Erste Woche im neuen Job

Am 1. September habe ich meinen neuen Job angefangen. Ich war nur ganz wenig aufgeregt, wie die Arbeit wird, weil ich überzeugt bin, dass ich da gut hinpasse. Alles Andere war ja bestens geregelt.

Obwohl die Tagesmutter ihren Urlaub spontan noch drei Tage verlängert hat, hat die (Wieder-) Eingewöhnung super geklappt. Ich habe der Kleinen regelmäßig Fotos gezeigt von der Tagesmutter, dem Hund, den anderen Kindern und von ihr, wie sie dort gespielt hat. Dadurch verblasste ihre Erinnerung an die schönen Stunden, die sie dort hatte, nicht. Die Große hatte vor der Kita-Schließzeit ihre Schnuppertage gut gemeistert und war traurig, als ich sie wieder abholte. Daher machte ich mir in der Hinsicht gar keine Sorgen. Den ersten Kindergartentag haben wir entsprechend spannend gestaltet und sie hat sich sehr darauf gefreut.

Ich machte mir nur leichte Gedanken, ob wir rechtzeitig fertig werden, weil die Kinder morgens gerne etwas länger schliefen. Dadurch, dass die Große ihren ersten Kindergartentag schon 2 Tage vor meinem Job-Start hatte, pendelte es sich gut ein. Ich bin zwar um 5 Uhr aufgestanden an dem Tag (sicher ist sicher), aber das war nicht nötig und wir konnten alles in Ruhe angehen. Die Kleine fuhr mit dem Papa zusammen los und er brachte sie zur Tagesmutter. Die Große und ich hatten dann noch eine halbe Stunde, bevor wir los mussten. Ich brachte sie zum Kindergarten und sie lief sofort los, sodass ich etwas zu früh da war. Meine Kollegin war noch nicht da, aber mein Chef öffnete mir die Tür. Als dann auch meine Kollegin kam, wurde ich erstmal mit Blumen und einem Geschenk von ihr persönlich begrüßt.

Erste Woche im neuen Job Erste Woche im neuen Job

Sie sagte "Der Engel ist immer wichtig" und für den Büro-Schlüssel ist ein Schlüsselanhänger immer gut. Der Blick auf die Kirche aus dem Bürofenster gefällt mir sehr.

Erste Woche im neuen Job Egal was ist, miteinander reden ist sehr wichtig, sagte sie mir. Bevor man etwas für sich behält, was einen stört und sich dadurch schlechte Stimmung verbreitet, sollte man das immer ansprechen. Das finde ich gut und ich sehe das genauso. Dadurch wurde mein Gefühl bestärkt, dass dieser Job mit diesem Chef und diesen Kolleginnen genau richtig ist.

Da die Aufgaben wiederkehrend sind, einigten wir uns darauf, dass ich einfach im Tagesgeschäft lerne - also die Aufgaben, die donnerstags, freitags, montags, dienstags anfallen, werden mir genau an diesem Tag erklärt, so wie sie anfallen. Und wenn zwischendurch etwas Zeit ist, lerne ich die Routine-Aufgaben. So funktionierte es ganz gut und ich habe vieles gelernt. Am Freitag in der zweiten Woche war dann mein erster Tag ganz allein und ich muss zugeben, dass es schon ganz gut geklappt hat. Ich fühlte mich gut vorbereitet und relativ sicher in dem, was ich tat. Ich wusste immer, wen ich fragen kann, auch wenn das, was ich erledigt habe, vielleicht etwas länger gedauert hat als bei einer erfahrenen Kollegin. Am Ende des Tages habe ich mich rückversichert, ob ich in einer Angelegenheit wirklich richtige Auskunft gegeben habe. "Genau richtig", wurde mir bestätigt. Puh - da war ich erleichtert. Nachmittags nach Feierabend gingen wir dann noch spazieren und mir fiel auf, dass ein Plakat im Schaukasten (den ich vorher gefüllt hatte), schief hing. Den Schlüssel vom Büro hatte ich natürlich nicht mit, aber auf dem Rückweg traf ich einige Kollegen und meinen Chef, die mir das Büro aufschlossen. Sie schmunzelten, als ich sagte, dass ich das Plakat gerne gerade hinhängen möchte, aber wenn ich es richtig interpretiert habe, kam es gut an.

Die erste Woche gab mir die Erkenntnis, dass die Entscheidung für den Job richtig war, dass es genauso ist wie ich es mir vorgestellt habe und dass der Tagesablauf dann pünktlich klappt, wenn es sein muss. Wichtig für uns ist, dass wir genug Zeit einplanen und auch unter 'Zeitdruck' ausreichend auf die Kinder eingehen, damit sie kooperieren. Die Große weint inzwischen morgens, wenn wir zum Kindergarten gehen ein bisschen, weil "sie lieber bei Mama bleiben möchte". Das verstehe ich und ich stelle ihr in Aussicht, dass ich sie mittags abhole und erzähle ihr, was heute im Kindergarten ansteht: zum Beispiel Turnen, Waldspaziergang oder dass sie ihrem Kuscheltier zeigt, was es dort alles für Spielzeug gibt". Sie winkt mir beim Abschied weinend am Fenster, aber wenn ich anrufe, hat sie meist schon aufgehört.

Von der Tagesmutter hat sie ein Foto-Buch der letzten drei Jahre bekommen, was alle Kinder von ihr normalerweise zum Abschied bekommen. Die Große bleibt weiterhin bei ihr, wenn ich über Mittag arbeite. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, dieses Foto-Buch für sie zu erstellen und wir haben gemeinsam die drei Jahre Revue passieren lassen (und ich habe das eine oder andere Tränchen verdrück: wann ist sie so groß geworden?). Und ein Glücks-Schweinchen hat sie bekommen, als hätte die Tagesmutter geahnt, dass sie genau so etwas braucht. Dieses Schweinchen namens Rosalie begleitet sie nun tagtäglich in den Kindergarten und tröstet sie, wenn sie die Mama vermisst.

Erste Woche im neuen Job

Ich finde es gut und wichtig, dass sie ihre Gefühle zeigt, denn das Weinen zeigt, dass sie lieber bei mir sein möchte (was ich völlig verständlich finde). Sie arrangiert sich mit der Situation und ist dort in guten Händen. Sie sagte mir nach ein paar Tagen, dass sie nicht auf den Arm der Erzieherin möchte, sondern selbst zum Fenster laufen, um mir zu winken. Ich finde es toll, dass sie das so selbstbewusst sagt. Und inzwischen spielt sie zu Hause auch immer öfter die Kindergarten-Situationen nach, sodass ich einen guten Einblick erhalte, wie dort der Ablauf ist. Das Wichtigste ist, meinem Kind und den Erzieherinnen zu vertrauen und zu wissen, dass sie dort gut aufgehoben ist. Die Kinder sind so feinfühlig, dass sie auch nur den geringsten Zweifel spüren und entsprechend zum Ausdruck bringen, z. B. mit Klammern.

Die Woche hat mir gezeigt, dass es gut und wertvoll ist, den Kindern und uns als Familie etwas zuzutrauen, ihnen Halt zu geben und gleichzeitig loszulassen. All das gibt ihnen Sicherheit und Struktur, was wichtig ist, um später selbstbewusst und eigenständig in dieser teils harten Welt zu bestehen.

Wie seht Ihr das und wie war Euer Start in den Job? Oder steht es Euch noch bevor? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Erfahrungen. Eure Renate

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