Emscher-Zukunft: Wettbewerb BRIDGES

Von Thomas_robbin

Seit 2005 lädt die Emschergenossenschaft jährlich Fotografen dazu ein, sich künstlerisch mit dem Umbau des Flusses Emscher im Ruhrgebiet aus­einander­zusetzen. Dabei steht nicht der Fluss­lauf selbst im Mittel­punkt der Betrachtung. Es geht vielmehr um die viel­fältigen Beziehungen des Emscher-Umbaus zum übrigen Emscher­tal, in land­schaftlicher, kultureller, sozialer und wirt­schaftlicher Hinsicht. Einsende­schluss ist der 11. Januar 2013.

Das Thema des Wettbewerbs lautet in diesem Jahr: „Past/Perfect, Raum und Traum“.

Das BRIDGES-Fotoprojekt

Vor 20 Jahren startete die Emschergenossenschaft in der Region zwischen Dortmund und Dinslaken ein einzigartiges Mammutprojekt: den Umbau eines ganzen Fluss-Systems. Fotografie spielte bei der naturnahen Umgestaltung dieses Landschaftsraums rund um die Emscher von Beginn an eine zentrale Rolle. Mit dem aktuellen Thema des BRIDGES Fotoprojekts Emscher Zukunft – „Past/Perfect, Raum und Traum“ – will die Emschergenossenschaft erneut die Chance nutzen, durch künstlerische Prozesse Landschafts- und Gesellschaftswandel sichtbar zu machen. Einsendeschluss: 11. Januar 2013.

Beim Emscher-Umbau ist in den vergangenen Jahren – ausgehend von der utopisch klingenden Idee, einen offenen Abwasserkanal in eine lebenswerte Kulturlandschaft zu verwandeln – viel passiert. Geplantes und Unerwartetes, Überraschungen und kleine Wunder. Das BRIDGES Fotoprojekt fragt: Was ist aus den mutigen Träumen geworden? Wie sieht die Vergangenheit aus, und was bringt die Zukunft? Die Auseinandersetzung der Fotografen mit dem Thema „Past/Perfect – Raum und Traum“ kann beobachtend, kommentierend, provozierend, objektiv oder subjektiv sein.

Die eingereichten Bildserien dürfen abstrakte oder konkrete Perspektiven einnehmen. Als Preisgeld stehen 15.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag wird von der Jury auf bis zu fünf Serien verteilt. Die Arbeiten werden im Hinblick auf ihre künstlerische Qualität und ihre Auseinandersetzung mit dem Emscher-Umbau anonym bewertet. Alle prämierten Bilder sind 2013 in einer Ausstellung zu sehen und werden in die Sammlung aufgenommen.

Bedeutung für die Planung
„Fotografie hat im planerischen Prozess eine ganz bedeutsame Funktion“, erklärt der Fotograf und Stadtplaner Jürgen Evert im Gespräch mit dem „Emscherplayer“. „Sie kann die Besonderheiten des Raums, der Umgebung, des Ambientes herausstellen, in dem sie auf Vergangenes hinweist und auch, weil sie auf etwas hinweist, was für den Gebrauch des neu gestalteten Raums von hoher Bedeutung ist, nämlich die Identität des Raumes und die Identifikationsmöglichkeiten der zukünftigen Nutzer.“ Hier liegt auch das Potenzial des BRIDGES Fotoprojekts, das seit 2006 die Landschaft und das Lebensgefühl einer Region im Wandel widerspiegelt.

Bilder des Wandels
Diese naturnahe Umgestaltung von 350 Kilometern Flusslandschaft hat weitreichende Folgen für das Leben von mehreren Millionen Menschen und sie bietet Fotografen ein breites Spektrum inhaltlicher Ansätze. Als verdichtete Wahrnehmung erzäh-len die Bilder der BRIDGES-Preisträger von der Lebenswirklichkeit hinter den Fassaden am Fluss. Sie spüren architektonische Strukturen auf, richten ihre Aufmerksamkeit auf Übergänge und Transiträume, fragen nach Vergessenem, machen Prozesse des regionalen Landschafts- und Gesellschaftswandels sichtbar. Aber vor allem sind sie eine Chance, neue Ansätze für den Umgang mit Stadt und Landschaft zu entwickeln und sie ha-ben das Potential den Blick von Architekten und Planern zu verändern.

Hintergrund-Information
Weltweit einzigartig und visionär: der Umbau der Emscher-Region. Die Emschergenossenschaft gestaltet eine ganze Flusslandschaft neu. Bis zum Jahr 2020 werden aus offen geführten be-tonierten Abwasserkanälen renaturierte und lebendige Gewässer. Dieser gewaltige wasserwirtschaftliche Umbau der Emscher und ihrer Nebenläufe verändert nachhaltig das Lebens- und Arbeitsumfeld in der gesamten Region. In einem Zeitraum von insgesamt etwa 30 Jahren bekommt das Emschertal zwischen Dortmund und Dinslaken ein neues Gesicht.

Informationen zum Wettbewerb

Ausführliche Angaben zur Aufgabenstellung und zur Einreichung von Beiträgen finden sich im Projektaufruf auf der Website des Bridges-Projektes. Einsendeschluss ist der 11. Januar 2013.