf 85 Liter verringern. Das war allerdings noch nicht alles. So wurde außerdem die Durchflussrestriktoren beim Tanken angepasst. Bei Porsche sind diese nun um 0,8 mm größer, bei Aston Martin gleich um ganze 1,7 mm. Bei Ferrari und Corvette hingegen bleiben diese unverändert bei 28 mm.

Corvette ist bei der erneuten BOP Änderung also sehr gut weggekommen, weshalb man das Team durchaus auf den Zettel haben muss. Man absolviert am Wochenende einen weiteren Gaststart, da man ohnehin in der USCC fährt und wenn man schon mal da ist, kann man auch gleich noch ein Rennen der WEC bestreiten. Am Steuer werden Tommy Millner sowie die beiden Brüder Jordan und Ricky Taylor sitzen. Doch wollen die Amerikaner ihr Heimspiel gewinnen, dann müssen sie die Ferrari von AF Corse bezwingen. Die Strecke sollte dem Ferrari, welcher ganz klar die beste Aerodynamik hat bestens liegen, zudem ist auch der Mittelmotor ein Vorteil auf dieser Strecke. An der Besetzung der beiden F458 gibt es keine Änderung. Bruni und  Vilander sowie Calado und Rigon greifen für die Italiener ins Lenkrad.

Einen Blick sollte man aber immer auch auf die Aston Martin werfen, welche immer mal für eine Überraschung gut sind. Die Porsche hingegen werden es auch aufgrund des Gewichts hier eher schwer haben, zudem gab es bei den Fahrern die eine oder andere Änderung. So wird Marco Holzer ersetzt von Patrick Pilet und Richard Lietz, der verletzungsbedingt noch nicht wieder einsatzbereit ist, wird von Nick Tandy vertreten.

GTE-AM 

Folgt noch der Blick auf die GTE-AM. Hier wird nach Lage der Dinge allerdings Aston Martin die Nase vorn haben, da man einfach von den Fahrer her stärker aufgestellt ist als die direkte Konkurrenz. Dennoch darf man die Ferraris nicht komplett abschreiben. Es wird auf jeden Fall auch hier ein interessantes Duell um den Klassensieg geben. Ohne Chancen werden wie auch in der GTE-Pro die Porsche sein, welche unter dem zusätzlichen Gewicht leiden.

Übertragung

Eurosport überträgt das komplette Rennen live. Los geht es heute Nacht um 00:00 Uhr. Kommentiert wird das Rennen von Norbert Ockenga, Ralf Kelleners und Frank Biela. Ansonsten steht natürlich auch wieder der kostenpflichtige Livestream zur Verfügung.