Erster Monat - Angsthundtherapie (Noa)

Hallo ihr Lieben,


mit viel tierärztlichen Rat, Unterstützung von Organisationen und Ratschlägen von Hundetrainern und Hundekennern haben wir für Noa ein tolles Konzept aufstellen können.
Hier möchte ich euch kurz berichten was mir im ersten Monat mit unserer Angsthündin Noa aufgefallen ist, was ich gelernt habe, womit wir Erfolge verzeichnen konnten und vor Allem wie es der Maus welche erst auf der Straße Rumäniens lebte, dann von Hundefängern vermutlich misshandelt wurde und anschließend bei einer Pflegestelle landete die wohl eher etwas überfordert mit zwei Angsthunden war (und wo sie schlussendlich begann die Kinder zu beisen), nun geht!

Aller Anfang ist schwer!

Wenn wir das Ganze mal aus der ganz simplen Perspektive betrachten dann ist es einfach logisch das niemand sofort auf den Charakter des Gegenüber eingestellt sein kann.
Man muss, anhand von Körpersprache und Gefühlen beginnen einander verstehen zu lernen.
In einer Mensch-Hund-Beziehung ist dies mehr als wichtig!
Selbst Hunde die, gut sozialisiert, vom Züchter kommen haben oft anfängliche Angstprobleme (was meistens am falschen Umgang mit einem Welpen liegt), nur fällt das meist nicht wirklich auf weil es als Welpenscheu abgetan wird. Das Welpen aber generell alles andere als scheu sind missachten hier viele...
Noa war in meinen Augen anfänglich ein angst-aggressiver Hund, denn das ist sie oberfläschig betrachtet wirklich gewesen.
Wenn ich ihr zu nahe kam bleckte sie die Zähne und ging in ganz stressigen Situationen sogar auf mich los.
Da wir der Ansicht waren das es höchste Zeit wäre nun endlich mit ihr zu arbeiten, damit sie nicht weiterhin Aggressionen aufbauen würde begann ich auch sehr schnell damit ihr Halsband und Geschirr vor die Nase zu halten oder es ihr umzuhängen.
Zu dieser Zeit kannte ich Noa allerdings noch nicht besonders gut, unsere Bindung war minimal (sie beschränkte sich lediglich auf kurze Momente wo sie Fressen von mir annahm) und ich nutzt eher die guten Momente und die enge Wohnung um meinen Vorteil daraus zu ziehen.
Als Noa mich biss und immer wieder in extreme Panik zurück fiel (wir konnten es wirklich im Stundentakt beobachten) entschieden wir sie sedieren zu lassen.
Das taten wir aus folgenden Gründen:
- wir wollten sie nicht weiter stressen
- wir wollten sie unter Stress nicht weiter unter Beruhigungsmittel stellen
- wir hatten erkannt das man extrem gut mit ihr arbeiten konnte sobald sie ein Halsband (locker) und eine Leine umhatte
- sie zerbiss alles was wir lose um sie herumhängen konnten (von wegen ein paar Tage daran gewöhnen lassen)
Und dann bauten wir sehr schnell eine Bindung auf!

Gib mir einen Weg dich zu verstehen!

Woher soll ein Hund welcher sein bisheriges Leben auf der Straße verbracht hat wissen was ein Mensch von ihm will wenn er frontal mit einem Halsband auf ihn zukommt?
Wie kann ein wildes Tier, welches vermutlich mit einer Schlinge gefangen wurde dann davon ausgehen das man ihm seine Freiheit wieder schenken möchte?
Jeder Gedanke von wegen "Na das muss er doch langsam verstehen!" sind einfach abzulegen weil er ins Nichts führt.
Der Hund ist nie an einem Halsband draußen gewesen, er wird ein Halsband bis dahin also auch nicht mit draußen verbinden!
Wir haben Noa mit der Maßnahme sie zu sedieren, um ihr einen Gurt und Halsbänder sowie eine Halskrause umzulegen, also nicht weiter ermöglicht als an sie heran zu kommen um sie langsam daran zu gewöhnen das wir ihr damit nur das Vertrauen zu uns Menschen geben möchten.
Wichtig hierbei ist das man das Tier langsam an Situationen heranführt, allerdings nicht beginnt es vor allem Möglichen zu schützen.
Es war mir zum Beispiel nicht möglich die Situation zu vermeiden das Noa nach ein paar Tagen Treppenhaustraining durch einen Schreck aus der Haustür hüpfte.
Sie war gesichert allerdings wäre es verhängnisvoll gewesen nun ebenfalls (wie das Tier) in Panik zu verfallen, denn das würde ihr sagen "Okay das Alphatier hat Angst also kann es hier nur mehr als gefährlich sein!".
Was habe ich also getan?
Ganz einfach, ich habe so getan als sei es beabsichtigt gewesen und habe mich spontan dazu entschieden einfach mit raus zu treten.
Natürlich ist es hierbei absolut wichtig die Situation einzuschätzen.
Mit einem Hund welcher nicht gesichert (am besten doppelt oder dreifach) ist, sollte man niemals raus gehen. Unter keinem Umstand kommt er sofort und auf der Stelle mit den neuen und ungewohnten Eindrücken (Gerüche, Geräusche, Lichter) zurecht!
Noa hat sich daraufhin sehr gelassen (dem Umstand nach, da sie ja Scheuklappen aufhatte) verhalten. Sie hat ein wenig den Bordstein begutachtet und an den Pflanzen gerochen.
Dann entschied ich die Situation mit einem "Komm" und dem Gehen ins Haus wieder zu beenden.
Seither fiel mir auf wie sie langsam begann die Leine mit dem Rausgehen zu verknüpfen.

Immer und immer wieder....

Wäre ich selbst nicht in der Lage gewesen das ich Therapie machen musste um meine Ängste zu überwinden wäre mir nicht von Vornherein klar gewesen das sich eine Angst nicht legt wenn man einmal eine Konfrontationsprüfung absolviert.
Der Gedanke "Oh sie er macht das heute gut!" ist schön aber im Hinterkopf sollte man sich immer wieder vor Augen rufen das das Tier nachts träumt, in Situationen wie dem Müll raus bringen denkt und Gedanken verknüpft und somit alles, wie wir Menschen auch, über einen längeren Zeitraum verarbeitet.
Im Klartext soll das also heißen das gerade diese eine, für den Hund vielleicht viel härtere Prüfung als man denkt, auch genau das Gegenteil bringen kann.
Der Angsthund kann sich bei 3 gleichen Konfrontionen von denen 2 negativ waren und nur eine gut schlichtweg eher an die schlechten erinnern weil sie in seinem Gedächtnis "eingebrannt" sind.
Folglich sollte man die negativen Erinnerungen mit guten überspielen.
Wenn man nun also an der Ampel steht sollte man die Situationen ausharen, allerdings keinen panischen Anfall riskieren und wenn man das Gefühl hat das das Tier panisch wird für Sicherheit (Rückzug) sorgen.
Und dann macht man das Ganze am nächsten Tag, beim selben Spaziergang, noch einmal!
Je nachdem wie lange ein Tier seinen Ängsten ausgesetzt war, umso länger muss man dies mit positiven Erlebnissen überspielen.

Spielen, lachen, lass uns Spaß haben!

Lebewesen lernen nicht selten vom Absehen.
Ich habe festgestellt das sich Noa vor Allem das Spaßhaben abgesehen hat.
Zuerst empfand sie es als extrem bedrohlich wenn ich mit Kowalski gespielt habe und auch nach meinem Freund wollte sie zunächt schnappen als er das Selbe tat.
Aber sie hat es nicht gelassen die Situation zu beobachten, war sehr neigierig und beginnt mittlerweile das Verhalten zu imitieren.
So rollt sie sich jetzt auf dem Rücken hin und her und bellt (wie Kowalski) wenn sie einen zum Spielen auffordern möchte.
Auch dieses Verhalten überspielt alte Erinnerungen.
Ich kann mir das in etwa so vorstellen:
Damals musste sie sich im Rudel behaupten, verbindet Bellen und Knurren von anderen Hunden deswegen als bedrohlich aber mit der Zeit hat sie sich angepasst weil sie durch das ständige Wiederholen begriffen hat das die Situation nicht bedrohlich ist.
Außerdem ist sie mittlerweile fest im "Rudel" intigriert.

Besondere Momente:


  • wenn sie sich ohne Probleme ein Halsband umlegen lässt
  • Als sie das erste Mal zum Kuscheln (am Ohr kraulen) von selbst kam
  • Immer wenn sie über ihren Schatten gesprungen ist und sich darüber freuen konnte
  • Das sie sich mittlerweile Anleinen lässt
  • Als sie das erste mal mit Kowalski oder/und mir gespielt hat
  • Als sie gegenüber fremden Hunden aufgetaut ist
  • Das sie jetzt durch die Wohnung läuft ohne nach "Erlaubnis" zu fragen
  • Als sie das erste Mal mit einem Spielzeug (draußen) gespielt hat
  • Und besonders immer dann wenn wir einen Rückschlag/stressige Situation überwunden haben

Freude bestätigen


Was mir sehr schnell klar geworden ist, ist das es absolut wichtig ist jeden positiven Moment ein wenig zu "übertreiben" damit der Hund aus sich raus kommt, wenn es darum geht sich zu freuen!
Natürlich haben wir von Anfang an begonnen mit einem klaren "Nein" festzulegen wenn sie etwas nicht machen soll, was mir jetzt nur zum Vorteil wird.
Allerdings haben wir keine Strafen eingesetzt und sie immer nur bestätigt wenn sie etwas "gut" gemacht hat.
Mittlerweile wedelt sie in der Wohnung eigentlich durchgehend mit dem Schwanz. Selbst stressige Situationen, wie Halsbandtraining, werden schnell wieder mit etwas freudigem überwunden und sie verfällt nicht mehr in extreme Fluchtreize, versucht sich nicht mehr zu verstecken.

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