Evolutionsbericht der Kanadagans

Im Laufe der letzten 3500 Millionen Jahren entwickelten sich alle heute existierenden Tiere. Der erste Organismus dieser Welt war der Einzeller. Es entstanden Kolonien, die sich aus mehreren Einzellern zusammensetzten, und entwickelten sich zu Mehrzellern.
Die Entwicklung vollzog sich in langsamen Schritten. Vor ca. 580 Millionen Jahren entstand die erste Pflanze, die Ediacara Fauna, 10 Millionen Jahren später erschienen die ersten Gliederfüßer, die Tribolien, deren Existenz jedoch nicht bis in die Gegenwart reicht.
Im nächsten Zeitalter, das Ordovizum, traten die ersten Wirbeltiere, in der Form von kieferlosen Fischformen, auf,welche die Nachfolger von den Korallen, Kopffüßern, Meeresskorpione etc sind. Aus ihnen entwickelten sich die ersten Landtiere: Skorpione und Tausendfüßer.
Da das Landleben eine höhere Leistungsfähigkeit des Körpers abverlangt, bildeten sich verschiedene Zelltypen. Außerdem entstanden neue Fortbewegungsmechanismen (z.B. Arme und Beine), andere Atmungsprozesse verbreiteten sich und UV-Schutz, zum Schutz der Haut vor Sonnenlicht, entwickelte sich.
Daraufhin, im Zeitalter des Karbons, das vor ca. 350 Millionen Jahre begann, entwickelten sich die ersten Insekten und die ersten Reptilien werden unabhängig vom Wasser. Es entstanden viele neue Gruppen der Reptilien, aus denen sich später die zwei großen Gruppen der Säugetiere und Vögel herausbildete.
Im folgenden Zeitalter entwickelten sich dann die ersten Saurier. Somit war jeder Lebensraum der Welt von Tieren beherrscht.
Zwischen dem Zeitalter des Trias und des Juras erscheinen die ersten Eier legenden Säugetieren mit Haarkleid.
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Vogel mit den Dinosauriern verwandt ist, Jedoch ist nicht klar, ob die Vögel direkt von den Dinosauriern abstammen, oder ob sie gemeinsame Vorfahren habe.
Der Archaeopterxy ist eine fossile Übergangsform vom Reptil zum Vogel und gilt somit als der erste Vogel dieser Welt. Er wird zu der Gruppe der Vögel als ursprungsnahe Form zugerechnet, und ist somit Mitglied der „Urvögel“.
Sein Markenzeichnen ist das Federkleid, da er das erste Tier mit diesem äußeren Erscheinungsbild war.
Der Archaeopterxy lebte vor ca. 150-145 Millionen Jahren. Er war ca. 60 Zentimeter lang und wog vermutlicht zwischen 300 und 500 Gramm.
Urtümliche Eigenschaften wies dieser Vogel viele auf, was auf eine starke Entwicklung der „Urvögel“ zum „Neornithes“ hindeutet. Zum Beispiel besaß der Archaeopterxy Zähne. Hinzukommt das Fehlen eines knöchernen Brustbeins, eine geringe Anzahl unverschmolzener Beckenwirbel (Sakralia) und unverschmolzene Mittelhand-, Mittelfuß-, Fußwurzeln- und Beckenknochen.
Betrachtet man gegensätzlich hierzu die Kanadagans, ist eine starke Veränderung sichtbar. Die Kanadagans gilt als die weltweit am häufigsten vorkommende und als die größte Gänseart Europas. In Deutschland ist die Kanadagans seit 1970 als Brutvogel vertreten.
Die starke Veränderung vom „Urvogel“ zum modernen Vogel wird zum Beispiel durch die Abwesenheit der Zähne deutlich. Diese Eigenschaft hat sich in den letzten 140 Millionen Jahren zurückentwickelt. Im Verdauungsystem der Vögel sind Steine enthalten, sodass die Tiere keine Zähne benötigen. Vögel verdauen ihre Nahrung erst im Verdauungstrakt, indem die Nahrung durch die winzigen Steinchen klein gerieben wird.
Das Brustbein hat sich vom Archaeopterxy bis zum heutigen Vogel entwickelt. Es ist sowohl wichtig für die Atmung, für die Flugmuskeln, die sich seitlich des Brustbeins befestigen, sowohl wichtigste Vorraussetzung für einen stabilen Flug.
Vergleicht man den Archaeopterxy mit der Kanadagans werden jedoch auch viele Gemeinsamkeiten deutlich. Beide Tiere besitzen einen Hornschnabel. Dieser ist sehr wichtig für die Nahrungsaufnahme. Vögel können mit ihren Schnabel eine größere Formenvielfalt entwickeln. Die Schnabelform entsteht durch eine optimale Anpassung an die Lebensbedingungen der Vögel. Der Hornschnabel ist nämlich das Hauptwerkzeug der Vögel und in seiner Wichtigkeit mit der menschlichen Hand vergleichbar. „Der Oberschnabel ist am Hirnschädel befestigt, der Unterschnabel ist mit dem Schädel durch ein Gelenk verbunden und dadurch frei beweglich.“
Eine weitere Gemeinsamkeit stellen die Federn dar. Die Federn der Vögel haben sich aus den Schuppen der Reptilien entwickelt. Sie bilden das Produkt aus Mutation und Anpassung. Ihr Aufgabenbereich ist weit gefächert. Zum einen verleihen die Federn dem Vogel die notwendige Oberfläche, die dem Vogel zum Fliegen dient. Zum Anderen dient es zur Temperaturregulierung. Außerdem bieten die Federn einen gewissen mechanischen Schutz. Farbe und Zeichen des Gefieders haben eine wichtige Funktion bei der Tarnung.
Der Besitz von Federn deutet allerdings nicht direkt darauf hin, dass ein Vogel fliegen kann. Der Archaeopterxy besaß zwar ausreichend Feder, durch sein Skelett war jedoch eher der Gleitflug möglich. Nur bei sehr kurzen Strecken konnte der Archaeopterxy flattern bzw. fliegen.
Damit ein Vogel fliegen kann, muss das Gewicht der Knochen auf ein Minimum reduziert sein.
Die Knochen der Kanadagänse besitzen Hohlräume, wodurch das Gewicht der Knochen stark sinkt. Wie Funde beweisen entwickelten sich diese Hohlräume erst in den letzten 130 Millionen Jahren, wodurch sich logisch erschließt, warum der Archaeopteryx nicht fliegen sondern nur gleiten konnte.
Eine weitere Übereinstimmung ergibt sich bei den Flügeln. Sie sind zum Fliegen dienende Bewegungsorgane, welche durch die Umbildung der Vordergliedmaßen entstanden sind. Beim Fliegen erzeugen sie Auftrieb und Vortrieb.
Die nächste Gemeinsamkeit stellt das Auge dar. Sie sind bei der Nahrungssuche von wichtiger Bedeutung. Die einzelnen Vogelarten können ihren Sehsinn den „Urvögeln“ anpassen. Die Kanadagans, die der Familie der Entenvögel angehört, kann unter Wasser sehen, der Kiwi hat zum Beispiel ein hervorragendes Sehvermögen bei Nacht. Somit passt sich jeder Vogel seiner „biologischen Nische“ an. Interessant ist außerdem, dass es sich bei den Augen der Vögel um ein weitaus stärker ausgebildetes Sinnesorgan als bei den Menschen handelt.

Der lange, breite Körper der Kanadagans zeugt von einen optimalen Anpassung. Am Land ist der Körperbau eher vom Nachteil, seine Stärke entfaltet er im Wasser: Beim Schwimmen hat sie starken Auftrieb und die, hinten am Körper angesetzten, mit Schwimmhäuten versehenen, Füßen sorgen für eine bestmögliche Fortbewegung.
Der lange Hals hat für die Kanadagans keinerlei Bedeutung. Entenvögel benötigen ihn für die Nahrungsaufnahme im Wasser. Da die Kanadagans von Schwänen abstammt, hat auch sie den langen Hals. Jedoch ernährt sich de Kanadagans von Gräsern, Samen, Kräutern und Moosen.
Die Flügel sind kurz und kräftig. Da die Kanadagans ein sehr hohes Gewicht und eine geringe Flügelfläche aufweist, ist ein permanenter Flügelschlag nötig. Aufgrund dessen ist ein kräftiger Flügel lebensnotwendig.
Die kurzen Flügel könnten durch Selektionsdruck entstanden sein: Wenn Gänse in einen Sturm geraten, sterben die Tiere mit sehr kurzen und sehr langen Flügeln als erstes. Der kurze und kräftige Flügel sorgt für Stabilität.
Eine weitere Besonderheit ist der kurze Schwanz der Kanadagans. Die wichtigste Funktion ist die Steuerung im Flug.
Die Kanadagans ist optimal an den Wasser- und Luftraum angepasst. Auf dem Land ist ihr Körper eher nachteilhaft,

Auffallend an der Kanadagans ist, dass sie sowohl viele Übereinstimmungen mit dem Archaeopterxy, als auch sehr viele artenspezifische Merkmale aufweist.
Sie hat sich ihrer „biologischen Nische“ angepasst, indem sie urtümliche Merkmale zurück- bzw. weiterentwickelt hat. Zahlreiche Mutationen haben sich durchgesetzt, da sie den ursprünglichen Formen überlegen war.

von Rabea S.


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