Endlich Facebook und Twitter verbieten. Was in unserer Bildungspolitik schief läuft

Endlich Facebook und Twitter verbieten. Was in unserer Bildungspolitik schief läuft
Die Politik versucht die Dämonen zu bändigen, indem sie Angst einjagt: "Fürchtet Euch, Lehrer. Ein Gespenst geht um. Es heißt #SocialMedia" . Bei einigen Lehrern mag dieses gelingen. Wussten sie es doch eh schon immer, dass SocialMedia die Jugend verdirbt.
Lehrer sollen sich hüten mit ihren Schülern via Facebook zu kommunizieren. "Macht das Licht aus, geht in den Keller". Als Schutzbunker vor der NSA wird Verzicht gepredigt. Am besten gleich ausgedehnte Spaziergänge in der Natur - aber wehe einer hat ein Smartphone an. Im Hause am besten den Wasserhahn aufdrehen, das Wasser sprudeln lassen und möglichst von Smartphonen fernhalten. 
SocialMedia als Herausforderung, Medienkompetenz zu unterrichten - das fällt keinem ein. Ist ja auch abwegig. Bietet doch Merkels nur flüchtig aufscheinender Pseudo-Antiamerikanismus die Chance, vorübergehend die Enthüllungen vom #Whistleblower #Snowden zu nutzen, um dem Nachwuchs die Angst zu lehren. Bei einigen Lehrern mag dieses begrüßt werden. Doch in der Breite ist das weltfremd. Zu verbreitet sind bereits die US-amerikanischen Plattformen. Die Enthüllungen Snowdens werden flugs genutzt, um den Lehrern den zeitgemäßen Umgang via SocialMedia zu verbieten oder zumindest keinesfalls nahezulegen. Wir sind auf dem Weg zurück. Komm, wir kaufen unseren Kleinen wieder kleine Schultäfelchen und Kreide!
Vor dieser Entwicklung, dass wir unsere Daten an die USA und die Welt verschenken statt sie dem deutschen Staat zu geben, davor hat de Maizière bereits als Innenminister gewarnt. Er bedauerte inständig, dass es keine deutsche Plattform wie Facebook gäbe. Facebook ist böse. Also das Original, weil es amerikanisch ist. Denn wir Onliner vertrauten fremden Servern unsere Daten an. Daten, die wir dem deutschen Staat nie zu Gesicht kommen lassen wollten, es sei denn, es gäbe einen richterlichen Beschluss. Die Kombination Foursquare und Twitter oder Facebook ist geradezu der Beelzebub unter den Anwendungen: Wo bin ich gerade? Es ersetzt jeden Detektiv. Besser als jeder Agent es vermag, geben wir selbst kund, wo wir uns aufhalten. Wie nun bekannt ist, sagen wir es nicht nur der Welt, sondern vorwiegend der NSA. Eben auch, wenn wir meinen, es privat zu schreiben. Dabei schreckt die Politik weniger, dass geschnüffelt wird, sondern sie wirken auf mich, als läge der Skandal darin, dass der eigene Bürger nur von ihnen selbst bespitzelt werden dürfe. Zwar helfen die Amerikaner ihnen fleißig dabei, aber das sollte ja nicht herauskommen. 
Schade, dass nun die Chance vertan wird, sich ernsthaft mit Datenschutz zu beschäftigen in den Schulen sowie der Erwerb von Medienkompetenz nicht angegangen wird. Stattdessen: Verbote. Verbote. Verbote. Oder es wird eine deutsche Plattform eingeführt. Nur wird sie dann den Stallgeruch der Schule nicht los. So wie man nur selten sich demjenigen nochmal widmet, das man in der Schule machte, so würde eine solche Plattform wohl kaum sexy sein. Facebook würde es nutzen.

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