Feuer und Wasser – Kontrastprogramm an Ostern

Von Nathalie @natas_texstube

Habe ich euch schon schöne Ostern gewünscht? Nein? Dann aber jetzt: Schöne Ostern! Ich hatte bisher übrigens auch fantastische Feiertage. Frisch und heiß – kontrastreich eben. Und das kann sehr toll sein. Wie toll, erzähle ich euch hier.

Das Feuer flammt leidenschaftlich zum Himmel empor. Sehnsüchtig. Intensiv leuchtend. Voller Inbrust und Kraft. In einem heftigen Strudel stößt es Funken hervor, die wild durch die Lüfte flirren und tanzen, hoch oben inne halten, um sich kurz darauf treiben zu lassen und ihrer Bestimmung zu folgen: Dem freien Fall. Dem Verglühen.

Es ist ungefähr 22 Uhr. Stimmengewirr um mich herum. Tausende Menschen stehen eng beeinander, den Blick zum Feuer gerichtet. Manche widmen sich auch anderen Dingen. Eine dunkle Gestalt nippt an einer Schnapsflasche, legt den Arm um eine andere Person. Lachen. Der Geruch von Marihuana wabert durch die Luft, vermischt sich mit dem des brennendes Holzes. Ich drehe mich um, sehe wie drei Jugendliche einen Joint rumgehen lassen. Ich fühle, wie etwas gegen meinen Fuß prallt und erkenne eine leere Bierflasche. Mein Blick schweift über den Rasen. Auf Anhieb sehe ich mindestens zehn weitere Flaschen rumliegen.

Etwas blendet mich. Zwei Taschenlampen. Dahinter verbergen sich zwei Sanitäter, die an mir vorbeischlendern, das Elbufer suchend beleuchten. Ich bemerke eine liebkosende Wärme auf meinem Gesicht. Das Feuer. Mein Blick wendet sich ihm wieder zu. Es hat seinen Zenit überschritten. Nicht mal mehr 15 Minuten, schätze ich, dann erlischt es. Mittlerweile erkenne ich, wer es überleben wird. Es sind fünf schmale und sehr hohe Stämme, die es säumen und unerschütterlich der Flammenhölle trotzen. Am oberen Ende glimmen und rauchen sie leicht.

Ich fühle ein Frösteln. Es ist Zeit, zu gehen.

Kontrast

Tief einatmen, genießen, Augen schließen. Das ist, was ich heute will. Das, und nichts anderes. Nichts denken. Nur sein, nur fühlen. Ich nehme einen Atemzug. Diese Luft will ich intensiv aufsaugen, einverleiben: Frische, Salz, einem Gemisch aus Algen und ein wenig auch Gurke. All das strömt durch meine Nase. Fernweh erfüllt mein Herz. Wind fährt sacht durch mein Haar, die Sonne wärmt sanft meine Haut.

Das Lachen von Kindern, das Schwatzen der Leute, die Rufe der Möwen – all das tritt immer stärker in den Hintergrund. Bis ich schließlich nur die Wellen brechen und weich auslaufen höre. Im Gleichklang. Wie ein Herzschlag. Dem des Meeres. Und ich werde eins mit ihm, lasse mich treiben. Obwohl ich nicht nicht körperlich mit ihm verbunden bin, sondern bloß auf einer Decke im weichen Sand liege. Und neben mir eine Person, die ich sehr liebe. Was kann es schöneres geben? Nichts.