Erkunden der Tempel im Archaeologischen Park Angkor

Erkunden der Tempel im Archaeologischen Park Angkor Beim Kaufen des Tickets fuer Angkor muss man sich entscheiden zwischen einem Ticket fuer einen Tag, 3 Tage oder eine Woche. Wir kauften ein 3-Tages-Ticket und nutzten es auf drei aufeinanderfolgenden Tagen. Das bedeutet Tempel im Ueberfluss in allen Groessen, Formen und in verschieden Zerfallsstadien. Angefangen haben wir natuerlich mit dem bekanntesten im Park, Angkor Wat. Und das schon recht frueh. Ziel war es den Sonnenaufgang zu beobachten und somit fuhren wir bereits 4.30 Uhr in der Frueh von unserem Hotel los, um die Sonne so gegen 5.30 Uhr aufgehen zu sehen. Es wurde hell, aber nicht in der spektuakulaeren Art und Weise, wie wir es uns erhofft hatten (durch die Wolken war die Sonne nicht wirklich zu entdecken) und so begannen wir etwas enttaeuscht unser Sightseeing.
In Angkor Wat verbrachten wir ingesamt ca. 6 Stunden (5 am ersten Tag, 1 am dritten Tag), um es in verschiedenen Lichtverhaeltnissen zu fotografieren. Viele Besucher mieten sich Tourguides, die beim Rundgang Informationen und Wissenswertes zur Geschichte, den Baustilen, der Bedeutung der Schnitzereien usw erzaehlen. Da wir hauptsaechlich fuer die Fotos hier waren und einen Guide in Buchform kauften, sparten wir uns das Geld. Wirklich schneller waren wir durch das Fehlen des Guides auch nicht, aber das war unsere Schuld. Wir hatten unseren eigenen tuk tuk Fahrer vom Hotel und nachdem er sich vom ersten Schreck (5 Stunden an Angkor Wat!) erholt hatte, gewoehnte er sich recht schnell daran, dass es bei uns eben etwas laenger dauerte.
Am ersten Tag absolvierten wir die kleine Runde (siehe Karte, in rot eingezeichnet) und wir schafften dies in 11 Stunden (der arme Fahrer!). An Tag zwei fuhren wir die grosse Runde (eingezeichnet in gruen) und am dritten Tag fuhren wir erst runter zur Rolous Gruppe (unten rechts, im Kartenausschnitt nicht enthalten), dann nochmal zu Angkor Wat und zu Pre Rup, da wir diesen am Vortag von der grossen Runde nicht mehr geschafft hatten.
Als ich vor Angkor Wat stand, verschlug es mir erstmal die Sprache. Vorallem weil wir im Dunkeln ankamen und nur ganz unklar Umrisse erkennen konnten. Mit dem Tageslicht erschienen mehr und mehr Details und das lies die Groesse dieses Bauwerkes erahnen (da es sich um eine rechteckige Tempelanlage handelt, hat man beim Davorstehen von dessen Groesse keine Ahnung, man sieht ja nur eine Seite). Beim Ablaufen der untersten Ebene bekommt man langsam ein Gefuehl dafuer, wie gross der Tempel ist. Hier entdeckt man tausende von Schnitzereien, die groesstenteils geschichtliche Ereignisse darstellen. Hier waere ein Guide vorteilhaft gewesen, aber nur dann, wenn man sich wirklich dafuer interessiert. Nachlesen werde ich das spaeter mal in aller Ruhe.
Ich habe meine Favouriten unter den gesehenen Tempeln (uebrigens, im vorherigen Geschichtsbeitrag habe ich all die gesehenen Tempel kursiv geschrieben, dennoch ist die Auflistung nicht vollzaehlig), auch wenn sich die meisten in der Bauweise (z. B. Tempelberg) aehneln. Aber jeder Tempel hat seine ganz besonderen Merkmale und die sind es auch, die einem in Erinnerung bleiben. Bei Angkor Wat ist es ganz eindeutig dessen Groesse, bei Bayon die grossen Gesichter in den Tuermen, bei Ta Phrom (und einigen anderen Tempeln auch) die Wurzeln der Baeume, die mit den Tempeln verwachsen zu sein scheinen. Und was mir bei allen Tempeln aufgefallen ist, sind die riesigen und sehr steilen Stufen, die man erklimmen musste, um von einer zur anderen Ebene zu gelangen. Waren die Menschen damals soviel groesser als heute oder ist dies bei der Restauration der Tempel passiert? Fakt ist, dass ich mich mit meinen kurzen Beinen manchmal wie eine Ameise fuehlte, die einen Elefanten zu besteigen versucht. Ausserdem haben die Stufen eine sehr geringe Tiefe, sodass man sie nur seitwaerts betreten kann.
Mit dem Besuch von Angkor Wat und all den anderen Tempeln ist ein Traum in Erfuellung gegangen. Um die Tempel auch weiterhin zu erhalten, benoetigen einige von ihnen umfassende Renovierungsmassnahmen. Bisher sind diese leider zu kurz gekommen, denn nach dem Zerfall des Khmer Reiches und nach dem wirtschaftlichen Abschwung aufgrund politischer Krisen (siehe Pol Pot und seine Roten Khmer) war dafuer einfach kein Geld da. Viele auslaendische Organisationen und Institutionen haben sich der Restauration gewidmet und bereits viel Gutes geleistet. Allerdings muss dies auch in der Zukunft geschehen, um Angkor fuer nachfolgende Generationen zu erhalten. Nicht nur fuer uns Touristen, sondern auch fuer das Volk in Kambodscha selbst, schliesslich handelt es sich hier um ihr Nationalsymbol, ihr ganzer Stolz und eine achitektonische Errungenschaft, die seinesgleichen sucht.
Wer Angkor Wat besuchen kommt, muss sich eines im Klaren sein: man kann dies nicht in aller Ruhe und Abgeschiedenheit tun und wird unaufhoerlich belaestigt. Und zwar vom armen Teil der Bevoelkerung, der vom wirtschaftlichen Aufschwung, den der Tourismus bringt, nicht viel abbgekommen haben. Wo auch immer die tuk tuk haelt, man wird umschwaermt von Strassenverkaeufern (oftmals Kindern), die Postkarten, Kleidung und andere Souvenirs verkaufen wollen oder einen zum Essen/Trinken im familienbetriebenen Imbisstand bewegen wollen. Selbst in den Tempeln wird einem oft aufgelauert und Postkarten und Buecher unter die Nase gehalten (wieder meist von Kindern), wobei dies noch die sympatischsten Belaestigungen sind. Gleich waehrend unserer ersten Stunde in Angkor Wat mussten wir miterleben, wie Touristen abgezockt werden; jemand reicht Dir ein Raeucherstaebchen und bitted Dich fuer Buddha zu beten (for good luck!) und danach halten sie die Hand auf. Natuerlich wussten wir davon, aber das geht immer so schnell, man ist darauf einfach nicht vorbereitet. Gehoert haben wir von vielen anderen Betruegerein, aber diese sind uns zum Glueck nicht begegnet.
Wie ich bereits in einem frueheren Artikel geschrieben habe, ich verstehe dass es diesen Menschen nicht gut geht und sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen muessen. Aber habe ich nicht auch ein Anrecht darauf, meinen Lebenstraum zu geniessen und die Tempel in aller Ruhe anzuschauen? Dazu kommt, dass ich fuer 3 Tage 40 USD Eintritt gezahlt habe, waehrend all diese Leute richtigerweise als Khmer nichts zahlen muessen. Die Kinder tun mir dabei noch am meisten leid, denn sie werden von ihren Eltern eingesetzt, die Waren an die Touristen zu verkaufen, weil sie alle so suess und mitleidig ausschauen und aufgrund ihres guten Englisches (gelernt in der Schule und beim Umgang mit den Touristen) sich auch mit den Touristen ein wenig unterhalten koennen. Sie werden strategisch an jedem Tempeleingang und -ausgang plaziert, damit man auch wirklich ueberall in ihre flehenden Augen schauen muss.
Als Resultat hat man nach 3 Tagen die Nase voll vom Besichtigen der Tempel, obwohl das weniger an den Tempeln liegt sondern an den Leuten, von denen man staendig umrungen wird. Man hat nach einer gewissen Zeit einfach keine Energie mehr fuer das Abwenden der Verkaufsofferten. Leider geht das dann aber in Siem Reap weiter, wo man abends nach einem anstrengenden Tempel Tag ein leckeres Abendessen in der Stadt geniessen will und hier wieder tuk tuk Fahrer abwimmeln muss. Diese stehen vor den Restaurants und versuchen Dich schon als Kunden zu gewinnen, waehrend Du Dein Essen zu Dir nimmst. Ich hab schon oft gemeint, dass ich mir vorkomme wie im Zoo, weil jeder beim Essen zuschaut und nur darauf wartet, dass man bezahlt und das Restaurant verlaesst. Leider haben viele von ihnen keine andere Wahl. Jeder ist abhaengig vom Tourismus, da es im Land sonst keine andere wirklich grosse Industrie gibt, die Arbeitsplaetze schaffen und ein sicheres Einkommen gewaehren koennte. Und so stuerzt man sich auf die Touristen und hofft auf ein bisschen Geld von tuk tuk Fahrten, Massagen oder dem Verkaufen von Souveniren. Gluecklicherweise sind sie alle furchtbar nett dabei und deshalb kann man es ihnen auch gar nicht boese nehmen - gerade mit den tuk tuk Fahrern scherzt man manchmal sogar denn eigentlich sind es ganz liebe Menschen, die sich eben auch nur ihr taeglich Brot (oder in dem Falle wohl Reis) verdienen wollen. 

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