Energieblogger suchen Deine Geschichte zur Energiewende

Storytelling zur EnergiewendeEnergieblogger suchen Deine Geschichte zur Energiewende!

Über die Energiewende wird mit viel Leidenschaft diskutiert und es steckt in zahlreichen Projekten vor Ort ein großes Engagement einzelner Menschen in der Energiewende. Das hört sich an, als sei die Energiewende ein höchst emotionales Projekt. Doch meistens wirkt die Energiewende eher als ein langweiliges Thema bei dem es nur um Fakten und Zahlen geht. Damit das nicht so bleibt, suchen die Energieblogger in einem Wettbewerb Geschichten hinter, über, oder zur Energiewende.

Noch bis Ende August können Geschichten zur Energiewende eingereicht werden. Das kann ein sehr persönlicher Text sein, ein Film, ein Gedicht, ein Comic, ein Drehbuch, ein Spiel oder in einer anderen Form. Es kann eine fiktive Geschichte mit einem Superhelden sein, vielleicht auch mit einem Superhelden oder eine wahre Geschichte. Wichtig ist dabei emotional zu werden und die Menschen zu berühren mit dem Inhalt – was in der Diskussion um die Energiewende viel zu selten vorkommt.

Energieblogger wollen Menschen der Energiewende erreichen

Das Projekt „Deine Geschichte zur Energiewende“ wurde initiiert in der Gruppe der Energieblogger. Wir wollen mal nicht die Politik oder Verbände ansprechen, sondern kreative Leserinnen und Leser, Aktivisten oder andere Blogger. Um Euch mehr von diesem Projekt erzählen zu können, habe ich Leonie Blume vom SMA Social-Media Team und Kilian Rüfer vom Blog sustainment.de einige Fragen zu diesem Wettbewerb gestellt:

Energieblogger-Interview zum Geschichten-Wettbewerb

Eine Energiewende, die überwiegend von Bürgern umgesetzt wird, klingt doch eigentlich nach vielen einzelnen Geschichten, die man erzählen kann. Warum werden die Geschichten nicht erzählt?

Leonie Blume: Ich denke, die Geschichten werden durchaus erzählt, aber bisher passiert das eher individuell, mit dem Nachbarn über den Gartenzaun hinweg oder nach der Sitzung des Bürgerenergievereins in der Kneipe. Das, was man allerdings über die Energiewende lesen kann – sei es in Zeitschriften oder im Internet – beschränkt sich weitgehend auf abstrakte Faktenkommunikation. Firmen und Kommunikatoren aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien haben da aber auch eine Verantwortung und könnten mutiger werden was die Art der Kommunikation angeht.

Kilian Rüfer: Ich glaube, dass die Bühnen fehlen, auf denen diese Geschichten erzählt werden. Ich meine, dass das Thema für nahezu alle Zielgruppen und in diversen Medien spannend erzählt werden könnte. Je mehr wir am Storytelling arbeiten, desto mehr kommen Andere auf uns zu, die auch in diese Richtung arbeiten.

Michael Matthiass von der Agentur Quantenschokolade hat in dem Vortrag gesagt, „Kein Schwein erzählt die Geschichte der Energiewende“. Ist das Fehlen von Geschichten ein Problem für die Energiewende?

Bürgerwindrad Neutscher HöheBürgerwindrad Neutscher Höhe der Energiegenossenschaft Starkenburg, Foto: Bürgerwerke eG

Leonie Blume: Absolut. Energie ist ein wahnsinnig abstraktes Thema. Das einzige was momentan hängen bleibt in den Köpfen der Menschen ist: ‘Eigentlich wichtig und gut, aber leider unbezahlbar und zu kompliziert’. Daran haben u.a. Medien schuld, die gerade die Geschichte des “kleinen Mannes” erzählen, der sich angeblich bald den Strom nicht mehr leisten kann. Solche “Geschichten” bleiben aktuell in den Köpfen. Nicht die positiven Effekte der Energiewende.

Kilian Rüfer: Und genau deshalb brauchen wir Geschichten, die das Potential und die unzähligen mitwirkenden Hände am Gemeinschaftswerk erzählen. Es ist nichts Geringeres als eine jahrelange Live-Reportage vom dem Versuch die Menschheit zu retten. Solche Helden sind etwas für Hollywood – nur leider bedroht uns kein Meteorit und auch keine Interstellarwaffe, sondern der still-schleichende Klimawande,l zu dem wir alle beitragen. Wir merken ja nicht einmal bei Extremwetterereignissen, dass diese bereits zu den Klimafolgen gehören können.

Was mich schon länger beschäftigt, ist die Frage warum wir nicht mehr Geschichten zur Energiewende erzählen anstelle nur Fakten zu sammeln. Liegt es daran, dass wir glauben, dass Fakten ausreichen?

Kilian Rüfer: Die Versachlichung ist der Versuch glaubwürdig zu sein. Bei Geschichten würde man sich vielleicht lächerlich machen und seinen stolzen Expertenstatus verlieren. Leider hören dem Faktenerzähler wenige zu. Im Grunde ist die Sachlichkeit auch trügerisch. Viele merken gar nicht, wie sehr die Auswahl der Fakten durch innere Überzeugungen und Gefühle bestimmt wird. Wer Zuhörer haben will, der könnte beispielsweise Anekdoten in seine Vorträge einflechten. Obama hatte in 2008 nicht umsonst seine Lebensgeschichte erzählt und sich selbst zum Symbol für den durch Bildung ermöglichten “American Dream” eines Farbigen stilisiert und mit dem Tod seiner Mutter die Krankenkassen-Reform begründet.

Bislang noch kein bekanntes Storytelling in der Energiewende

Was bedeutet das Wort Storytelling und wodurch unterscheidet es sich von einem Bericht?

Leonie Blume: Storytelling ist eigentlich ein Buzzword, also ein Modewort. Jede Firma will gerade Storytelling betreiben, um bei seinen Kunden Gehör zu finden. Eigentlich geht es aber schlicht und einfach darum Geschichten zu erzählen. Warum? Weil gute Geschichten an Archetypen anknüpfen, die unsere innersten Sehnsüchte bedienen. Weil wir uns mit den Protagonisten identifizieren, weil wir mitfiebern und weil Geschichten einfach im Kopf bleiben. Bei der Informationsflut der wir ausgesetzt sind, also im Grunde die einzige Möglichkeit herauszustechen.

Im Gegensatz zu einem Bericht braucht eine gute Geschichte immer eine Figur, die eine Herausforderung bewältigen muss. In der Theorie spricht man davon, dass sich diese Figur auf eine Heldenreise begibt. Diese Figur muss kein Mensch sein, aber sie braucht einen Charakter mit dem wir uns im besten Fall identifizieren und mitfiebern können, sie braucht Gegenspieler und Helfer. Eine Geschichte über die Energiewende kann also eine reale Geschichte eines Bürgerenergievereins sein, der sich an den Mühlen der Bürokratie und Politik abarbeitet und letztlich siegt oder auch scheitert. Es kann aber auch eine erfundene Geschichte sein, die in der Zukunft spielt oder eine Parabel.

Die Energiewende wird ja meistens faktenorientiert diskutiert. Kann man auch Emotionen mit der Energiewende verbinden?

Kilian Rüfer: Die Energiewende ist bereits ein sehr emotionales Thema. Deshalb gibt es ja die festgefahrenen “Grabenkämpfe” und die Graswurzelbewegung. Die Frage ist nur, wie man weitere Emotionen auf der Klaviatur des Gemüts anklingen lassen kann. Wie trägt man konstruktive und ermutigende Gefühle in die Breite? Die wichtigste wäre das Gefühl der Selbstwirksamkeit, damit Bürger und Mittelstand genug Gestaltungskraft aufbringen.

Was braucht eine gute Geschichte noch neben den Emotionen?

Kilian Rüfer: In meinem Lieblingsbuch zum Storytelling nennt Petra Sammer folgende fünf Zutaten:

  1. Jede gute Geschichte hat einen Grund erzählt zu werden
  2. Jede gute Geschichte hat einen Helden
  3. Jede gute Geschichte beginnt mit einem Konflikt
  4. Jede gute Geschichte weckt Emotionen
  5. Jede gute Geschichte ist viral

Die Möglichkeiten des Storytellings sind medial sehr vielfältig. Es kann ein Film sein, eine App, ein Spiel, ein Hörspiel, ein Comic, oder ein Text. Sollte man das wählen, was einem am besten liegt und am besten zur Story passt?

Kilian Rüfer: Ich würde sagen, dass eine Geschichte dann gut wird, wenn man selber beim Schreiben mit seinen Gefühlswelten dabei ist, weil man so wirklich in die eigene Phantasie eintaucht. Die Lust wird einen zum richtigen Medium führen, wobei man sich auch gerne mal etwas Neues zutrauen darf.

Leonie Blume: Ich denke wichtig ist auch, dass man etwas zu erzählen hat. Etwas selbst erlebtes oder einen witzigen Einfall, den man versucht zu skizzieren. Dabei kommt es nicht darauf an, dass man einen 300 Seiten Schinken einreicht, auch eine Kurzgeschichte auf 1-2 Seiten kann eine gute Geschichte transportieren. Vielleicht nimmt das dem ein oder anderen die Hürde.

Namhafte Jury wählt Gewinner der Geschichte zur Energiewende

Ich bin gespannt was für Geschichten zur Energiewende alles eintreffen werden bis zum Einsendeschluss am 30.08.2015. Auf der Kampagnenseite stehen weitere Informationen. Aus allen Einsendugen wird eine namhafte Jury die Gewinner auswählen und die Geschichte des Siegers wird anschließend verfilmt. ich werde hier gerne von den Siegern berichten und Euch auf dem Laufenden halten.

Energieblogger suchen Deine Geschichte zur Energiewende

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible vor allem für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Aber auch die kostenlose Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt ist faszinierend und Herausforderung zugleich.

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