Feige, alte Welt

Liebe Leser dieses Blogs!

Ich bin mir zwar nach wie vor nicht sicher, ob und wie viele Leser ich tatsächlich habe, freue mich aber trotzdem, dass es Menschen gibt die sich dafür interessieren, was ich schreibe.

Meistens berichte ich ja über mein Leben (ist das wirklich lesenswert? :) ), aber da ich in Nahost stationiert bin fühle ich mich auch in gewisser Hinsicht dem Journalismus verpflichtet und möchte auch der Bringschuld von Information nachkommen.

Beginnen möchte ich das mit einer kleinen Abstimmung :)

Wer von euch glaubt, dass er sich gut genug mit der Nahost-Thematik beschäftigt hat, um darüber sachlich diskutieren zu können?

Hände heben bitte?

Ich sehe. Recht viele.

Wovon haben wir in Europa genug?

  1. Lösbare Probleme, mit deren Befassung sich Politiker jedoch unbeliebt machen
  2. „Nahost-Experten“

Wir Europäer scheinen uns ja mit der Thematik in Nahost sehr gut auszukennen, es herrscht immerhin Pressefreiheit und wenn so vieles über Israel in den Zeitungen steht oder in den Nachrichten vorkommt, dann muss es zwangsläufig ja stimmen?

Dabei vergessen wir aber in unserer Sicherheit gerne auf zwei Aspekte:

  • In Israel herrscht auch Pressefreiheit
  • Und was in Israel herrscht, herrscht noch lange nicht in der arabischen Welt

Für Journalisten ist es recht einfach nach Israel zu kommen. Man meldet sich an, bekommt ein Visum und kann schreiben, was einem gerade in den Sinn kommt.

Wer von uns war schon einmal als Journalist in einem arabischen Land?

Hände heben bitte.

Jetzt sind‘s weniger.

Um in arabische Länder als Journalist einreisen zu können bedarf es eines eher unschönen und langwierigen Papierkrieges. Irgendwann ist der motivierte Journalist tatsächlich im Lande der Araber und wird sich bewusst:
Ein nicht so optimaler Artikel – und er kann wieder für die Lokalpresse in Europa schreiben.

Der kluge Schreiberling weiß: Stell dich mit dem Regime gut, sonst ist die Karriere vorbei, bevor sie begonnen hat. Ein Einzelner Artikel wird dich weder berühmt machen, noch wird er die Welt verändern. Also: Pass auf!

In den letzten Tagen hat man in der Weltpresse recht selten davon gelesen, dass Jordanien die Pressefreiheit per Gesetz stärker eingeschränkt hat, dass in den Autonomiegebieten unliebsame palästinensische Universitätsprofessoren einfach eingesperrt wurden oder dass das türkische Schiff bei der damaligen „Peace Flottillia“ den Israelis „Geht zurück nach Auschwitz“ gefunkt hat?

Go back to Auschwitz - wer freut sich nicht über solche Mitteilungen?

Go back to Auschwitz - wer freut sich nicht über solche Mitteilungen?

Irgendwann dann erklärt sich der couragierte Journalist dann doch bereit auch Negativschlagzeilen über die arabische Welt zu schreiben. Das Leben dort ist ja zwischen Hexenprozessen, Steinigungen und Verleugnung der Gleichwertigkeit von Mann und Frau nicht so lustig, wie man als träumerischer Anhänger der islamischen Welt glaubt.

Der Bericht wird die europäischen Zeitungen nie erreichen.

Was wurde aus dem einst so stolzen Europa? In Europa wurde die Philosophie, die Mathematik, die Relativitätstheorie, ihr Gegner, die Quantenmechanik und die Aufklärung geboren. Europäer haben sich einst den Rest der Welt untertan gemacht… Ohne auf politische Korrektheit oder Meinung Andersgläubiger (Meistens haben sind sie ohnehin brav der katholischen Kirche gefolgt) wert zu legen… und heute?

Heute sind wir froh, wenn die Waffen die in den europäischen Fabriken hergestellt werden von Arabern gekauft werden, wenn Ölscheichs ein paar Krankenhäuser finanzieren und noch gleich so nett sind und uns an ihrem Ölsegen teilhaben lassen. Die Partnerschaft zwischen West und Ost funktioniert auch in den Vereinigten Staaten recht optimal, wie die Clintons, die Bushs, Friedensnobelpreisträger Barak Obama, Jimmy Carter, der die Hamas Salonfähig machen will und der allseits beliebte Al Gore nicht immer ganz so offen zeigen.

Wir möchten es uns ja nicht mit unseren arabischen „Freunden“ (Freundschaftsbegriff: Wir erinnern uns an die arabischen Verkäufer?) verscherzen?

Sind wir inzwischen wirklich soweit, dass wir unsere Meinungsfreiheit, die wir uns über die Jahrhunderte mühsamst erkämpfen mussten für wirtschaftliche Faktoren aufgegeben haben? Und das noch dazu, ohne es zu merken?

Wie lautete noch gleich das Motto der Aufklärung, die wir in der westlichen Hemisphäre – also auch in Israel – im Gegensatz zur islamischen Welt gehabt haben und die sich für uns als so fruchtbar für unsere Welt herausgestellt hat?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.


Filed under: Geschichte, Nachrichten

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