Entrümpeln: 5 Tipps für deinen inneren und äußeren Frühjahrsputz

Was hat Persönlichkeitsentwicklung mit ausmisten zu tun? Ausmisten ist seit Marie Kondo in aller Munde. In diesem Artikel kannst du nachlesen, warum Ausmisten gut für dein Gemüt ist, warum es so schwer ist, loszulassen und wie du mit Hilfe von 5 Tipps deine eigene Wohnung entrümpeln kannst.

Dieser Beitrag wurde inspiriert von „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert" von Marie Condo und „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten - Gerümpelfrei bleiben" von Karen Kingston.

Viele kennen das vielleicht. Es gibt diese Phasen, in denen man plötzlich, fast schon erschreckt feststellt, dass man unbedingt „mal wieder aufräumen" sollte. In der Wohnung befinden sich schon Staubmäuse, Dinge, die man „nur mal kurz verstaut" hat, weil man „sie ja mal wieder gebrauchen könnte", stauben hinter den Schränken ein.

Die Überraschungseier-Sammlung macht uns eigentlich nur noch mehr Arbeit als dass sie Spaß macht. Denn das Entstauben von gefühlten 100 kleinen Figuren macht unfassbar viel Arbeit. Der alte Plattenspieler, den man „ja auch mal wieder benutzen" wollte, ist immer noch nicht repariert und Dinge, um die man sich „mal irgendwann kümmern" wollte, liegen immer noch in der Ecke, die schon fast vorwurfsvoll fragen: „Wann kümmerst du dich denn endlich darum?" oder einem das Gefühl geben, dass man sein Leben vielleicht doch nicht so im Griff hat, wie man sich das eigentlich wünschen würde.

Ausmisten als Startschuss für eine Veränderung

Aber jetzt ist es auf einmal da: Dieses Gefühl, dass JETZT und SOFORT etwas verändert werden muss. Die Motivation, einen Frühjahrsputz zu machen bzw. auszumisten. Es kommt meist erst dann, wenn es schon richtig schlimm in der Wohnung aussieht.

Wenn sich entweder Dinge angehäuft haben, von denen man merkt, dass man sie schon ewig nicht mehr benutzt hat, Gegenstände einstauben, oder wenn man einfach keinen Platz mehr für Neues hat. Die Wohnung mit all ihrem „Krimskrams" scheint einen auf einmal nahezu zu erdrücken und es muss JETZT etwas getan werden. Aber wo anfangen?

Die Wohnung als Spiegel des Innenlebens

Gehen wir nochmal einen Schritt in das Innenleben von denjenigen, die sich entschließen, aufzuräumen oder gar zu entrümpeln. So urplötzlich dieses Gefühl endlich aufzuräumen auch erscheinen mag: Es baut sich über mehrere Tage, eher Wochen oder auch Jahre auf. Dieses Gefühl, endlich aufzuräumen, zu reinigen, kommt auch aus der mehr oder weniger bewussten Entscheidung heraus, etwas verändern zu wollen, neu und frisch in eine neue Phase zu starten.

Wer sich entscheidet, aufzuräumen, der verbindet damit automatisch auch ein Entrümpeln seines inneren Zustandes. Wenn wir aufräumen und ausmisten, dann beschäftigen wir uns mit unserer Vergangenheit, mit Emotionen, Gedanken, Erfahrungen, Glaubenssätzen, die wir mit den einzelnen Gegenständen verbinden.

Das, was wir im Laufe der Jahre angesammelt haben, hat alles eine Geschichte. Wir verbinden mit einzelnen Dingen Eigenschaften, die wir gerne mehr ausleben würden, erinnern uns an eine Zeit, in der diese Eigenschaft besonders ausgelebt wurde. Erinnern uns an gute und weniger gute Zeiten. Vielleicht zeigen die Gegenstände uns auch, wer wir früher mal waren und wir merken jetzt aber, dass es nicht mehr zu uns passt.

Gegenstände sind feststehend, wir aber verändern uns im Inneren. Dinge beginnen, nicht mehr zu uns zu passen. Das Entrümpeln spiegelt den Veränderungsprozess wider, in dem wir uns befinden. Wir wollen uns von Altem trennen, Platz für Neues schaffen. Und doch behalten wir oft Dinge, die wir eigentlich schon Jahre nicht mehr benutzt haben ...

Warum wir uns so schlecht von Dingen trennen können

"Wer das loslassen anpackt, hat alle Hände voll zu tun." - Almut Adler

Schauen wir uns mal Caro an: Caro hat noch einen alten Reiserucksack in ihrer Kammer liegen, den sie aber schon seit Jahren nicht mehr benutzt hat. Sie bringt es aber nicht übers Herz, den Rucksack einfach so wegzuwerfen, denn sie verbindet damit das Gefühl von Freiheit, von Abenteuer. Sie hat sich den Rucksack vor über 10 Jahren gekauft, ihn aber erst einmal benutzt. Das war als sie ihn für ihre erste alleinige Reise nach Südamerika gekauft hat.

Damals war sie 21 und hatte Lust, die Welt zu sehen. Die Reise war toll, sie verbindet damit viele schöne Erinnerungen, die sie sehr geprägt haben. Nun ist Caro 31 Jahre und hat mittlerweile zwei Kinder, ist verheiratet. Ihr Leben hat sich seit der Familiengründung sehr verändert. Routine statt Abenteuer bestimmt ihr Leben. Der Rucksack erinnert sie an die Möglichkeit vielleicht doch nochmal „irgendwann" die Chance zu haben ins Abenteuer starten zu können.

Wenn wir uns schlecht von Gegenständen trennen können, sollten wir dem nochmal auf den Grund gehen. Meist verweisen diese Gegenstände auf unerfüllte Wünsche oder Träume, die wir entweder noch nicht ganz losgelassen haben, oder die wir bald angehen sollten, wenn wir noch können. Wenn wir es geschafft haben, unserem Gefühl auf den Grund zu gehen, können wir uns leichter von den Gegenständen trennen, denn wir geben unseren Wünschen und Bedürfnissen einen realen Raum.

Caro könnten z.B. überlegen, inwieweit sie den Aspekt „Abenteuer" nochmal in ihr Leben bringen könnte. Vielleicht sieht es nun etwas anders aus, als sie sich mit 21 Jahren vorgestellt hätte. Sie könnte aber vielleicht nochmal eine etwas weitere Reise mit ihrem Ehemann und den Kindern antreten, die ihr das Gefühl von Abenteuer vermittelt.

Vielleicht versteht sie unter dem Aspekt „Abenteuer" aber auch mit 31 etwas ganz anderes und sie muss dafür gar nicht reisen. Die Frage, die sie sich stellen kann ist: Was bedeutet „Abenteuer" in meiner jetzigen Lebenslage für mich? Und: Wie kann ich den Aspekt Abenteuer mehr in mein Leben integrieren?

Warum Entrümpeln gut fürs Gemüt ist

Eine Studie zeigt, dass das Anhäufen von zu vielen Dingen einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden haben kann. Umgekehrt bedeutet das: Entrümpeln schafft Platz. Platz für Kreativität, Platz für neue Ideen, Platz für neue Aspekte der Persönlichkeit, die gelebt werden wollen.

Je mehr Dinge wir in unserer Umgebung haben, die unsere aktuelle Situation widerspiegeln, desto eher schaffen wir uns ein Umfeld, welches uns inspiriert und unterstützt. Es gibt viel mehr Raum zum Atmen und Entfalten, wenn wir uns von Gegenständen verabschieden, die eigentlich nur belasten. Wir müssen uns um weniger kümmern und haben gleichzeitig mehr Platz.

Aber das ist nicht alles. Beim Ausmisten passiert noch mehr. Wenn wir ausmisten, dann akzeptieren wir die Veränderlichkeit des Lebens. Wir akzeptieren, dass wir uns verändern und somit auch die Gegenstände, mit denen wir uns umgeben. Wir haben uns einst mit den Gegenständen identifiziert, die wir nun ausmisten. Diese haben jetzt ausgedient.

Die Kleiderstange, dieser Schal, jene Tasche, diverser „Krimskrams" passt nicht mehr zu uns. Sie repräsentieren ein altes Ich, einen alten Anteil, den wir früher gelebt haben. Jetzt sind wir anders. Wir brauchen sie nicht mehr. Wir haben uns verändert.

Ein weiterer positiver Aspekt beim Ausmisten ist der Aspekt der Entscheidungsfindung. Wir müssen bei jedem Gegenstand eine Entscheidung treffen. Brauchen wir den Gegenstand oder brauchen wir ihn nicht mehr? Behalten wir ihn oder nicht? Je mehr Entscheidungen wir hier treffen, desto leichter wird es uns fallen, im Leben da draußen ebenso entscheidungsfreudig zu sein. Das wiederum führt zu mehr Selbstbewusstsein.

Der Prozess des Entrümpelns fühlt sich an wie ein frischer Wind, der durch unser Leben weht, er schafft Aufwind, wir gewinnen an Leichtigkeit.

5 Tipps fürs Entrümpeln

"Das Ziel des Ausmistens ist nicht einfach nur auszumisten, sondern auch mit Freude in der Umgebung zu leben." - Marie Kondo

1) Eine erste einfache Regel: Was dich glücklich macht, behalte, was dich unglücklich macht oder womit du nichts verbindest, wirf weg!

Ganz einfach eigentlich. Nach der Regel brauchst du eigentlich schon fast keine anderen Regeln mehr. Wir verbinden mit jedem Gegenstand ein Gefühl. Einige Gegenstände, die schon seit Jahren in der Wohnung liegen und quasi nur noch vergammeln, senden uns permanent die Botschaft, dass wir es endlich nochmal benutzen sollen und machen uns somit unbewusst ein schlechtes Gewissen.

Nimm die Gitarre, die schon seit Jahren dort steht und dir das Gefühl vermittelt, du solltest endlich mal wieder anfangen zu spielen. Verkaufe sie, verschenke sie an jemanden, der sich wirklich darüber freut lasse sie los. Wie das geht, hast du ja oben gelesen.

Nimm jeden Gegenstand in die Hand und frage dich, ob du ihn wirklich gebrauchen kannst, ob er dir nutzt und frage dich ehrlich, wann du ihn das letzte Mal benutzt hast.

2) Entrümpele alles, was du mindestens ein Jahr nicht mehr benutzt hast.

Womit wir schon beim zweiten Punkt wären: Wenn du den Gegenstand schon seit einem, von mir aus auch zwei Jahre nicht mehr benutzt hast, weißt du was zu tun ist... Du wirst ihn auch nächstes Jahr nicht mehr verwenden.

3) Miste alles aus, was bereits einen Zweck erfüllt hat.

Damit sind Unterlagen gemeint, die du nicht mehr brauchst. Ein Klassiker sind Mitschriften aus dem Studium. Hast du dein Studium, deine Aus- oder Weiterbildung vielleicht schon seit mehr als 5 Jahren abgeschlossen? Und seien wir mal ehrlich: Wie oft hast du noch in die Unterlagen geschaut?

Ich habe mich selbst oft dabei erwischt, wie ich wir vorgaukelte, dass ich die Statistik-Unterlagen aus dem Psychologie-Studium bestimmt „irgendwann nochmal gebrauchen könnte". Aber der Moment kam bis heute nicht, also weg damit! Dasselbe gilt für alle Unterlagen, alte Kalender etc. Wenn sie bereits ihren Zweck erfüllt haben und du sie nicht mehr gebrauchen kannst, können sie weggeworfen werden.

4) Würdige die Gegenstände, bevor du sie entrümpelst

Dieser Schritt kann dir enorm beim Loslassen helfen. Zugegeben, es kostet ein wenig Zeit, aber es lohnt sich: Nimm jeden Gegenstand nochmal in die Hand, bevor du ihn entrümpelst. Schaue ihn dir an.

Welche Erfahrung verbindest du damit? Lasse nochmal alles Revue passieren und schätze die schönen Momente, die du mit diesem Gegenstand verbindest. Er hat dir irgendwann mal gedient. Vielleicht sagt der Gegenstand dir aber auch, dass du etwas an deinem Leben ändern solltest. Wie der Rucksack bei Caro. Dann lasse den Gegenstand innerlich los und miste ihn aus. Mit einem positiven und dankbaren Gefühl.

5) Und nun: Ordnung! Gib jedem Gegenstand einen festen Platz.

Sobald du mit deiner Entrümpelung abgeschlossen hast, gib jedem Gegenstand, den du behältst, einen festen Platz. Lege nichts einfach „irgendwo hin". Wenn du dich jetzt umschaust, solltest du von Dingen umgeben sein, die dir allesamt ein gutes Gefühl bescheren.

Und los geht's!

Wann hast du das letzte Mal entrümpelt? Warum nicht gleich starten? Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter: Ein Frühjahrsputz hat noch niemandem geschadet. Viel Spaß beim Aufräumen!

Danke, dass du dir Zeit für den Artikel genommen hast.

Alles Liebe <3

Über die Autorin

Entrümpeln: 5 Tipps für deinen inneren und äußeren Frühjahrsputz

Alexandra Kuptz ist selbständige Psychologin. Sie versteht sich als Motivatorin und Glücksbeauftragte und begleitet Einzelpersonen und Gruppen auf ihrer Visions- und Sinnsuche mit einer gesunden Portion Witz und Achtsamkeit.

Weitere Beiträge von Alexandra

wallpaper-1019588
The Clockworks: Galway Boys
wallpaper-1019588
Corona Bußgelder sind bei den bayrischen Ordnungsämtern besonders beliebt
wallpaper-1019588
ProSieben MAXX: Anime-Filme im Juni 2020
wallpaper-1019588
Montagsfrage: Die holde Weiblichkeit?