Endlich: Le Puy

Tag 50. Sonntag, 23-6-2013. Von Saint-Julien-Chapteuil nach Le Puy-en-Velay.

In der Gîte d’etape im Schulhaus gibt es natürlich kein Frühstück. Also ziehen wir los ins Städtchen. In einer Bar gibt es zwar Kaffee, aber nichts weiter. Man darf aber die Stückchen vom Bäcker nebenan mitbringen und verzehren. So machen wir es dann auch. Noch einmal steigen wir auf den Kirchberg und werfen einen Blick in die uralte Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Taufbecken in einer Seitenkapelle datiert sogar auf das 8. Jahrhundert. Da kann man Geschichte richtig ¨spüren¨! Vor die Kirche hat man später noch eine richtige ¨Schaufassade¨ angebracht: eine Mauer mit Fenstern und Zinnen, die das Gesamte noch grüßer erscheinen lässt.
Der Weg verläuft zunächst entlang der Departementsstraße. Das ist nach zwei Kilometern schon nicht mehr lustig. Dann zweigt der GR nach rechts ab. Ein schmaler Betonsteig, aus Telefonmasten zusammengebaut, führt die Wanderer über die Sumène. Und bald haben wir den urigen Vulkanschlot bei Eynac vor uns, um den sich die Häuser des kleinen Weilers schmiegen. Ich habe vergessen, die Kamera aufzuladen und bin nun auf die Handykamera angewiesen. Wir kommen an einem der vielen Steinkreuze vorbei. Der Himmel ist wieder blau und mit schönen Deko-Wolken ausgestattet.
In Tournecol steht ein echtes Backhaus. Vorne – unterhalb – sehen wir Saint-Germain-Laprade und die neue Umgehungsstraße. Aber noch immer keine Spur von Le Puy. In einer Bar kehren wr zu Kaffee und Wasser ein. Der Wanderweg, dessen Verlauf etwas eigenartig entlang der Straße geführt wird, läuft nochmal entlang der Straße, bevor er sich am Montjoie (Berg der Freude) zwischen zwei kegeligen Vulkanbergen hindurch zieht. Nun sehen wir endlich hinüber nach Le Puy mit den Vulkannadeln, auf denen eine Kirche und eine eiserne Figur stehen.
Wir machen noch eine kurze Äpfel¨-Pause, bevor es nach Brives-Charensac hinunter geht. Nun sind wir im Tal der Loire angelangt, die wir über die Pont des Chartreux queren. Hier ist die Loire ein noch ungezähmter Fluss, der in einzelnen Jahren – meist im September oder November – verheerende Hochwässer gebracht hat. Der Weg führt entlang der Loire und biegt dann links in den Zufluss Borne ab. Noch ganze zwei Kilometer müssen wir entlang des Stadions und über einen niedrigen Flußsteg zurücklegen bis wir endlich staunend vor dem Rocher d’Aiguilhe stehen, einem steilen Vulkanschlot, auf dem eine romanische Kirche thront. Wir gehen unten daran vorbei steil aufwärts, heute gibt es hier einen Flohmarkt, und gehen in die Altstadt von Le Puy. Eine Treppenstraße führt zur Kathedrale hinauf. Allein das ist ein gewaltig eindrucksvoller Anblick! Die Treppe führt von unten her in die Kathedrale. Ist man dann auf der obersten Stufe angelangt, so befindet man sich bereits mitteln in der Kathedrale. Ein meisterhafter Umgang mit dem steilen Berg und der Architektur!!
Susanne lotst uns zur Gîte der Jakobspilgervereinigung von Le Puy gleich  hinter der Kathedrale. Hier trägt uns Alain aus Mutzig, der diese Woche als Hospitalero arbeitet, ins Übernachtungsbuch ein. Ich bin Pilger No. 1365 seit dem 8. April 2013. Dieses Jahr läuft es eher verhalten. Vielleicht wegen des Wetters.
Abends ist ein Pilgertreffen in den Räumen neben der Kathedrale. Es gibt Kir und Verveine-du-Velay. Später treffen wir die anderen Pilger (Gertrud und Hermann aus Nördlingen und den Karl aus Memmingen) und gehen gemeinsam ins Restaurant Feloque zum Abendessen. Wir lassen uns die Grünen Linsen aus dem Velay besonders schmecken. Denn sie sind eine ganz besondere Spezialität, die nur auf den kargen Vulkanböden des Velays in dieser Form wächst. Wir trinken zügig aus, denn unser Jakobsquartier schließt um 22 Uhr seine Pforten. Die anderen drei suchen noch ein Taxi, das sie zum Zeltplatz zurück bringt.

Samt Stadtspaziergang sind heute 21,3 km zusammen gekommen (10:13 Unterwegszeit). Wir sind 350 m angestiegen und 515 m abgestiegen. Macht also insgesamt 1068,9 Kilometer. Ich bin zufrieden…


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