Energetische Sanierung in Berlin spart 70 Prozent der Wärmekosten

Vor steigenden Heizkosten müssen die Bewohner der Charlottenburger Baugenossenschaft in der Reinickendorfer Zobeltitzstraße und Am Doggelhof keine Angst mehr haben. Nach einer jetzt abgeschlossenen umfassenden energetischen Modernisierung der in den 50er Jahren errichteten zehn Gebäude, sinkt der sogenannte Primärenergiebedarf pro Quadratmeter von 250 kWh auf 46 kWh.

Nutzer einer 60 Quadratmeter großen Wohnung zahlen dann durchschnittlich nur noch 18 Euro für Heizung und Warmwasser pro Monat statt bisher rund 64 Euro.

In zwei Bauabschnitten hat die Baugenossenschaft zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz und des Wohnwertes umgesetzt. Dazu gehörten die Dämmung von Fassade und Dach, der Austausch aller Fenster in Wohnungen und Treppenhäusern, der Umbau der Balkone zu beheizbaren Loggien, zentrale Warmwasserbereitung statt Durchlauferhitzer, Maler- und Verschönerungsarbeiten, auf Mieterwunsch auch neue Badezimmer sowie im Außenbereich unter anderem neue Fahrrad- und erstmals auch Rollatorstellplätze.

Herzstück der Energieerzeugung sind jetzt drei von der Berliner Energieagentur installierte und betriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), die über sogenannte Nahwärmenetze die Gebäude effizient und umweltschonend mit Wärme und Strom versorgen. Die kleinen Kellerkraftwerke decken 70 Prozent des erforderlichen Jahreswärmebedarfs ab, in der kalten Jahreszeit springen zusätzlich hocheffiziente Brennwertkessel an, wenn in den 356 angeschlossenen Wohnungen ein besonders hoher Wärmebedarf besteht. Aufgrund dieser Kombination kann die Wärmeerzeugung um rund sieben Prozent günstiger erfolgen als über eine reine Kesselanlage.

Innovativ ist auch die Stromversorgung. Die Bewohner können den BHKW-Strom direkt bei der Berliner Energieagentur zu einem günstigen „Kieztarif“ beziehen. Die Investitionen in die beiden BHKW hat die Berliner Energieagentur aus eigenen Mitteln getätigt. Sie werden nicht auf die Mieten umgelegt.

Insgesamt hat die Charlottenburger Baugenossenschaft in dieses Projekt rund neun Millionen Euro investiert, teilweise mit Förderung durch die Investitionsbank Berlin. Zahlreiche Maßnahmen werden durch gesetzliche Umlage refinanziert. Der Modernisierungszuschlag auf die Kaltmiete liegt bei 88 Cent pro Quadratmeter, sodass sich für die Wohnungsnutzer bei erheblich gesteigertem Wohnwert und -klima aufgrund der Einsparungen bei Heizung, Warmwasser und Strom eine nahezu stabile Gesamtmiete ergibt. Auch der Umwelteffekt ist positiv: 422 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr – das entspricht der Menge CO2, die ein Wald von der Größe des Volksparks Friedrichshain während der Wachstumsphase binden kann.

Mit dem Projekt Zobeltitzstraße/Am Doggelhof setzt die Charlottenburger Baugenossenschaft ihr engagiertes Modernisierungsprogramm fort. In den vergangenen Jahren hat sie bereits Wohnungsbestände am Falkenhagener Feld (Spandau), am Meller Bogen (Reinickendorf), in Charlottenburg-Nord, am Schwendyweg (Spandau) sowie in Hakenfelde modernisiert und auf weiteren Gebäuden Photovoltaikanlagen zur Solarstromerzeugung errichten lassen.

Mehrkosten von 6,80 Euro bei einer 60-Quadratmeter Wohnung bei modernisierter Wohnung sind vertretbar, oder was denkt Ihr dazu?


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