Fahrplan clever nutzen und sparen

Erstellt am 27. Januar 2012 von Newssquared @Oliver_schreibt

Welcher Zeittyp sind Sie?

Klären Sie vor der Suche mit dem Internetfahrplan, ob Sie Ihr Ziel schnell erreichen müssen oder Zeit haben. Wer es eilig hat, lässt bei der Suche auf bahn.de das Häkchen bei «Schnelle Verbindung bevorzugen» aktiviert. Deaktivieren Sie es, wenn Sie Zeit haben. So werden Verbindungen angezeigt, die im Vergleich zu ICE und IC oft preisgünstiger sind.

Wie langfristig planen Sie?

Wer langfristig plant, kann sparen. Buchen Sie mindestens vier Wochen vor Reiseantritt, findet die Verbindungssuche – abhängig von der Strecke – unter Umständen ein Ticket zum Sparpreis von 29 Euro. Ganz ohne BahnCard.

Beispiel: Wer am 26. Januar 2012 ein Ticket für eine Fahrt von Leipzig nach Köln am 30. Januar 2012 im Internet gebucht und sich für einen Reisebeginn zwischen 8 und 10 Uhr entschieden hätte, dem wäre ein Normalpreisticket für 101 Euro (ICE und IC), 121 Euro (nur ICE), 70,10 Euro beziehungsweise 72,70 Euro (RE und Regionalverkehr) angeboten worden. Der Sparpreis variierte von 42 bis 89 Euro.

Wer am 26. Januar 2012 ein Ticket für die gleiche Verbindung mit gleicher Tageszeit für den 29. Februar gesucht hätte, dem wären über die Suche im Fahrplan Sparpreise zwischen 29 und 59 Euro angeboten worden.

Sind Sie bereit, die Preise von Tickets zu vergleichen?

Ein Länderticket der Deutschen Bahn (ab 21 Euro) für das Beispiel Leipzig-Köln am 30. Januar gibt es nicht. Nutzen ließe sich auf der Beispielstrecke aber das Quer-durchs-Land-Ticket. Das kostet für eine Person 42 Euro, zwei Personen zahlen für das Ticket insgesamt 48 Euro. Mit einem solchen Ticket können höchstens fünf Personen für insgesamt 66 Euro mit der Deutschen Bahn reisen. Genutzt werden kann es jedoch nur montags bis freitags in den Regionalzügen (2. Klasse).

Wer von der Woche aufs Wochenende umplant und bereit ist, nur Nahverkehrszüge (S-Bahn, RB, IRE, RE sowie einige Verkehrsverbunde) zu benutzen, kann mit dem Schönes-Wochenende-Ticket mit insgesamt fünf Personen sogar für 40 Euro reisen. Dieses Ticket ist nicht streckengebunden und kann am Geltungstag für beliebig viele Fahrten genutzt werden.

Bei den Ländertickets müssen Bahnreisende schon genauer hinschauen: Einige dieser Tickets gelten nur für ein Bundesland, mit anderen lässt sich durch zwei oder drei Bundesländer reisen.

Beispiel: Wer aufgrund von Terminen an einem Tag von Magdeburg nach Erfurt und Dresden reisen muss, kann ein Sachsen-Anhalt-, Sachsen- oder Thüringenticket nutzen – abhängig vom Ausgangspunkt. Das kostet für eine Person 21 Euro. Jeder weitere Mitreisende auf diesem Ticket zahlt 3 Euro. Maximal können damit fünf Personen gleichzeitig reisen, zum Höchstpreis von 33 Euro. Vorausgesetzt, die Reisenden wollen von Montag bis Freitag die Fahrt nicht vor 9 Uhr antreten. Samstags und sonntags können diese Tickets bereits ab 0 Uhr verwendet werden.

In der normalen Verbindungssuche kostet das Ticket (normal) mindestens 29,30 Euro allein von Magdeburg nach Erfurt. Von Erfurt nach Dresden werden nochmals mindestens 39,70 Euro fällig. Damit hätte der Bahnkunde einen Gesamtpreis von mindestens 69 Euro gezahlt. Mit einem Länderticket betrüge die Ersparnis für eine Person also mindestens 48 Euro.

Wer zwischen benachbarten Bundesländern reist, sollte vorab schauen, ob es ein passendes Länderticket gibt. Wer nur in der normalen Suche der Bahn eine Reise zwischen mehreren Bundesländern sucht – so wie im Beispiel -, dem wird unter Umständen überhaupt kein Sparpreis angezeigt.

Nehmen Sie Umwege bei der Suche in Kauf?

Wer sich nicht mit dem Normalpreis der Bahn auseinandersetzen will, startet seine Suche im Fahrplan über den Sparpreisfinder. Je weniger Sie hier den Tageszeitpunkt für Ihren Reisetag einschränken, desto größer ist die Auswahl bei den Sparpreisen.

Der Sparpreisfinder zeigt jedoch nicht alle Verbindungen und damit nicht immer den günstigsten Preis. Als Beispiel dient die Strecke von Leipzig nach Stralsund für zwei Personen (nur Hinfahrt), gewünschter Abfahrtstag ist der 18. Februar 2012 – ein Samstag. Als Sparpreisergebnisse (ausgehend von einer Suche am 26. Januar 2012) werden Preise zwischen 49 und 79 Euro angezeigt – ausschließlich Schnellverbindungen (IC und ICE).

Wer die normale Fahrplansuche mit den gleichen Voraussetzungen nutzt, und das Häkchen bei «Schnelle Verbindungen bevorzugen» deaktiviert, findet Sparangebote ab 40 Euro – in diesem Fall auch das Schönes-Wochenende-Ticket, das der Sparpreisfinder nicht anzeigt.

Ähnlich sieht das Bild bei einer einfachen Verbindung von Leipzig nach Hamburg am Wochenende aus. Auch hier zeigt der Sparpreisfinder nur IC- und ICE-Verbindungen, aber nicht das günstigere Schönes-Wochenende-Ticket.

Wer bei einer Länderverbindung einen Zwischenstopp einlegen möchte – zum Beispiel mit der Strecke Magdeburg-Erfurt-Dresden – für den eignet sich der Sparpreisfinder nicht. Hier können nur Direktverbindungen zwischen Start und Ziel gesucht werden.

Haben Sie die richtige BahnCard?

Mit der BahnCard 50 gibt es bessere Sparangebote als mit der BahnCard 25. Sollte man meinen. Tatsache ist: Mit der BahnCard 50 sind zwar die Normalpreise günstiger als bei der BahnCard 25. Allerdings können Bahnreisende in Sachen Sparpreis mit der BahnCard 25 deutlich preisgünstigere Tickets ergattern, als Inhaber einer BahnCard 50.

Beispiel: Eine Reise von Leipzig nach Hamburg am 30. Januar sowie 29. Februar für eine Person (nur Hinfahrt). Ergebnis: Für BahnCard-50-Nutzer wurde für den 30. Januar als günstigster Sparpreis das 29-Euro-Ticket angeboten. Mit einem Sparpreis von 21,75 Euro erhielt ein BahnCard-25-Nutzer jedoch das günstigste Angebot – für dieselbe Zugverbindung.

Ähnlich zeigt sich das Bild für das Vergleichsbeispiel am 29. Februar: Mit denselben Ausgangsbedingungen wurde wiederum dem BahnCard-25-Nutzer das günstigste Sparticket für 21,75 Euro angeboten. Für einen BahnCard-50-Nutzer wurde dieselbe Verbindung mit dem günstigsten Sparpreis von 29 Euro angezeigt. Am günstigsten fährt auf der Beispielstrecke also immer der BahnCard-25-Nutzer – zumal dessen BahnCard für ein Jahr 59 Euro (2. Klasse) kostet. Eine BahnCard 50 schlägt mit 240 Euro zu Buche.

Pauschal lässt sich jedoch nicht sagen, dass eine BahnCard 25 insgesamt günstiger ist als eine BahnCard 50. Denn nicht auf jeder Langstreckenverbindung sind Sparpreise verfügbar. Beispiel: Auf der Strecke Berlin-Stuttgart kostet der Normalpreis mit Bahncard 50 für den 30. Januar in der günstigen Verbindung mit der Deutschen Bahn 61,50 Euro. Sparpreise werden hier nur für die 1. Klasse angeboten. Mit der BahnCard 25 beträgt der günstigste Normalpreis 92,25 Euro. Das günstigste Sparpreisangebot kostet 74,25 Euro – und ist damit teurer als die Fahrt ohne Sparpreis mit der BahnCard 50.

Welche BahnCard die richtige ist, hängt also davon ab, welche Verbindungen häufig genutzt werden. Wer beispielsweise jeden Monat einmal auf derselben Strecke unterwegs sein muss, kann vorab Beispielrechnungen anstellen und sich dann für eine BahnCard entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass es sich hier für alle genannten Strecken um Beispielrechnungen handelt. Änderungen im Fahrplan durch die Deutsche Bahn sind jederzeit möglich.

Quelle:
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