endlich schluss – gerhard polacek spielt in der alten spinnerei esslingen

Ein Mann betritt die Bühne und hält sich eine Pistole an die Schläfe: „Ich zähle jetzt bis tausend
und bringe mich um 1 – 2 – 3 – 4… Das Spiel um Leben und Tod, um Wahrheit und Lüge, beginnt …496 – 497- 498 – 499 – 500 Der halbe Tod. Ich bin in der Mitte meines Sterbens angelangt… 990 Die einzige Frage, die mich bei dieser hohen Zahl so kurz vor 1000 beschäftigt, ist, ob ich dem Anlass entsprechend angezogen bin? Ist der Anzug, den ich anhabe, nicht zu salopp für diese Gelegenheit?…997 – 998 – 999 Ich wäre gerne woanders…“

„Endlich Schluss“ heißt ein Monolog des Kärtner Schriftstellers Peter Torrini und damit auch eine neue Theater-Produktion des Vereins Kultur am Rande. Der Autor ist bekannt für seine gesellschaftskritischen und provokanten Heimatstücke, in „Endlich Schluss dürften sich aber auch zahlreiche Nicht-Kärtner dieser Tage sofort wieder finden: Ein Mann, der alle beruflichen und privaten Höhen erklommen hat, zieht sich immer mehr von der Außenwelt zurück. Er verbarrikadiert sich in einem Zimmer seiner Wohnung und verhängt die Fenster mit schwarzen Tüchern. Er hat alle Uhren verbannt, Computer und Telefone entfernt und vermeidet das Geräusch seiner Schritte. Um dem Pizzaboten zu entgehen, ernährt er sich von Astronautennahrung. Um von Post und Werbung verschont zu bleiben, besticht er den Briefträger. Alles Geschriebene, Gedruckte wird systematisch vernichtet, die Geburtsurkunde zerrissen. Der gesamte Lebensmüll türmt sich auf einem wachsenden Berg im Vorzimmer, welches er nicht mehr betritt. Er hat den Schlüssel abgezogen und unter der Tür durchgeschoben. Die Pistole an der Schläfe, zählt er bis tausend, so die Beschreibung des Verlages und der Schriftsteller erklärt: „In diesem Stück erzähle ich davon, wie Menschen nach außen hin funktionieren und im Inneren immer mehr zerfallen. Und ich erzähle dies am Bild eines öffentlichen Menschen, es könnte ein Künstler sein, ein Politiker, ein Journalist, jemand, der ständig funktionieren, seine Meinung und Weltenbilder abliefern muss, immer schneller, immer schneller. Jetzt sind wir beim Thema: Wie verhält sich diese äußere Geschwindigkeit zu unsere Inneren? Es geht um die Einführung der Stille.“

Gerhard Polacek spielt das Ein-Mann-Stück nach der Regie von Werner Bolzhauser. Premiere ist am Freitag, 18. Februar um 20 Uhr, eine weitere Vorstellung am Sonntag, 20. Februar um 18 Uhr. Alte Spinnerei, Maille 3 (vor dem Koki), Esslingen, www.kulturamrande.de



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