Emmy & Oliver von Robin Benway

Emmy & Oliver von Robin BenwayErschienen: Januar 2016 im Magellan Verlag | Originaltitel: Emmy & Oliver | Format: Gebunden | Seiten: 384 | Übersetzer: Jessika Komina & Sandra Knuffinke | Webseite der Autorin: Robin Benway | Bewertung: 5 von 5 Fläschchen

Meine Meinung als Podcast:

Dass ich Bücher sammle, dürfte so langsam jedem klar sein, der mich kennt oder auch nur durch Zufall über meinen Blog stolpert. So eine Leidenschaft bringt nicht nur die beste Dekoration mit sich, die es gibt, sondern auch immer mehr ungelesene Bücher. Das passiert ganz von selbst. Da sieht man irgendwo im Netz ein hübsch aussehendes oder vielversprechend klingendes Buch und schwupps landet es auch schon im Warenkorb. Packt man es dann Zuhause aus, freut man sich wie ein kleines Kind an Weihnachten und behandelt es wie einen Schatz, bevor man das Buch schließlich ins Regal stellt. Und dort bleibt es dann auch ziemlich oft für ziemlich lange Zeit. So erging es auch Emmy & Oliver. Immer wieder dachte ich, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch, schob es beiseite und entschied mich für eine andere Lektüre. Wie dumm ich doch die ganze Zeit über war. Hätte ich auch nur ansatzweise geahnt, was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet, ich hätte das Buch sofort verschlungen, als es bei mir ankam.

Worum geht es genau?
Vor zehn Jahren ist Oliver entführt worden, wodurch nicht nur das Leben seiner Mutter völlig aus den Fugen geraten ist, sondern auch das seiner Freunde. Besonders Emmy leidet darunter, dass ihr bester Freund nicht mehr da ist. Nicht nur, dass sie Oliver schmerzlich vermisst, ihre Eltern sind seit seinem Verschwinden auch übervorsichtig geworden und halten Emmy an der kurzen Leine. Um dennoch ein weitestgehend normales Teenagerleben führen und ihre Leidenschaft ausleben zu können, verheimlicht Emmy ihren Eltern weite Teile ihres Lebens. Die Situation ändert sich für sie auch nicht, als Oliver endlich gefunden wird und zurück nach Hause kommt. Doch immerhin hat sie jetzt ihren besten Freund wieder an ihrer Seite und gegenseitig helfen sie sich, sich selbst eine Stimme zu geben ..

Fingerspitzengefühl trifft Witz
Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Lebendigkeit, Witz und Charme eine Geschichte versprühen kann, in der es um Kindesentführung und ihre Konsequenzen geht. Dabei ist es keinesfalls so, dass die Ernsthaftigkeit und die Dramatik der Situation nicht ausreichend gewürdigt oder gar übergangen wurden. Vielmehr liegt das Spritzige einfach in der Natur der Figuren, die die Seiten zum Leben erwecken. Das erwähnte Fingerspitzengefühl ist dabei mit jedem Gedanken, jeder Handlung und jedem Wort verwoben, sodass ich mir trotz der Herzlichkeit, der Ironie und des Sarkasmus zu jeder Zeit der schrecklichen Thematik nicht nur bewusst war, sondern das Leid und die schwere Last der Figuren auch durchweg nachempfinden konnte.

Figuren zum lieb haben
Ich habe mich in die Figuren verliebt. In jede einzelne von ihnen. Sie sind allesamt so wundervoll und jeder für sich absolut einzigartig, dass ich gar nicht anders konnte, als sie alle in mein Herz zu schließen. Sie sind witzig, klug und wahnsinnig schlagfertig, was mir das Grinsen während des Lesens regelrecht ins Gesicht getackert hat. Aber natürlich geht auch an ihnen die Schwere der Thematik nicht vorbei und so spürt man in jeder Faser ihres Wesens, welche Spuren die Entführung im Laufe der Jahre in ihnen hinterlassen hat. Welche Ängste sich wie eine Seuche durch ihr Leben ziehen und jeden ihrer Schritte beeinflussen. Und man leidet mit ihnen mit. Man versteht, wieso sie so handeln, wie sie handeln und ist gleichzeitig traurig darüber, dass sie solche Schritte gehen müssen. Dass Eltern zu Helikoptereltern werden und Kinder lügen müssen, um ihr Leben so leben zu können, dass es ihnen dabei einigermaßen gut geht.

Wohlfühlatmosphäre
Es gibt Bücher, die findet man blöd, andere hingegen gut oder sogar richtig toll. Und dann gibt es Bücher, die sind wie Urlaub und nach Hause kommen, wie beste Freunde und Balsam für die Seele. Bücher, wie Emmy & Oliver. Ich habe mich von der ersten Seite an total wohl gefühlt, konnte mich fallen lassen und vollkommen in den Worten verlieren. Und das, obwohl die Geschichte mit einer wirklich sehr traurigen Erinnerung beginnt. Die Schreibe war für mich wie Musik in meinen Ohren, wie eine Melodie, die mich durch die Seiten getragen hat. Ich hätte nie gedacht, dass etwas Trauriges so wunderschön sein kann und wäre am liebsten ewig zwischen den Seiten verweilt. Und genau solche Bücher enden immer viel zu schnell und ehe man sich versieht, muss man sich von den Figuren auch schon verabschieden und sie ihren weiteren Weg alleine gehen lassen. In den meisten Fällen kullern mir an dieser Stelle dann die Tränen, weil der Abschied so schwer fällt, aber bei Emmy & Oliver habe ich mich gefreut. Für sie, weil sie ihre eigene Stimme gefunden haben und ganz sicher ihren Weg gehen werden.

Kurzum
Ich möchte mich am liebsten selbst dafür ausschimpfen, dass ich Emmy & Oliver so lange ungelesen in meinem Regal stehen ließ. Eine so wundervolle Geschichte voller Herzlichkeit und Schlagfertigkeit, tollen Figuren, einfühlsamen und stärkenden Worten sollte man sofort lesen und nicht erst ewig im Regal verstauben lassen. Und der perfekte Zeitpunkt für dieses Buch ist wirklich immer da, denn Emmy & Oliver ist eine Geschichte für gestern, für heute, für morgen, übermorgen und nächstes Jahr.

Weitere Meinungen zu dem Buch: Bücherquatsch | Riri's Bücher | Katze mit Buch


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