Fairphone veröffentlicht die wahren Kosten der Herstellung

Von Vireo @VireoTeam

Warum kostet das Fairphone 2 mehr als sein Vorgänger? Diese Frage wird oft gestellt. Fairphone hat heute eine Kostenaufschlüsselung für das Fairphone 2 veröffentlicht, aus der genau hervorgeht, wie das Social Enterprise den Verkaufspreis seines neuesten Smartphones festgesetzt hat. Die Infografik erklärt den Verbrauchern die wahren Kosten für die Herstellung eines Mobiltelefons einschließlich Steuern, Produktion, Investitionen und Geschäftsbetrieb.

Die richtungsweisende modulare Bauweise des Fairphone 2 für eine längere Lebensdauer und bessere Reparierbarkeit stellt die Absicht des Unternehmens unter Beweis, Elektronikgeräte fairer zu produzieren. Wie beim ersten Fairphone wird auch die neue Version über ein Vorbestellungsmodell verkauft, damit das Unternehmen ohne externe Investitionen auskommt. Fairphone hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende September 15.000 Telefone zu verkaufen, damit die Produktion des Fairphone 2 beginnen kann. Insgesamt sollen noch in diesem Jahr 40.000 Telefone hergestellt werden. Bisher haben die Fairphone-Unterstützer über 10.000 Telefone gekauft.

Fairphone-2-Käufer erfahren wohin ihr Geld fließt
Transparenz ist einer der Leitsätze innerhalb der Fairphone-Philosophie für verantwortungsvolle Unterhaltungselektronik. Das Unternehmen will nicht nur die Rückverfolgbarkeit und die brancheninternen Praktiken verbessern, sondern den Verbrauchern auch genaue Einblicke in sein Geschäftsmodell
gewähren – etwa durch Informationen darüber, was die Herstellung und der Verkauf eines Telefons sowie der entsprechende Kundendienst kosten.
Der durchschnittliche Verkaufspreis für das Fairphone 2 liegt bei 525 Euro, inkl. 19% Mehrwertsteuer. Die Kostenaufschlüsselung illustriert alle Ausgaben für den Entwurf und die Planung eines Smartphones sowie die Investitionen von Fairphone in Sozial- und Umweltprogramme. Auf Grundlage eines durchschnittlichen Produktionsvolumens von 140.000 Telefonen pro Jahr enthält die Aufschlüsselung sowohl Fixkosten (etwa für Zertifizierungen) als auch Schätzungen, die sich im Laufe der Zeit verändern können. Da es sich bei diesem Dokument um eine Projektion handelt, sollte es als ein Schritt in Richtung Transparenz, nicht aber als präzise Kostenaufstellung betrachtet werden.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Informationen, die in der Kostenaufschlüsselung für das Fairphone 2 enthalten sind:

Steuern und Händlerrabatte
Für jedes verkaufte Telefon werden 118 Euro als Steuern (etwa Mehrwertsteuer) oder als Abgaben (etwa für die WEEE, eine EU-Richtlinie zur Verminderung von Elektronikschrott) abgeführt oder Vertriebspartnern als Nachlass gewährt. Somit gehen vom gesamten Verkaufspreis 407 Euro an Fairphone. Mit diesem Betrag werden die Herstellung des Telefons, die Investitionen und die Betriebskosten bezahlt.

Das Produkt
Gut die Hälfte vom Verkaufspreis des Telefons (65 %) wird für die Herstellung des Produkts an sich verwendet. Für Fairphone als kleiner Hersteller mit relativ geringem Produktionsvolumen machen die
Materialien einen besonders großen Anteil an den gesamten Kosten aus. Neben den Komponenten der Herstellung und der Logistik umfassen die Produktionskosten auch Beiträge zu Projekten für soziale
Innovationen wie dem Sozialfonds für die Arbeiter in China oder dem Elektroschrott-Recyclingprogramm in Ghana.

Investitionen
Die Erstellung eines eigenen modularen Designs, das das Öffnen und Reparieren des Telefons erleichtert, stellte eine der wichtigsten Investitionen für das Fairphone 2 dar. Neben der Produktentwicklung investiert Fairphone in die Initiierung und Unterstützung von Projekten, die zu einer stärker an ethischen
Werten orientierten Lieferkette beitragen, etwa durch die Beschaffung konfliktfreier Mineralien aus der Demokratischen Republik Kongo.

Geschäftsbetrieb
Ein Teil der Einnahmen aus dem Fairphone 2 deckt allgemeine Betriebskosten ab, etwa für Kommunikationsmaßnahmen, Mitarbeitergehälter und Büromieten. Dank dem Enthusiasmus der Fairphone-Gemeinschaft hat das Unternehmen keine hohen Werbekosten zu verbuchen. Es verlässt sich
beim Marketing auf Mund-zu-Mund-Propaganda und auf sein überzeugendes Engagement.

Genauere Informationen erhalten Sie in der vollständigen Fairphone-2-Kostenaufschlüsselung, die zum Herunterladen bereitsteht.

Nachhaltige Grüße und schönes Wochenende
Matthias Kühnast