Everest

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Everest

6Drama

Der Mount Everest übt eine besondere Faszination auf Alpinisten aus und dass, obwohl ein Aufstieg zum Gipfel bereits zahlreiche Menschenleben gefordert hat. Eine dieser tragischen Geschichten erzählt nun Regisseur Baltasar Kormákur in seinem neuen Film Everest

Mit 8.848 Meter ist der Everest nicht nur der höchste Berg im asiatischen Hochgebirgssystem Himalaya, sondern auch jener der gesamten Erde. Er gehört zu den 14 Achttausendern (also Berge, die über 8.000 Meter hoch sind) und zu den Seven Summits (die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente). Benannt ist das Gebirge übrigens nach George Everest, einem Landvermesser. Der Mount Everest gilt als die ultimative Grenze der Menschheit und strahl gerade deshalb eine unglaubliche Anziehungskraft auf Bergsteiger und moderne Abenteurer aus, ungeachtet der Tatsache, dass er zahlreiche Menschenleben gefordert hat: Wer ihn zu bezwingen versucht, braucht neben dem Können vor allem eines – Mut.

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Im Jahr 1996 brechen mehr als 30 Bergsteiger auf, um den Gipfel des Everest zu erreichen. Darunter befinden sich die erfahrenen Alpinisten Rob Hall (Jason Clarke) und Scott Fischer (Jake Gyllenhaal). „Der Everest ist ohne Zweifel der gefährlichste Ort auf der Erde“ sagt Rob Hall seiner Gruppe. Die Amateure, darunter der Mediziner Beck Weathers (Josh Brolin) aus Texas, der Postangestellte Doug Hansen (John Hawkes), die japanische Fed-Ex-Mitarbeiterin Yasuko Namba (Naoko Mori) und Reporter Jon Krakauer (Michael Kelly), haben Halls Firma Adventure Consultants hohe Geldbeträge gezahlt, um den Gipfel zu erklimmen. Mit einem Team von erfahrenen Bergsteigern und Sherpas geht es in die anspruchsvolle Region und nach wochenlangem Training schließlich im Mai 1996 in Richtung Gipfel. Um Staus auf der Route zu vermeiden, schließen sie sich dem Team rund um Fischer an. Trotz umfassender Vorbereitung entwickelt sich die Gipfelstürmung schließlich zu einem dramatischen Kampf ums Überleben und es zeigt sich, dass auch das härteste Training keine Garantie dafür ist, dass der Everest bezwungen werden kann.

Die Saison im Jahr 1996 endete in Tragödien: Nach einem Wetterumschwung, der für zahlreiche Bergsteiger fatale Folgen hatte, trafen viele der Alpinisten falsche Entscheidungen und Hobby-Bergsteiger waren zum Teil völlig überfordert. Medial war das Echo auf die Katastrophen groß und viele Publikationen folgten, darunter der Bestseller In eisigen Höhen des Bergsteigers Jon Krakauer, der dem Film von Regisseur Baltasar Kormákur hauptsächlich als Vorlage diente. Kormákur machte es sich zur Aufgabe, in seinem neuen Werk Laien und Alpinisten gleichermaßen zu begeistern – das gelingt ihm nur am Ende und auch nur teilweise.

Den Ablauf der Geschehnisse, die nicht vollständig überliefert werden konnten, hat Kormákur so realitätsnah wie möglich nachgestellt. Schauspieler und Natur werden gleichermaßen effektiv in Szene gesetzt, wodurch sich eine recht dynamische Dramaturgie entfaltet, die durch die 3D-Technik eindrucksvoll zur Geltung kommt. Der Fokus liegt hier auf den Performances der Darsteller und es wird der Versuch einer vor allem auf Emotionen konzentrierten Erzählung unternommen. Diese ist dann aber doch zu aufdringlich inszeniert, was sich etwa an einer Szene festmachen lässt, in der Rob Hall mit seiner Frau (Keira Knightley) telefoniert und den Zuseher zu einer übermäßig gefühlsbetonten Reaktion drängt. Als Gegenstück dazu wird die Geschichte von Ben Weathers (Josh Brolin) und seiner Ehefrau (kommt nur kurz zum Einsatz: Robin Wright) zu unterkühlt und oberflächlich dargestellt – die Unausgewogenheit des Drehbuchs und dessen stark schwankendes dramaturgisches Gerüst wird hier offensichtlich.

Dass Everest den Zuseher nicht unbefriedigt zurücklässt, ist dem harmonischen Zusammenspiel der Schauspieler zu verdanken: Vor allem Jason Clarke (Zero Dark Thirty, Terminator: Genisys), der gekonnt einen gutmütigen und zuverlässlichen Bergführer mimt und auch Jake Gyllenhaal, dem abermals eine authentisch-mitreißende Darbietung einer Rolle gelingt. Nach seiner Figur als skrupelloser Video-Reporter in Nightcrawler und als vom Leben gebeutelter Boxer in Southpaw ist es beinahe erschreckend, wie gut Gyllenhaal sein Handwerk versteht und es ihm auch hier in einer vergleichsweise kleinen, unscheinbaren Rolle gelingt zu brillieren.

Regisseur Kormákur gelingt mit seinem Drama Everest eine teils kompetente Erzählung nach einer wahren Tragödie mit netten, weil unaufdringlichen 3D-Effekten, die Zuseher auf der Suche nach einem ansehnlichen Abenteuerfilm zum Verweilen einlädt. Letztendlich fehlt es dem Werk aber an der nötigen Tiefe um wirklich mitreißend zu wirken. Interessante Themen wie der Amateur-Tourismus in der Region, die fehlende Müll-Beseitigung und der schlechte Umgang mit den Sherpas werden vereinzelt aufgegriffen, jedoch nur oberflächlich abgehandelt, was in weiterer Folge auch stellvertretend für den gesamten Film gilt.

Regie: Baltasar Kormákur, Drehbuch: Simon Beaufoy, William Nicholson, Darsteller: Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Keira Knightley, Robin Wright, Filmlänge: 122 Minuten, Kinostart: 17.09.2015, www.everest-film.at


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Autor

Nina Tatschl

Aufgabenbereich selbst definiert: Redakteurin mit Harmonie versprühenden (Frauenquoten-) Charme. Findet die Formulierung “Words and Music – My only Tools” (Wood) prägend.


 
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