Es wird ernst mit deutschen Atommüllexporten

Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich könnte schon im nächsten Sommer in ein US-Atomwaffenzentrum transportiert werden. So schreibt es das Online-Magazine Heise.

In den USA wird längst an einer Durchführbarkeitsstudie gearbeitet und Verhandlungen laufen seit drei Jahren, damit Atommüll in die USA in ein Lager nahe beim US-Atomwaffenzentrum Savannah River Site in South Carolina verbracht werden kann. Eine Absichtserklärung zwischen der US-Energiebehörde, dem Bundesministerium für Forschung und dem Nordrhein-Westfälischen Wissenschaftsministerium wurde im April 2014 unter der Rot-Grünen Landesregierung unterzeichnet.

Es geht um 152 Castor-Behälter mit fast 300.000 abgebrannten Brennelementkugeln aus dem 1988 havarierten und stillgelegten AVR-Kugelhaufenreaktors in Jülich. Eigentlich müsste die Zeit drängen, denn die Betriebsgenehmigung für das dortige Zwischenlager lief schon vor einem Jahr ab. Sie wurde schon zwei Mal bis Juli verlängert, obwohl bei einem Stresstest für atomare Zwischenlager schon Anfang 2013 festgestellt wurde, dass es nicht sicher gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze und nicht auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik ist.

Es ist unfassbar, was da in NRW unter Rot-Grün passiert!

Jochen Mohr vom BfS begründet den geplanten Export mit dem Atomwaffensperrvertrag. Schon in der Vergangenheit hätten die USA “mehrfach bestrahlte Kernbrennstoffe amerikanischen Ursprungs aus deutschen Forschungsreaktoren” zurückgenommen. Im Rahmen der Non-Proliferationspolitik solle jede Gefahr einer weiteren Verbreitung dauerhaft vermieden werden.

Nach Spiegel-Angaben seien durch einen “Trick” eigentlich verbotene Exporte in einigen Fällen auch wieder erlaubt. So sei in dem im vergangenen Sommer verabschiedeten deutschen Endlagersuchgesetz in letzter Minute eine Passage eingefügt worden, die Forschungseinrichtungen von einem Export-Verbot ausnehmen. Eigentlich war der AVR aber kein Forschungsreaktor und es ist fraglich, ob die Atom-Exporte über die eingebaute Hintertür möglich sind. Der AVR wurde als Versuchsreaktor von den Energieunternehmen betrieben und speiste 20 Jahre Strom ins Netz. Eine Expertenstudie kam zu dem Ergebnis, dass der Reaktor bei der Havarie am Pfingstsamstag 1988 nur knapp an einer Katastrophe “vorbeigeschlittert” sei.

Quelle: Heise



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