Elise LeGrow: Mut schlägt Leichtigkeit

Elise LeGrow: Mut schlägt LeichtigkeitElise LeGrow
„Playing Chess“

(BMG/Warner)
Normalerweise kommt man mit solchen Sachen ja eher im Spätherbst der Karriere um die Ecke, als Debüt ist es eher ungewöhnlich: Elise LeGrow, kanadische RnB-Sängerin, hat sich dennoch entschieden, gleich zu Beginn ihrer Laufbahn ein Cover-Album zu veröffentlichen. Eigenwillig ist es deshalb, weil solchen Compilationen ja immer der Ruch anheftet, den eigenen Kompositionen nicht recht zu vertrauen, man kennt das Schicksal zahlreicher Bands, die über das Nachsingen angeeigneter Songs nicht hinauskommen und schlimmstenfalls als Stimmungskanonen auf  Faschingsparties und Hochzeitsfeiern enden. Trauen darf sich solches nach landläufiger Meinung eigentlich nur, wer schon auf eine respektable Sammlung selbstgeschriebener Stücke verweisen kann. Sagt man – LeGrow ist da offensichtlich anderer Meinung. Und verfügt demnach über eine ordentliche Portion Selbstbewußtsein, schließlich nimmt sie sich für ihre Hommage an das US-amerikanische Indie-Label Chess Records, das von den 50ern bis Mitte der 70er Heimat zahlreicher bekannter RnB-, Blues- und Soulstars war, nicht gerade die Leichtgewichte der Branche vor.
Das Gute wiederum an solchen Platten ist, daß man sich nicht lange bei der Frage aufhalten muß, was uns wohl die Künstlerin mit diesem oder jenem Lied sagen wollte, die Botschaft ist schlicht: Das sind meine fave raves, so klingt meine Interpretation – love it or leave it. Und man kann LeGrow nicht vorwerfen, daß sie das Vorhaben nicht mit mächtig viel Engagement angegangen wäre. Ihre Stimme hat ja ohnehin ausreichend Schärfe und Volumen, um damit Großes bewältigen können. Der Soulrock, der Blues, alles kantig und mit viel Power und Leidenschaft eingesungen. Problem: Die Leichtigkeit, beim Original noch maßgeblich, kommt nicht mehr ganz so zur Geltung. Hört man zum Beispiel Bo Diddleys Einstiegssong „Who Do You Love“, dann nimmt LeGrow einerseits einiges an Geschwindigkeit aus dem Stück, röhrt dafür aber mit derart viel Kraft, daß der ursprünglich butterweiche Swing verlorengeht.

Gleiches passiert später auch mit einem anderen Klassiker: Bei Chuck Berrys „You Never Can Tell“ gibt es wohl kaum jemanden, der dazu nicht Vincent Vega und Mia Wallace aka. John Travolta und Uma Thurman auf der Tanzfläche des Burgerlokals vor Augen hat, wie sich beide als Mister und Madame Oberlässig in „Pulp Fiction“ anbalzen. Erschwerend kommt hinzu, daß LeGrow sich aktuell auch noch eine filmreife Haartracht zugelegt hat, der Song hat also in zweierlei Hinsicht eine fiese Hypothek – mit dem Ergebnis kann sie, bei allem Mut zur abgebremsten Umdeutung, eigentlich nicht gewinnen. Grundsätzlich ist das Album aber durchaus ein gelungenes, die Stücke pumpen, vibrieren, atmen durchaus Frische und profitieren meistens auch von LeGrows Neubearbeitung. Es ist ja nicht so, daß in diesem Genre ein Überangebot herrschen würde, ehemals verheißungsvolle Interpreten wie Duffy oder Joss Stone sind längst in der Versenkung verschwunden und die Ausnahmekünstlerinnen Joan As Policewoman oder Cold Specks beackern eher Randbereiche. Für den klassischen RnB könnte Elise LeGrow deshalb eine dauerhafte Bereicherung sein. http://eliselegrow.com/
06.05.  Köln, Yard Club
07.05.  Hamburg, Imperial Theater
08.05.  Berlin, Auster Club
10.05.  Leipzig, Neues Schauspiel
11.05.  München, Einstein Kultur

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