Eklat in Weimar beim Besuch einer iranische Delegation

Nationaltheater in Weimar, Bildquelle: Wikipedia

Nationaltheater in Weimar, Bildquelle: Wikipedia

Wenn man Repräsentanten eines Staates einlädt, deren selbsternannter Präsident den Holocaust leugnet, muss man sich – auch als Bürgermeister von Weimar – nicht wundern, wenn diese den Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald ablehnen.

Eine Delegation aus dem Iran hat in Weimar für einen Eklat gesorgt. Die Gruppe aus der Partnerstadt Schiraz lehnte es nach Angaben der Stadtverwaltung ab, die KZ-Gedenkstätte Buchenwald zu besichtigen. (Quelle)

Vielleicht auch erinnert das die Stadtoberen aus Shiraz zu sehr an die eigenen Gefängnisse?

Dass die Delegation der (Partnerstadt) Shiraz sich weigerte, auf den Ettersberg zu gehen, kann ich ja sogar noch begreifen (wenn auch nicht gutheißen). Aber

zuvor hatten die Gäste, darunter der Bürgermeister der Stadt, auch schon einen Besuch am Denkmal der Dichter Goethe und Hafis abgelehnt.

Ist den Iranern denn nicht mal ihr eigenes Nationalheiligtum heilig? Aber vermutlich ist Hafis ihnen zu weit weg vom staatlichen Islam.

Doch es hat den Anschein, dass es nicht die Delegation aus Shiraz selbst war, die den Besuch in Buchenwald und bei Goethe und Hafiz absagte:

Die Absage ist mehr als ein diplomatischer Affront: Sie wirft die Frage auf, inwieweit moderate Kommunalpolitiker aus der Hafis-Stadt sich im Ausland frei bewegen können. Denn der Druck, von dem Weimars OB sprach, wurde nicht nur von Botschafter Alireza Sheikh Attar aufgebaut, der am Dienstag die Delegation begleitete und als Hardliner gilt. Den Druck übten nach Informationen unserer Zeitung Vertreter des Regimes in Teheran direkt auf den Bürgermeister von Schiraz, Mehran Etemadi, aus, dessen Delegation auch vom Geheimdienst überwacht wurde. (Quelle)

Die TLZ – aus der das obige Zitat statt, fragt:

Wie glaubwürdig bleibe Weimar, das sich zur Bewahrung der Buchenwald-Erinnerung offen bekannt habe, wenn es offen antisemitische Politik und sei es unwillentlich mitbefördert, überhaupt einem undemokratischen Regime zum schönen Schein verhelfe?

und trifft genau den Kern der Sache: so wie ich die Meinung vertrete, dass dem iranischen Botschafter in Deutschland, Herrn Attar, in diesem Land kein Podium zur Selbstdarstellung und noch viel weniger zum Schönreden der unerträglichen Politik seines Herren zu geben ist; so stellt sich die Frage, ob nicht eine Städtepartnerschaft ein eher falsches Signal ist. Denn wer “partnert” denn? Nicht die Bevölkerung! Es sind die Herren Machthaber hüben wie drüben. Und die haben nun wirklich keinerlei Unterstützung verdient. Nicht einmal Anerkennung.


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