Erdölförderung und Fracking: Sorgen ums Grundwasser in der Region Kiel

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Öl- und Gasförderung: “Es darf gesucht werden”

Seit geraumer Zeit erhebt sich besonders im Norden der Republik Widerstand wegen geplanter Erdgas-Förderungen mit der gefährlichen und umstrittenen Fracking Methode. Nicht nur, dass in den zur Diskussion stehenden Gebieten eine hohe “Bohrturmdichte” wegen des Erdgas-Booms erwartet wird (alle 3000Meter ein Bohrturm?), um die Felder möglichst effizient auszunutzen – jetzt bangen die Bürger in der Region um Kiel um die Qualität ihres Grundwassers wegen geplanter Ölförderungen. Die Konzerne RWE Dea AG und die kanadische PRD Energy GmbH planen eine beinahe das gesamte Kieler Stadtgebiet durchziehende Förderung.
Die Ortsgruppe von Attac in Kiel berichtet:


“RWE Dea bestritten auf einer Veranstaltung in Surendorf, dass sie das umweltschädliche Fracking als Fördermethode einsetzen wollen. Aber es stellte sich heraus, dass sie es nur anders nennen, denn es gibt überall Protest gegen die neuartigen Fördermethoden. Die von ihnen geplante Ölförderung bedeutet neben einem Wasserverbrauch von Milliarden Liter auch den Einsatz von Chemikalien, Mikroorganismen und CO2 bei der Förderung und der sog. „Entölung“.” (1)


Die Gefahren bei der geplanten Förderung sind nach Aussagen der Kritiker dermaßen erheblich und offensichtlich, dass man mit einem breiten Bürgerprotest rechnen müsse, denn das Kieler Trinkwasser stammt aus dem gleichen Gebiet, in dem jetzt gebohrt, gefördert und mit gefährlichen Substanzen Öl produziert werden soll. So würde die “Qualität und Versorgungssicherheit” des Trinkwassers 100.000der Menschen, die in der Region Kiel leben gefährdet, neben allen sonstigen Umweltbeeinträchtigungen. Im Hinblick darauf sei die Erdölförderung aus ca. 2.000m Tiefe ein zu hohes Risiko. Das Trinkwasser läge in einer Tiefe von etwa 1.000 Metern und die Gefahren von Rißbildung und das Phänomen des “Flow-Backs” samt potenzieller Erdbeben-Auslösung würde nicht ernst genug genommen, klagen Bürgerinitiativen und der Sprecher der Aktionsgemeinschaft Hansjürgen Schulze.

“Die Stadt Kiel hat die bestehenden Gefahren für die Trinkwasserversorgung bisher noch gar nicht wahrgenommen. Eine Verschmutzung des ca. 6.000 Jahre alten Kieler Trinkwassers durch Förderung fossilen Öls wäre eine Katastrophe.”

Hinweis: Am 4.12.2013 findet eine Veranstaltung in Kiel zum Thema in der “Pumpe” statt, die sich mit einer “Postfossilien Zukunft” auseinandersetzt.  Referenten des “Bund” und der Aktionsgemeinschaft “Stoppt Fracking im Großraum Kiel” werden erwartet. (*Kontakt siehe Anhang)

Das Thema Fracking, bzw. Öl- und Gas-Förderung mit unkonventionellen Methoden, wird die Öffentlichkeit voraussichtlich in den Zeiten der “Großen Koalition” weiter beschäftigen. Die Parteien SPD und CDU planen mit ihren “transatlantischen Bündnissen” und “Freihandelszonen” weitgehende wirtschaftliche Kooperationen genau mit den Ländern und Firmen, die im Bereich des Abbaus fossilen Öls und Gases auf den Territiorien ihrer Länder (und weltweit) Umweltschädigungen in unglaublichem Ausmass anrichten und dabei genau jene riskanten Techniken verwenden. Der gesamte Staatshaushalt Kanadas basiert auf der gnadenlosen Zerstörung der Umwelt durch Ölgewinnung aus Teersand und die USA setzen seit Jahren trotz zahlreicher Umweltkatastrophen auf Fracking und Folgetechniken, mit anderer “Namensetikettierung”.
Demokratische Mitspracherechte für die Bürgerinnen und Bürger in den Gebieten, an denen Öl- und Gas- Förderungen geplant werden, sind bis heute nicht vorgesehen.
Wird es in Sachen Energiewende mit der großen Koalition ein “Rollback” zu alten Mustern geben? Viele befürchten es. Vor wenigen Tagen forderten 16.000 Menschen (30. November 2013) in Berlin von der künftigen Bundesregierung, Fracking, Kohle und Atom “aufs Abstellgleis” zu stellen.

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Quellen – weiterführende Links

Grafik Quelle/Daten: Umweltministerium SH
(1) Attac Gruppe Kiel – Aktuelles
*Kontakt: Bündnis Kielwasser,Uwe Stahl: Tel. 0431/32 80 37, E-Mail: info[at]buendnis-kielwasser.de

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An der Stelle möchten wir auf die zahlreichen Artikel über die umstrittene Fördermethode “Hydraulic Fracturing” oder kurz Fracking, hinweisen, die Sie dazu auf politropolis finden können:

Gier contra Erde: FRACKING – Gifteinsatz für Öl- und Gas-Profite
EU-Studie zu “Fracking”: riskant, gefährlich, mögliche Fördermengen zu klein
Fracking – wohnt halb Europa bald auf toxischen Chemikalien?
Verbotsanträge gescheitert – für Schwarz-Gelb überwiegen ökonomische Chancen
• Fracking Update: Auch in Deutschland alle 3km ein Bohrturm?
• Benzol-Lecks und Erdbeben – Jetzt bohrt RWE Dea über 5000m tief in Intschede
Prominente Unterstützung gegen Fracking: Matt Damon
•Korbacher Resolution der Bürgerinitiativen
• USA: Fracking Proteste – Geschädigte wenden sich mit einem Aufruf an Parlamentarier
• Polen: Bauern verhindern illegales Fracken

und:
Englands Konservativen laufen die Wähler davon:
“Ich wähle keinen mehr, der für Fracking ist”

..sowie der informative Artikel des Umweltinstitut München e.V.
“Fracking – Die Risiken der unkonventionellen Erdgas-Förderung”


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