[Environment] Saving Maja...oder: die Bienenretter

Von Strawberrymouse
In meinem heutigen Beitrag geht ausnahmsweise mal nicht um Kosmetik, sondern um die Umwelt. Ein Themenfeld, welches ich ohnehin stärker auf dem Blog einbinden möchte. Und indirekt geht es dann doch wieder um Hautpflege; thematisch schließt sich also der Kreis ;).
Ähnlich erging es mir als ich vor einigen Wochen eine eMail, wie einige andere Beautyblogger, von Christian Bourgeois erhielt, in der er die Crowdfunding-Aktion der Bienenretter vorstellte. Dazu aber am Ende mehr...


Wer sind die Bienenretter?


Initiator ist das Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V., kurz FINE. Hier ist der Name Programm: 2010 gegründet, haben sich Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Natur, Bildung und Management dem Ziel verschrieben nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dabei liegt der Schwerpunkt der neutralen, unabhängigen und gemeinnützigen Organisation auf dem Bildungswesen - sowohl dem schulischen als auch betrieblichen.

Gern wollte man die Themen "Nachhaltigkeit" und "nachhaltige Entwicklung in der Stadt besser "be-greifbar" machen. Zufällig stieß man in Vancouver auf das Thema Bienen und die Idee so quasi mehrere "Fliegen mit einer Klappe zu schlagen": Bienen retten, nachhaltige Ansiedlung in der Stadt und das unter Einbeziehung der Bevölkerung. Die Bienenretter waren geboren.


Warum sind Bienen wichtig? Die Geschichte von den Bienen & den Blümchen...


die nicht nur im übertragenden, sondern auch im wörtlichen Sinne viel mit der Entstehung des Lebens zu tun hat.

Die Biene ist für unser Ökosystem von größter Bedeutung. Schon seit Millionen von Jahren bestimmen sie und ihre Vorfahren die Evolution mit, denn Blütenpflanzen und Bienen haben sich in Abhängigkeit voneinander entwickelt. So wie die Biene den Nektar der Pflanze benötigt, benötigt die Pflanze gleichzeitig einen Bestäuber, der ihre Pollen zur Vermehrung verbreitet. 

Pollenanalysen des Honigs zeigen, dass die Biene zurecht als fleißig gilt: 80% aller insektenblütigen Pflanzen werden von Bienen bestäubt. Die Biene gilt also zurecht als fleißig. Der wirtschaftliche Wert dieser Leistung wird in Europa auf 65 Milliarden Euro geschätzt; weltweit sind es 100-200 Milliarden. Oder in anderen Wort: rund 1/3 der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab (Quelle).
Zudem war die Biene auch immer Teil unserer Kulturgeschichte. In Mythologien und Religionen war sie oft ein zentrales göttliches Symbol; die Vermittlerin zwischen Himmel und Erde.

Allerdings lässt sich ein Rückgang von Bienen und anderen Bestäubern verzeichnen. Damit einhergehend haben sich auch viele Wildpflanzenarten drastisch reduziert, welche als Nahrungsquelle auch den Fortbestand vieler Tierarten sichern.

Ein Aussterben der Bienen hätte also folgenschwere Auswirkungen auf unser Ökosystem. Schätzungsweise sind 20.000 Blütenarten in Gefahr in den nächsten Jahrzehnten zu verschwinden. Blütenarten, die der Biene als Nahrung dienen.

Daneben droht eine weitere Gefahr: Colony Collapse Disorder (CDD) bzw. Völkerkollaps. Anfang der 2000er Jahre wurden in Nordamerika und Europa ein massives Bienensterben beobachtet, welches bis heute noch nicht vollständig geklärt ist.

Aber auch andere Bienenkrankheiten, Pestizide, Monokultur,...bedrohen die Bienen.

Das Projekt...


wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission als offizielles der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und als UN-Projekt "Biologische Vielfalt ausgezeichnet".

Neben der Ansiedlung von Bienenvölkern in der Stadt, ist in Frankfurt/M. die kleine Stadtimkerei verortet, die nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten agiert. Nicht nur der Honig ist bio-zertifiziert, sondern der gesamte Produktionsprozess. 


Neben regionaler Wirtschaft, werden Betriebe in strukturschwachen Gebieten gefördert. Dasas verwendete Kiefernholz stammt aus Thüringer Forstwirtschaft. Das Innenleben der Behausungen wurde größtenteils in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gefertigt. Es wird auf kurze Transportwege geachtet und der Honig manuell geschleudert - ganz ohne CO2. Dieser wird in Mehrweggläser aus 90% Recycel-Glas abgefüllt. 
Die Einnahmen aus dem Verkauf von Honig und Gelee fließen in die Bildungsarbeit und dienen gleichzeitig als Multiplikator der Projektidee!

Zudem werden Workshops für KiTAs und Schulen angeboten, aber auch Führungen durch den eigenen Bienenretter-Garten für Erwachsene und Familien, um so die Bildungsarbeit zu realisieren.

Saving Maja...


www.bienenretter.de


Bildung kann und soll Spaß machen! Und das ist, was ich an dem Projekt so mag. Natürlich will man der Biene helfen, aber man ist sich durchaus dessen bewusst, dass man mit dem Projekt weder die Honig- noch die Wildbiene allein wird retten können. Stattdessen möchte man das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Bezug auf das eigene Handeln wecken.

Auf der Homepage der Bienenretter findet man bereits einige wertvolle Tipps wie man der Biene helfen kann:

neben dem Säen von bienenfreundlichen Pflanzen und dem Verzicht auf Pestiziden, sollte man gerade Honiggläser sehr gut ausspülen, da durch diese Krankheiten eingeschleppt werden. Die Honigreste locken im Herbst die Bienen an, welche die Erreger dann ins eigene Volk bringen.

Zudem kann man das Projekt unterstützen, indem man den 'hauseigenen' Bienen kauft oder, wie so oft bei gemeinnützigen Organisationen, spendet oder Bienenpate wird: jeder Pate erhält für einen (Grund-)betrag von 36,50€ eine Urkunde, einen persönlichen Patenhonig und bis zum 31.10.15 zusätzlich einen Lippenpflegestift.


Bienenretter-Shop


Naturkosmetik & Crowdfunding


Das neueste Projekt: auf Startnext kann man die Bienenretter-Naturkosmetik unterstützen. Unter dem Motto "wirkungsvoll, fair und nachhaltig" will man hier bienenfreundliche NK aus heimischen Bienenprodukten in Kombination mit bio-freundlichen Ölen herstellen und vertreiben. Der gesamte Erlös aus den Verkäufen soll wiederum in das Projekt fließen, um die Situation der Biene zu verbessern und Menschen eine nachhaltige Lebensweise näher zu bringen. 
Benötigt werden 10.000€ um eine eigene Manufaktur für die Herstellung der Kosmetika aufbauen zu können, Zertifizierungen, den Ausbau des fairen Rohstoffeinkaufs, aber auch sonstige Gründungskosten. Zusammengekommen sind bisher knapp 4000€; 8 Tage - also bis zum 28.10.15 - läuft das Crowdfunding-Projekt noch. 


Am Anfang sprach ich davon, dass sich beim Lesen der eMail der Kreis schloss: dem ist tatsächlich so. Tatsächlich habe ich eine zeitlang in Frankfurt/M gelebt und in Sachsenhausen sogar gearbeitet. Während meiner noch aktiven Nachhilfe-Zeiten, habe ich mich mit meinem Oberstufen-Schülern immer auch einen Text über CDD behandelt. Von daher waren mir die Probleme nicht unbekannt. Darüberhinaus komme ich originär aus dem Non-Profit-Bereich und arbeite im Sozialwesen; hier zeigt sich immer wieder wie wichtig Bildung ist. Und da ich Naturkosmetik mag und auch die kleinen Schritte für wichtig halte, empfinde ich dieses Projekt als sehr passend. Übrigens gibt es sogar eine Salbe in der neutralen Variante - ganz ohne Duftstoffe ;). 

Ein gut durchdachtes Projekt, das ich für sehr unterstützenswert halte, auch wenn es derzeitig sicher viele andere 'spendenswerte' Bereiche gibt und der Zeitraum recht kurz ist.


Kennt Ihr die Bienenretter bereits? Was haltet Ihr von dem Projekt?