Erste Male: Betreuung der Kleinen und Trotz der Großen

Gestern war es soweit und die Kleine war zum ersten Mal allein (zusammen mit der großen Schwester) bei unserer Tagesmutter. Sie hat sie vorher schon einige Male gesehen, als wir uns gegenseitig besuchten. Ich hatte ein Gespräch im Büro, wo ich sie auch hätte mitnehmen können - hat beim letzten Mal super geklappt. Allerdings dachte ich, dass es sicherlich für sie - und auch für mich - schöner ist, wenn sie mit anderen Kindern zusammen sein kann statt im langweiligen Gespräch bei Mama dabei zu sein, weil eben der Platz und somit die Bewegungsfreiheit und natürlich die Lautstärke, in der sie Töne von sich geben kann, begrenzt ist.

Es war also der Sprung ins kalte Wasser, weil wir es vorher noch nicht geübt hatten und ich bekam kurz vorher doch noch irgendwie gemischte Gefühle und überlegte, ob es ein Fehler ist. Ich telefonierte mit der Tagesmutter, mit der ich hundertprozentig auf einer Wellenlänge bin. Sie konnte mich beruhigen, indem sie mir das Gefühl gab und auch sagte, dass sie das schon hinbekommt und dass ja neben ihr auch noch die große Schwester als bekanntes Gesicht da ist und dass sie irgendwie schon satt werden wird. Also blieb alles dabei wie geplant und ich brachte beide Kinder morgens um 7:30 Uhr zur Tagesmutter. Der Abschied klappte problemlos. Die Große rannte schon von der Treppe aus in die Arme der Tagesmutter und die Kleine lächelte auch direkt. Ich sagte also kurz und schmerzlos „tschüss" und machte mich auf den Weg. Klar ratterten die Gedanken: wird alles klappen? War es richtig, sie schon so früh betreuen zu lassen, obwohl ich nicht arbeiten muss - ist ja nur ein Gespräch, zu dem ich sie hätte auch mitnehmen können. Andersrum: wie hätte es für die Große ausgesehen, wenn sie bei der Tagesmutter bleiben muss bzw. darf (sie hat sich schon sehr drauf gefreut) und die Kleine wieder mit Mama fahren muss bzw. darf? Ach, wird schon alles ok sein und es klappt, sie isst ja schon gut (Banane, knabbert an Brot und Maisgrieß-Kringeln). Ich habe auch Milch ausgestrichen - 4 Portionen je 60 ml. Aus der Flasche trinken haben wir zwar nicht geübt, aber wenn sie Milch möchte, wird das bestimmt klappen. Und ansonsten trinkt sie die Milch eben aus dem Becher, woraus sie zu Hause Wasser trinkt. Was soll also schief gehen?

Bevor ich mich auf die Autobahn begab, holte ich mir meinen Lieblings-Latte Macchiato, auch um noch etwas länger in der Stadt zu sein, falls ich doch noch zurück muss und die Kleine mitnehmen (was natürlich total unwahrscheinlich war). Mit nem Latte Macchiato begann die Fahrt aber schon ganz gut und trug auch zu meiner Laune bei. Das war MeTime, die ich echt nicht oft habe und brauche, weil ich die Zeit mit den Kindern genieße. Aber wenn ich schon allein bin, dann genieße ich zumindest das Getränk - so lecker!

Wie ich es von ihr kannte, bekam ich schon wenige Minuten später von der Tagesmutter Fotos per whatsapp. Beruhigend zu sehen, wie sie spielen. Ich werde nicht vermisst. Also konnte ich mich beruhigt auf die Autobahn begeben.

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Als ich dann aus dem Termin kam und als Erstes auf's Handy schaute, sah ich folgendes.

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Ab ins Auto und los. Irgendwie machte ich mir Sorgen: Warum isst sie zu Hause und dort nicht? Die Große aß dort viel besser als zu Hause wegen den anderen Kindern. Sie vermisste mich wohl doch. Dass sie bei ihr einschlief, beruhigt mich allerdings, denn Kinder schlafen ja meistens nur, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Dort angekommen, sah ich sie auf dem Arm der Tagesmutter, sie lächelte und quengelte gleichzeitig, freute sich, mich zu sehen. Die Tagesmutter war auch froh, dass ich da war und sagte, dass jetzt erstmal Windelwechsel bei allen ansteht. Das hatte sie die ganze Zeit vorsichtshalber nicht gemacht, damit die Kleine bloß nicht weint, wenn sie sie ablegt oder sich um ein anderes Kind kümmert. Die Große dagegen interessierte es nicht wirklich, dass ich wieder da war. Denn ihr bester Freund, den sie von Anfang an von der Tagesmutter kennt, war auch da. Sie spielten und spielten und spielten. Als ich ihr sagte, dass sie jetzt bitte ihren Rucksack nimmt und die Schuhe anzieht, weil wir nach Hause fahren, weinte sie bitterlich. Sie möchte hier bleiben und hier essen und Mittagsschlaf machen mit ihrem Freund zusammen. Die Tagesmutter erzählte mir immer, dass die beiden schmusen und sich küssen und umarmen und wie ein Herz und eine Seele sind, aber ich hatte es noch nie selbst gesehen. Für die Tagesmutter war es ok, dass sie noch dort blieb zum Mittagessen und Mittagsschlaf. „Dann können sie noch etwas spielen", sagte sie. So oft sehen sich die Beiden nicht mehr, weil er seit August in den Kindergarten geht. Er ist 7 Monate älter als sie. Dann schaute mich die Große an und fragte: „Darf ich, Mama?". Was sollte ich da sagen? „Klar, wenn Du möchtest."

Die Freude war ihnen anzusehen und sie umarmten sich und machten Freudensprünge. So süß.

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Nachmittags verabredeten wir dann, dass ich die Große im Dorf abholte, wo die Tagesmutter sowieso einen Termin hat. Ich nahm also nur die Kleine mit und entschied spontan um. Eigentlich hätten wir ja zu dritt gegessen, nun war ich allein zum Mittagessen. Ich wärmte den Brei der Kleinen auf, sie wollte aber lieber gestillt werden.

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Das Wetter war toll, die Kleine gestillt und müde, also gingen wir eine Runde spazieren und ich entschied mich spontan, Passfotos machen zu lassen. Es wäre ja auch mal (dank der neuen Haarfarbe) an der Zeit, meine Fotos in den Sozialen Netzwerken wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Der Fotograph hat einen guten Job gemacht - ich finde, er hat mich ganz gut getroffen. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, ist, dass man immernoch die Passbilder ausgedruckt nehmen muss und der Datenträger mit dem Digitalbild extra kostet. Die Papier-Bilder kann ich maximal einrahmen oder wegschmeißen. Mir hätte eine Cd mit dem Digitalbild gereicht, das ging aber nicht. Ich musste 4 Bilder nehmen, hab also die kleinste Ausführung genommen. Brauchen werde ich sie nicht, aber man weiß ja nie. Bis zum Wegwerfen werden sie nun vermutlich im Schrank verstauben.

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Unterwegs nahm ich mir dann (zur Feier des Tages) mein Mittagessen mit nach Hause, Lahmacun und Reis. Lecker!

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Ruck zuck war die Zeit vorbei und ich machte mich mit der Kleinen im Kinderwagen auf den Weg zum verabredeten Treffpunkt, die Große wieder zu uns zu holen. Ich freute mich sehr auf sie - sie war 8 Stunden weg von mir und ich dachte, dass sie sich wohl auch freut, wieder bei mir zu sein. Leider war das Gegenteil der Fall. Sie kam zwar auf meinem Arm, weinte aber „Ich will bei der Tagesmutter bleiben, ich will nicht zu Mama". Nützte ja nichts, die Tagesmutter hatte einen Termin, winkte uns und wir gingen. Den ganzen Weg nach Hause weinte und schrie sie, sie wollte nicht laufen, sondern auf meinem Arm bleiben und weinte. Wenn ich sie auf den Boden stellte und sie bat, jetzt zu laufen, weil ich auch noch den Kinderwagen schieben möchte und mir das zu schwer ist, warf sie sich auf den Boden und kreischte. Ich blieb trotzdem ruhig, nahm sie wieder auf den Arm und schaffte es irgendwie, sie nach Hause zu tragen und gleichzeitig den Kinderwagen nach Hause zu schieben. Gut, dass die Kleine ruhig war und nicht auch noch schrie. Puh. . . Im Hausflur stellte ich sie dann hin und sagte, dass sie jetzt auf den Knopf drücken darf, um den Aufzug zu holen:

Erste Male: Betreuung der Kleinen und Trotz der Großen Wie üblich sind alle Bilder mein Eigentum und dürfen nur mit meiner Zustimmung gespeichert und genutzt werden: "© Mamis Blog"

Sie wollte aber nicht und ich hörte wieder ein lautes „NEEEEEEIIIN" und sie strampelte mit ganzer Kraft. Also wieder auf den Arm und mir einfach weiter das Weinen anhören. Ich versuchte, sie abzulenken mit Spiegel, Spielzeug, Handy, usw. Egal - es half einfach gar nix. Hunger hatte sie nicht, Mittagsschlaf hatte sie ja gemacht. Sie sagte immer wieder, dass sie zur Tagesmutter möchte. Als dann die Wohnungstür aufging und der Papa nach Hause kam, war das Weinen und Schreien vergessen. Gott sei Dank! Ich war noch nie so froh, als er nach Hause kam - das war echt eine Ausnahmesituation gestern, die ich so noch nicht kannte.

Nach dem Abendessen gab´s dann das gewohnte Abendritual und sie schlief ziemlich schnell ein, wachte aber regelmäßig zwischendrin zumindest halb auf und strampelte und trat um sich. Ich habe bis heute keine Ahnung, was sie hatte und woran es lag: Vollmond, Überreizung, zu lange weg von Mama, zu wenig Aufmerksamkeit der Tagesmutter, weil ja die Kleine und noch ein anderes Kind da waren, . . . ich weiß es nicht. Als sie heute Morgen aufwachte, war sie glücklicherweise wieder ganz die Alte und von dem gestrigen Geschrei war nichts mehr zu merken. Glücklicherweise! Es hat mich genervt und mir eine ganz neue Seite der Großen gezeigt. Sicherlich kann ich es positiv verstehen, denn es ist bestimmt eine Entwicklungsphase, die sie wachsen lässt auf dem Weg zu einer selbstbewussten kleinen zickigen Dame. Die Tagesmutter sagte mir, dass es ganz normal ist und dass es bei allen Kindern diese Phasen gibt: erst weinen sie beim Bringen, dann weinen sie beim Abholen. Das ist ihre Erfahrung und ich glaube ihr das und hoffe, dass die Phase schnell vorbei geht. Obwohl es anstrengend war, freue ich mich sehr, dass sie sich so wohl fühlt bei der Tagesmutter und auch so klar sagt, was sie möchte und wo sie sein möchte. In diesem Fall ging es nicht und sie musste mit zu mir. Das nächste Mal kommt bestimmt. Und wenn ich nächstes Jahr wieder arbeiten gehe, wird sie wieder regelmäßig bei ihr sein nach dem Kindergarten. Bis dahin genießt sie hoffentlich auch ab und zu die Zeit mit mir und wünscht sich nicht nur weg von mir.

Wie sind denn bei Euch so die Trotzphasen? Und wie geht Ihr damit um? Haben Euch Eure Kinder auch schon mal gesagt, dass sie nicht bei Euch sein möchten? Und wie war es für Euch, als Euer Baby zum ersten Mal betreut wurde? Hattet Ihr auch solche gemischten Gefühle wie ich? Auf Eure Kommentare mit Euren Erfahrungen freue ich mich. Eure Mami Renate

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