Fastnacht Backstage

Von Symm

Die Faschingzeit ist ja nun mehr schon seit einer Woche vorbei, daher kommt vielleicht mein Abschlussreport etwas spät, aber mein Ende der 5. Jahreszeit ist offiziell erst 2 Tage her. Wie ihr vielleicht wisst bin ich aktives Mitglied eines Faschingsvereins. Und in meinem Faschingsverein Chorania endet die Faschingszeit zwar auch am Aschermittwoch, aber die abschließende Veranstaltung, das traditionelle Heringsessen ist immer am Samstag danach. Nach dem nun für mich alle offiziellen Termine der Kampagne  2010/2011 vorüber sind möchte ich euch einen kleinen Rückblick auf eine sehr lange Saison geben. Die verschiedenen Veranstaltungen sind chronologisch geordnet.

Startschuss 11.11.2010

Auch am Anfang einer Saison beginnen wir die 5. Jahreszeit nicht immer pünktlich. Sondern immer am Samstag nach dem 11.11. mit der „Eröffnung“. Zur Eröffnungsveranstaltung kommen die aktiven und passiven Mitglieder und oft auch noch 1 oder 2 Abordnungen verschiedener Karnevalsvereine. Das Hauptthema der Eröffnung ist das Vorstellen des Elferrats, den diesjährigen Themas (diesmal :Feierabendhaus) und die Verleihung der jeweiligen Saisonorden für die aktiven Mitglieder. Nachdem wir alle „ORDENtliche“ Menschen sind werden ein paar Programmpunkte aus der nächsten Prunksitzung gezeigt, so eine Art Sneak Preview :D. Nachdem das Programm abgespult wurde sitzt man noch bei ein paar Bierchen gemütlich beisammen.

Singstunde kurz vor Sylvester

Nach Weihnachten geht es dann auch für die aktiven Mitglieder des Elferrats weiter mit den Vorbereitungen für die Brunksitzung los. Es müssen die aktuellen Lieder fürs Elferratssingen einstudiert werden. Jedes Jahr machen wir ein ca. 15 Minuten Programm in dem wir mittels Gesang die großen Themen der Frankenthaler Stadtpolitik glossieren. Dafür treffen wir uns meist ab den ersten Dienstag nach Weihnachten bis zur Prunksitzung jede Woche zum üben.

Neujahrsempfang

Da ich dieses Jahr aus familiären Gründen nicht am Neujahrsempfang am 08.01.2011 teilnehmen konnte, beschreibe ich euch mal den Standardablauf. Los geht es um gegen 10 Uhr, da versammeln sich die Frankenthaler Karnevalsvereine auf dem zentralen Marktplatz am Rathaus. Dort gibt es zu den typisch kalten Temperaturen erst mal Glühwein und Brezeln, natürlich kostenlos. Um 11:11 versucht der Stadtschlüsselverein ins Rathaus zu kommen. Darin verschanzen sich der Bürgermeister und der Teile des Stadtrats. Um an den Stadtschlüssel zu kommen müssen sich die Vereine natürlich etwas einfallen lassen. Wir haben zum Beispiel vorletztes Jahr die Tür die des Rathauses symbolisch mit einem Bohrer geöffnet. Vor einigen Jahren wurde das Rathaus auch schon mal zu den Klängen des „Fluch der Karibik“ Lieds von einem Boot aus geentert. Wenn man die Stadtoberhäupter incl. Stadtschlüssel dann endlich auf dem Rathausplatz hat, wird der symbolische Schlüssel zur Stadt übergeben, damit gehen ein paar Neue Regeln für die 5. Jahreszeit einher. Z.B Keine Blitzer, keine Knöllchen oder Arbeitsaufträge für den beurlaubten Stadtrat. Diese Regeln sind aber „leider“ mehr symbolischer Natur. Nach der Schlüsselübergabe geht’s dann in die Stadthalle wo die Vereine ein paar Aufführungen aus ihren Repartoire vorführen.

Das Karnevalistische Getränk

Wie jeder weiß, ist die 5. Jahreszeit auch einer der feuchtfröhlichsten des Jahres. Und damit jeder Karnevalist weiß was er trinken muss, wird in den Stadtwerken die sogenannte Wasserprobe durchgeführt. Die Geschäftsführung der Stadtwerke versucht am 09.01.2011 mit mehr oder minder guten Argumenten das Frankenthaler Wasser als karnevalistisches Getränk anzupreisen. Dazu gibt’s gratis dann eine Probe des guten Frankenthaler Wassers. Dummerweise gibt es auch jedes Jahr Freibier, immerhin muss man ja das Wasser mit etwas vergleichen. Zur Unterhaltung werden ein paar Lustige Spielchen gemacht und am Schluss muss jeder Verein sein Karnevalistisches Getränk bestimmen und die Entscheidung dann auch begründen. Aus mir unerklärlichen Gründen stimmen die Vereine fast ausschließlich für Bier, welches also jedes Jahr das Rennen macht.

Der Countdown läuft

Die Woche vor der Brunksitzung ist das die heiße Phase, am Samstags den 29.01.2011 wurde das komplette Material was man zum Aufbau des Bühnenbildes und zur Dekoration des Saals gebraucht wurde mit einem LKW zum Veranstaltungsort gefahren. Unsere Material ist über 3 Orte verteilt, so dauerte das einladen natürlich ein wenig. Nach ca. 5 Stunden war dann alles da wo es sein sollte.

Am Montag vor der 1. Sitzung wurde dann alles soweit schon mal aufgebaut, unsere Rentner sind da immer so fix, das ich als Arbeitnehmer nicht mehr viel zu tun hatte als ich gegen 16Uhr dort ankam. Am Dienstag war dann große Generalprobe für unser Elferratssingen. Wie jedes Jahr klappte das auch bis auf ein paar kleine Patzer alles sehr gut, immerhin hatten wir fast 5 Wochen zum üben. Den Rest der Woche konnte man sich dann noch mental auf den Freitag vorbereiten.

Der große Tag

Nach Wochenlangen Vorbereitungen und einer anstrengenden Woche war es dann am Freitag den 04.02.2011 endlich soweit. Die erste  Brunksitzung meines Vereins startete pünktlich um 19:33. Wer schon mal so eine Veranstaltung im Fernsehen gesehen hatte kennt ja den groben Ablauf. Unser Programm besteht aus Schautänzen, Büttenreden, Stand Up, dem Elferratssingen, Tanzmariechen und dem Finale. Veranschlagt war ein Ende von kurz nach 24 Uhr. Na ja, das haben wir nicht ganz geschafft. Um 1:40 Uhr war Ausmarsch angesagt, über eine Stunde Verzögerung, das war fast Gottschalk Niveau. Aber alles in allem kann man sagen das wir eine kurzweilige und schöne Sitzung hatten. Die Redner waren dieses Jahr durch die Bank weg super, die Tänze waren gut, so das im Saal kaum Langeweile aufkam. Wie jedes Jahr legten die Lewwerknedelboys, das Männerballett der Heuchelheimer Strunzer einen super Auftritt hin, was diese Jungs da machen erstaunt mich jedes Jahr aufs Neue.

Auch an der 2. Brunksitzung, die wir auf Grund der hohen Kartennachfrage schon seit Jahren Sonntags um 16:33 Uhr  machen lief alles super und analog dem Freitag, incl. einer Stunde überzogen. Wir waren alle froh auch dieses Jahr wieder zwei schöne Sitzungen abgeliefert zu haben. Montags hieß den dann wieder Abbauen, alles was auf der Bühne und im Saal verbaut war musste wieder rein in den LKW und ab zu den Lagerorten. Von 8:30 Uhr bis 18:00 ging das Ganze. Das hab ich dann Abends auch in den Knochen gespürt und ich war froh das es alles über die Bühne war.

Die Narren ziehen durch die Stadt

Dieses Jahr hatte ich das große Vergnügen am selben Tag Geburtstag zu haben, an dem auch der Frankenthaler Faschingsumzug statt fand, nämlich dem 05.03.2011. Los ging es für mich um 10:00 Uhr zum Aufbau. Wie jedes Jahr hatten wir einen Glühweinstand direkt am Zug. Das geht die letzten 2 Jahre ziemlich flott da wir nur einen Bierwagen und ein Gerüst für unseren Kommentator haben. Früher mussten wir noch ein Zelt aufbauen, das hat immer etwas gedauert. Gegen 11 Uhr waren wir fertig und ich konnte noch mal für 2 Stunden die Füße hochlegen. Um 13 Uhr musste ich dann schon wieder in der Stadt sein, Aufstellung auf den Kirmesplatz in Frankenthal. Die Wagen wurde mit süßem Wurfmaterial gefüllt und noch die Autos noch etwas geschmückt und um 14:11 ging es recht pünktlich los zur Innenstadt. Ich mag den Frankenthaler Umzug, da ist die Stadt immer wieder Proppen voll und ich steh auf dem Wagen :D. Unser Verein hat normalerweise immer mehrere Zugnummern:

  1. Guggemusik Gruppe
  2. Mottowagen, mit einem Motiv über das Frankenthaler Stadtgeschehen.
  3. Fußgruppe, Elferratsfrauen
  4. Umzugswagen, auf dem ich immer bin :D.

Auch dieses Jahr war es ein schöner Umzug, Petrus hat uns einen schönen Tag geschenkt und alles ist glatt über die Bühne gegangen. Es gab keine großen Pausen und gegen 16 Uhr waren wir dann am Ausstiegspunkt. Und dann ging es für mich weiter Geburtstag feiern.

Das Traurige Ende

Als letzten Termin der Saison 2010/2011, am 12.03.2011 fand unser traditionelles Heringsessen statt. Auch da gibt es einen typischen Ablauf. Um 19:11 startete unser Präsident mit einem kurzen Rückblick auf die vergangene Kampagne und einigen Danksagungen an die fleißigen Hände im Hintergrund. Danach bekommt jeder seine Portion Hering mit Soße und Kartoffeln und das schmeckt soooooo gut. Ich esse es zwar nur einmal im Jahr, aber ich liebe es und freue mich jedes Jahr darauf. Wenn das Heringsessen fertig ist und der Elferrat die das Geschirr gespült hat, geht’s auf zu Geldbeutelwäsche. Dabei werden die vorher eingesammelten Geldbeutel mit etwas Wasser gewaschen und an eine Leine geheftet die quer durch den Raum hängt. In den Geldbeuteln ist immer ein kleiner karnevalistischer Betrag (z.B. 2,22 €). Dieser Betrag kommt dem Verein zu Gute. Nachdem alle Geldbeutel gewaschen und zum Trocken aufgehangen worden sind, kommt der Geldbeuteltanz. Dabei müssen die Leute auf die Tanzfläche und wärend des tanzens unter den Geldbeuteln hinwegtauchen. Wer dabei einen Geldbeutel berührt muss 0,50 € in die Vereinskasse zahlen. Wenn der Tanz beendet ist und das Geld kassiert, geht’s zum nächsten Punkt, die Versteigerung. Wer denkt der bekommt seinen Geldbeutel einfach so zurück, der irrt. Jeder Geldbeutel wird versteigert, so kann es schon mal sein das man mit Fremden, mehreren oder gar keinem Geldbeutel die Veranstaltung verlässt. Deshalb werden auch meist Geldbeutel minderer Qualität abgeben. Die Geldbörsen erzielen dabei einen Wert zwischen 0,50€ und teilweise 10-20 Euro, auch dieses Geld kommt der Vereinkasse zu Gute. Das ist sozusagen der letzte Punkt unseren Karnevalistischen Jahres. Nach der Versteigerung haben wir noch ein paar Minuten zusammen gesessen und dann ging es so Gegen 23 Uhr nach Hause.

Ende

So das war mein kleiner Bericht zur 5. Jahreszeit. Wie sagt man bei uns: „Nach der  Fastnacht ist vor der Fastnacht“, so gehen heute am 14.03 schon die ersten Planungen los für die Kampagne 2011/2012. Das waren jetzt nur die Pflichttermine die wir jedes Jahr haben. Natürlich gibt es für den geübten Narren noch einiges mehr. Jeder Verein schickt normalerweise auch Abordnungen zu anderen Vereinen zur Freundschaftspflege, dann gibt’s noch Veranstaltungen wie den Närrischen Wochenmarkt, oder die Wiegetour an Rosenmontag. Als Arbeitnehmer kann man leider nicht überall mit… L

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