Engelslust

Erstellt am 23. Mai 2011 von Rhea
Zwischen Himmel und Hölle
Cain, ein Engel einer Spezialtruppe, war gerade wegen eines neuen Auftrags unterwegs, als er Leraja das erste mal begegnete. Sie sah absolut verführerisch aus und noch bevor Cain wusste, dass sie eigentlich eine Dämonin war, war sie ihm schon so nahe gekommen, dass ein Kampf unvermeidbar war. Leraja war ebenfalls hinter dem Artefakt her, das Cain finden musste. Würde es nämlich in ihre Hände fallen, wären alle Spezies in ihrer Gewalt. Und dasselbe galt auch für denjenigen, der den Kelch entwendet hatte. Bloß Cain suchte ohne irgendwelche Hintergedanken nach dem Ding. Doch schon bald wurde ihm klar, dass er den Dieb ohne Lerajas Hilfe nicht schnappen konnte, und das erwies sich als größeres Problem, denn auf verwirrende Weise fühlte er sich zu der Dämonin hingezogen.
Leraja hatte nichts gegen ein kurzes Abenteuer mit dem Engel. Ganz im Gegenteil, denn sie genoss seine Hilflosigkeit durchaus. Aber deshalb war sie ihm noch lange nicht überlegen. Auch sie konnte ohne seine Hilfe den Dieb nicht ausfindig machen und lange blieb ihr auch keine Zeit mehr. Ihre Mutter, die Herrscherin der Unterwelt, hatte sich auf ihre Tochter verlassen und Leraja konnte es sich nicht leisten, sie zu enttäuschen. Die kleinen Spielchen mit dem Engel gefielen ihr jedes mal besser, auch wenn sie wusste, dass sie ihm damit schadete. Denn ein Engel durfte seiner fleischlichen Lust nicht nachgeben.
Fantasy in großem Ausmaß
Dieser erotische Roman strotzt nur so von fantastischen Wesen aus allen möglichen Bereichen. Von Engel über Dämonen bis hin zu Magiern sind hier viele verschiedene Arten vertreten, was der Geschichte einen besonderen Reiz verleiht, da alle Figuren mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, während sie sich aber auch auf den Kelch konzentrieren müssen. Besonders gefällt mir, dass Cain einer Spezialtruppe angehört und für diese verschiedene Aufträge erledigen muss, die ein normaler Engel nicht absolvieren könnte. Auch die anderen Charaktere haben auf ihre Weise eigene Eigenschaften und werden dadurch sympathisch und authentisch.
Die Geschichte selbst fing toll an. Besonders die Idee mit den entwendeten Phiolen und ihrem einzigartigen Inhalt, gab der Story einen actionreichen Kick. Doch nach und nach kam einem das Ganze doch irgendwie bekannt vor. Ein Artefakt mit magischen Fähigkeiten, das dazu genutzt werden konnte um alle Lebewesen zu unterjochen und selbst an die Macht zu kommen, war daher nichts Neues. Da die Geschichte aber hauptsächlich aus der Sicht von vier Hauptpersonen geschrieben wurde, erfuhr man doch mehr über die Handlungen, was wiederum bewirkte, dass die bekannte Story eine unbekannte Wendung fand.
Über die Schreibweise musste ich manchmal schmunzeln. Einerseits schien diese manchmal sehr typisch für amerikanische Autoren, andererseits kam dann doch die deutsche Schriftstellerin stark in den Zeilen hervor. Auch wenn einige Stellen langatmig sind, gibt es doch auch genügend spannende und besonders niveauvolle, erotische Szenen. Diese sind zwar ausgefallen, bleiben aber auf einer Linie mit gutem Geschmack.
Fazit
Die Geschichte um den Kelch bleibt für mich leider doch sehr unspektakulär. Hin und wieder fließen unbekannte Neuheiten in die Geschichte mit ein, die das Ganze aufpeppen, doch das Gefühl von Wiedererkennen bleibt. Dafür sind die Charaktere einzigartig und sehr sympathisch, was dadurch ausgeglichen wird. Besonders wird der Roman aber von den verschiedensten Gefühlen dominiert, was mir sehr gut gefällt, denn so kann man sich manchmal auch mit den Figuren selbst identifizieren. Ansonsten ist das Buch doch sehr von Fantasy geprägt, was nicht jedem so gut gefallen dürfte, mir aber Spaß beim Lesen gemacht hat.
Irie Rasta Sistren dankt Inka Loreen Minden herzlichst für die Bereitstellung dieses Buchs.