Englands Konservativen laufen die Wähler davon: “Ich wähle keinen mehr, der für Fracking ist”

Während protestierende Briten derbe “Frack Off!” rufen, ist Englands konservativer Premier-Minister James Cameron ein glühender Verfechter des “Frackings”. Diese Förder-Methode wird verwendet, um Gas und Öl aus bisher nicht erreichbaren Vorkommen herauszuholen – durch Hochdruck-Verpressung eines Chemiecocktails in tiefe Erdschichten. Auch in Deutschland würde die Öl- und Gas-Industrie lieber heute als morgen “fracken”. In den USA hat diese Technik “Hochkonjunktur”. Gas wurde preiswert, die Dollars klingeln in der Kasse, Firmen, Staat und ein paar Landeigentümer sahnen ab. Jedoch zu welchem Preis? Ganze Landstriche wurden unbewohnbar, Chemieunfälle, zerstörte Böden, vergiftetes Trinkwasser, verendete Tiere, Arbeitsunfälle, Gesundheitsschäden für die Bevölkerung, gravierende Sicherheitsrisiken. (Vor kurzem löschte ein Bahnunglück mit amerikanischem Fracking-Öl fast einen ganzen Ort in Kanada aus.)

Englands Konservativen laufen die Wähler davon: “Ich wähle keinen mehr, der für Fracking ist”

Abgefackelt – Englands Industrie und Konservative sprechen von Energierevolution. Bürger fühlen sich belogen und fürchten um ihre Lebensgrundlagen – Foto: © Uschi Dreiucker / pixelio.de

Langzeitschäden sind offensichtliche Folgen dieser Technik, die sich in einem dicht besiedelten europäischen Land wie England noch konzentrierter und noch drastischer auswirken würden, als beim “großen Bruder” USA bereits jetzt. Darüberhinaus erwiesen sich die Versprechen von massenhaften Arbeitsplätze als übertrieben, während die, die tatsächlich Arbeit erhielten über hohe gesundheitliche Beeinträchtigungen und Risiken klagen.

(Wir berichteten über einen dramatischen Appell aus Pennsylvania und Wisconsin an die Parlamentarier des Staates Illinois – und in einigen weiteren Artikeln)

In England gibt es im Unterschied zu Deutschland keine Sprachbarriere, die es der Bevölkerung erschweren würde, sich direkt über die katastrophalen Nebenwirkungen von “Hydraulic-Fracking” in den USA zu informieren. So gehen die Bürger in einer wohlhabenden Gegend von Großbritannien auf die Barrikaden und kämpfen für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen. “Fracking: the Battle of Balcombe is far from over” – Fracking: Die Schlacht von Balcombe ist noch lange nicht vorbei, lautete eine Schlagzeile der englischen Zeitung “The Guardian” vor wenigen Tagen (1). Die Zeitung vergleicht dabei das Vorgehen gegen die Fracking-Gegner und Demonstranten (es gab zahlreiche Festnahmen) in ihrer Begründung mit dem Vorgehen gegen Edward Snowden.
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Snowdens Enthüllungen würden unsere Sicherheit bedrohen, und die Behörden seien daher im Recht, ihn zu verfolgen. Vielleicht bedrohen die Fracking-Gegner die Energie-Sicherheit der Insel? Wohl kaum. Es geht in Balcombe wohl nicht mehr um die Sache, es sei dies nun ein “taktischer Kampf um die öffentliche Meinung geworden”, meint das Blatt. Die Protestierenden beklagten unangemessene Polizeigewalt.

Die Auseinandersetzung in England griff auch der ARD-Weltspiegel in einem Fim-Beitrag am 25.08.2013 mit dem Titel “Fracking? Nein, danke!” auf. (2) Die Bürger bringen in dem Beitrag zum Ausdruck, dass sie sich von ihrer Regierung und der Förderfirma Cuadrilla desinformiert und belogen fühlen. Man glaube denen kein Wort mehr. Der Premier hingegen erhob inzwischen “Fracking” in den Rang einer “Energierevolution” und so erteilte die Regierung den Firmen Fracking-Lizenzen für 176 Orte.

“Ich habe sonst konservativ gewählt, aber ich wähle keinen mehr, der für Fracking ist.” sagt Sue Taylor, Bewohnerin von Balcombe gegenüber dem Weltspiegel.

Die Konservativen in Deutschland haben kurz vor der Wahl begriffen, dass ihnen die positive Haltung gegenüber dieser Technik erhebliche Stimmen kosten würde. Das Thema musste schnell “abgeräumt” werden. So hat man in Deutschland “Fracking” eilig von der Tagesordnung genommen, weitgehend aus den Medien verbannt und scheut die Diskussion darüber wie der Teufel das Weihwasser.
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Vielleicht denkt man in der Industrie schon viel weiter als die kurzsichtigen Bürger; frei nach dem Motto “Nach uns die Sintflut”. Denn wenn aufgrund des Klimawandels die Polkappen samt allem Eis abgeschmolzen sein wird, wird sich das Thema erledigt haben. Wie die Zeitung “National Geographic” in ihrem aktuellen Artikel “Die Erde ohne Eis”  (3) beschreibt, wird der Meerespiegel durch die Erderwärmung um 66 Meter ansteigen und die ehemaligen Fracking-Regionen in Europa würden dann zu großen Teilen in den Fluten verschwunden sein. In Deutschland läge Dortmund an der Nordseeküste und England wäre fast halbiert. Wir brauchen die Wirtschaft, die Öl- und Gas-Industrie einfach nur weitermachen zu lassen, wie bisher, alles fördern und verbrennen, was wir an fossilen Brennstoffen in die Finger kriegen können, dann wird dieses Szenarium in einigen Generationen Realität sein. In der aktuellen September-Print-Ausgabe des NG-Magazins ist übringes eine sehr aufschlussreiche Landkarte enthalten, die die künftigen Küstenlinien aufzeigt.

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Lesen Sie zum Thema Fracking
auch folgende Artikel auf politropolis.de:

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