Elises Blut

Elise macht alles selbst, sie bindet sich selbst die Schuhe, sie richtet sich selbst das Haar und zugrunde, sie leistet sich manchmal ein paar neue Schuhe und selbst Gesellschaft, sie weint selbst, lacht selbst, denn da ist niemand, mit dem sie weinen oder lachen könnte, sie kriecht in ihr Bett, unter ihre Decke, greift sich ihren elektrischen Freund, führt ihn in ihre selbstlose Vagina, deren Selbstlosigkeit sie manchmal in einem Club vorführt, denn dann führt sie dort ihre Vagina spazieren, wer will, darf da mal rein, das sagt sie, dort gehorchen ihr die Männer, sonst nicht, denn sonst ist sie alleine, sie macht alles selbst, sie hat eine Selbsthilfegruppe für Selbstsüchtige gegründet, sie sitzt im Wohnzimmer und stellt sich selbst vor, ich bin es, sagt Elise, ich bin selbst hier, ich bin selbstsüchtig, weil da keiner ist, der mich von meinem Selbst in ein Uns überführen will, da bin immer nur ich, ich, ich, ich, sagt sie, zu viel Freiheit zerstört den Menschen, sie spricht zu ihren Kakteen, die hat sie um sich herum aufgestellt, sie zieht sich aus, sie will sich nackt machen, will sich voll und ganz hingeben, aufgeben, Selbstaufgabe nennt Elise das, sie greift sich den kleinsten der Kakteen, sie führt ihn in ihre Vagina, es bereitet ihr Schmerzen, sie blutet, man muss sich fühlen, sagt Elise, das sind ihre Selbsterfahrungen, die sie von sich selbst entfernen sollen, denn Elise will sich entkommen, sie kann sich nicht entkommen, sie wird am Morgen wieder in das Selbstbedienungsrestaurant in der Fußgängerzone gehen, sie wird alleine essen, alleine trinken, sie wird Selbstgespräche führen, die Leute werden sie mustern, was ist das denn für eine, werden sie sagen, der Elise ist das egal, sie wird nach Hause gehen, denn sie hat im Moment keine Arbeit, sie wird wieder über Selbstmord nachdenken, denn über etwas muss der Mensch in seiner Einsamkeit ja nachdenken, sie wird sich selbst leid tun, sie wird sich in einen Nachmittagschlaf heulen, sie wird ihr Geld zählen, sie legt sich immer etwas auf die Seite, sie wird hoffen, bangen und beten, denn sie will bald wieder einmal ihre Vagina spazieren führen, dafür braucht sie Geld, denn sie wird sie in einem Club spazieren führen, sie wird nach ihren Hunden rufen, kommt, mein Hunde, wird sie rufen, riecht an der Vagina, das ist die Vagina der Elise, die sehnt sich nach einer Hand, die sie hält, aber sie findet immer nur Schwänze, die Zärtlichkeit der Schwänze, die bietet man ihr, sie wird vom Club nach Hause schlendern, einsam und alleine, sie wird sich selbst nicht nahe sein, sie wird sich nach der Dusche sehnen, nach Wasser, sie wird sich die Schuld vom Körper waschen wollen, sie wird sich nach Selbstjustiz sehnen, denn nach solchen Abenden hasst sie die Männer, sie würde gerne einen töten, einfach raus gehen und Männer schlachten, die nutzen sie nur aus, die wollen nur ihre Vagina, die Elise ist einsam, aber sie hat nur ihre Einsamkeit, wenn sie die nicht hätte, dann hätte sie gar nichts mehr, sie ist ein Selbstversorger, eine, die sich alles selbst besorgt, die es sich selbst besorgt, nur wenn die Einsamkeit zu groß wird, wenn die ihr Maul öffnet, um die Elise zu verschlucken, dann marschiert Elise los mit ihrer selbstlosen Vagina und führt sie spazieren, aber heute nicht, denn heute sitzt Elise vor dem Spiegel, sie sieht sich hübsch, sie blickt so lange, bis sie sich tatsächlich begehrenswert findet, sie verliebt sich in sich selbst, Selbstschutz nennt man das, die Elisa streichelt sich über den Busen, ich liebe dich, flüstert sie sich zu, heute ist die Elise mit sich selbst beschäftigt, doch nicht nur heute, würde die Elise sagen, ich bin doch immer und stets mit mir selbst beschäftigt, würde die Elise sagen, und heute ist ein Tag wie alle Tage, die Elise ist mit sich selbst beschäftigt, sie blickt in den Spiegel hinein, sie sieht eine Andere, das bin ja nicht ich, sagt die Elise, sie streichelt der Fremden den Busen, die Elise entdeckt heute ihre Liebe zu den Frauen, sie hat sich verliebt, du da, sagt sie zum Spiegelbild, sie wirft der Anderen einen Kuss zu, sie fingert sich zur Vagina, da taucht plötzlich eine Rasierklinge in der Hand der Anderen auf, die Andere schneidet ihr die Vagina in kleine Fetzen, Miststück, zischt die Andere, Elise schreit, die Andere lacht, sie kann der Gewalt nicht entkommen, du wirst hier verbluten, Miststück, sagt die Andere, nein, bittet Elise, aber die Andere kennt keine Gnade, sie kennt nur Selbstsucht und Selbstmitleid, sonst nichts, denn die Andere war zu lange allein, sie kann keine Mitgefühle mehr aufbringen, die wurden mit der Zeit zu schwer, sie kennt nur den Hass auf die Lust, denn die Lust lässt die Einsamkeit nie enden, da sitzen sie, die Elise und die Andere, endlich ist Elise nicht mehr allein, sie wünscht sich das Alleinsein zurück, denn zu viel Zweisamkeit lässt die Seele nur bluten, das denkt die Elise und blutet und blutet und blutet und blutet.



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