Einsteigen bitte! Mit dem Zug von Chicago nach New Orleans

Von Mandy

Let`s go on an adventure! In 19 Stunden mit dem Zug von Chicago nach New Orleans – für mich bedeutete das, zum ersten Mal mit dem berühmten Amtrak – über Nacht – und einmal quer durch Amerika fahren. Also zumindest von Nord nach Süd. Ich war ganz schön aufgeregt und gespannt, aber freute mich auch drauf – ob sich die lange Fahrt gelohnt hat? Hier kommt mein Erfahrungsbericht.

Freitag, 18.30 Uhr – Union Station, Chicago

Da war ich nun also. Nach einem wunderbaren Tag in Chicago sollte es bereits heute Abend 20 Uhr nach New Orleans gehen statt wie in der ersten Planung am nächsten Morgen via Flug. Da man laut Amtrak bereits eine Stunde vor Abfahrt da sein sollte, wenn man sein Gepäck einchecken lassen möchte, bin ich bereits gegen 18.30 Uhr am Bahnhof. Wie sich herausstellt, war das auch ganz gut so, hatte ich so genügend Zeit meinen Koffer abzugeben und mir in Ruhe einen Überblick über den Bahnhof und den Ablauf zu verschaffen. Denn dieser unterscheidet sich doch sehr zum Bahnfahren in Deutschland und ist wie so vieles andere in den USA genauestens geregelt. Ich finde ja das Ganze ähnelt ein wenig dem Prozedere an Flughäfen – nur ohne die vielen Sicherheitskontrollen. Aber dazu gleich mehr.

Nachdem ich den Amtrak-Schalter gefunden und meinen Kofer eingecheckt habe, sagt mir die Check-In Lady ich solle mich zur Main Hall begeben und dort warten, bis mein Zug aufgerufen wird. Also ab in die große, doch recht eindrucksvolle Bahnhofshalle und warten. Da befindet sich ebenfalls ein Schalter, an dem ein Amtrak-Mitarbeiter sitzt und die Züge durchsagt.

Main Hall – Union Station, Chicago

19.30 Uhr – All aboard!

Kurz vor halb acht schließlich die Durchsage, dass der Zug nach New Orleans startklar zum Boarding ist. Für uns Passagiere hieß das: Am „To Trains“ – Schildchen wieder einmal „in line“ stellen, wie das in Amerika eben so üblich ist und dann führt man unsere Gruppe geschlossen zu einer Art Schleuse vor unserem Bahnsteig. Aus Sicherheitsgründen darf dieser nämlich weder im Alleingang noch ohne ausdrückliche Aufforderung betreten werden. Zudem muss man auch an den Polizisten der Bahnpolizei vorbei, die stichprobenartig kontrollieren und/oder Ausweiskontrollen machen. Präsent sind diese defintiv mal überall auf dem Bahnhof und ebenfalls an Bord des Zugs. Alles in allem aber verlief das Prozedere doch recht schnell.

Bitte anstellen!

Am Bahnsteig – Union Station, Chicago

Am Zug selbst, sind die Waggons nach Städten aufgeteilt. An meinem Abteil mit der Enddestination New Orleans bekomme ich vom Schaffner(Conductor) meine Sitzplatznummer. Lee, der Lehrer, der hinter mir in der Reihe steht und mit dem ich schon ein kurzes Schwätzchen hielt, wird mein Sitznachbar. Liebenswerterweise überlässt er mir sogar den Fensterplatz, da er öfters Zug fährt und es für mich das erste Mal ist.

Mit den Sitzplätzen ist das übrigens so ein Sache: Beim Buchen hat man nur die Wahl zwischen „upper“ und „lower“ level. Nicht aber die Wahl, ob Gang oder Fensterplatz. Wenn man also allein reist, hat man entweder Glück mit der Nummer, die einem der Schaffner gibt oder nicht. Bzw. lohnt es sich den Schaffner eventuell einfach nett zu fragen, ob man einen Fensterplatz bekommen kann.

20 Uhr – Abfahrt mit dem „City of New Orleans“!

Nachdem ich es mir auf meinem Platz gemütlich gemacht habe, der übrigens wirklich recht komfortabel ist und viel Beinfreiheit bietet, heißt es erstmal die Durchsagen und das Vorbeikommen des Schaffners, der die Tickets checkt, abzuwarten. Ich finde ja, je öfter man  in die Staaten reist, desto routinierter und gelassener wird man in Sachen „warten“.^^

Das Ganze dauert noch ein Weilchen und ich versuche noch einen letzten Blick auf die beleuchtete Skyline Chicagos zu erhaschen, denn mittlerweile ist es dunkel geworden…Unglücklicherweise befindet sie sich auf der linken Seite des Zuges und wir sitzen rechts. Aber ein wenig kann ich dennoch erkennen.

Als der Schaffner durch ist, besorge ich mir zusammen mit Lee noch etwas zu trinken im Lounge Car, das wiederum direkt am Observation Car und an unseren Plätzen angrenzt. Das werde ich allerdings erst morgen erkunden, da man jetzt eh nicht mehr viel sehen kann.

Zurück auf unseren Plätzen plaudern wir die nächsten 2 Stunden über Gott und die Welt. Lee unterrichtet Geschichte- und Portugiesisch, hat bereits in Boston und San Francisco gelebt und ist vor einer Weile nach Chicago zurückgekehrt, von wo er ursprünglich stammt. Er fährt lieber Zug, weil er es schöner findet und weil ihm die ganzen Sicherheitskontrollen am Flughafen zu langwierig sind. Da ist Zureisen doch schon wesentlich einfacher!

Wir reden weiter über die Präsidentschaftswahlen, wobei ich erfahre, dass Lee Demokrat und Kandidat Bernie Sanders sein Favorit ist. Ich erzähle ihm, dass ich Hillary wie damals 2008 die Daumen drücke. Nicht nur weil ich die Frau schon seit Ewigkeiten bewundere und für eine der inspirierendsten und stärksten Frauen unserer Zeit halte, sondern einfach weil sie absolut qualifiziert für den Job und mit Leidenschaft dabei ist. Wir unterhalten und noch eine Weile über das Thema, meine Magisterarbeit(in der es u.a. nämlich um Hillary und ihren Wahlkampf ging) und finden, dass die Republikaner gerade nicht wirklich mit einem brauchbaren Kandidaten daher kommen. Ich könnte ja noch ewig mit Lee darüber debattieren, weil es so spannend ist mit Amerikanern darüber zu sprechen, aber gegen halb elf wurde ich schließlich doch ganz schön müde, also vertagten wir unser Gespräch auf den nächsten Tag.

22.43 Uhr – Good night!

Die Nacht war dann so…okay. Durch die Fußablage, die sich direkt am Sitz befindet, konnte man sich ganz gut „lang machen“, aber ehrlich, länger als 2 Tage wäre es schon nervig dort zu pennen. Komisch ist es mitunter ebenfalls neben einem Fremden zu schlafen, aber am schlimmsten war eigentlich die Klimaanlage: Im Lagenlook mit Long-Sleeve, Cardigan, Schal, langer Hose & Co und der kleinen Fleece-Decke, die ich Gottseidank aufgrund einiger Erfahrungsberichte mitgenommen habe(und das Reisekissen), hab ich zwar nicht gefroren, aber die kalte Luft blies mir so unangenehm ins Gesicht, dass schließlich nur noch Decke bis über den Kopf ziehen half.

05.00 Uhr – Morgens in Memphis, Tennessee

Kurz bevor wir Memphis in der Morgendämmerung erreichen, wache ich von allein auf. Der Jetlag lässt grüßen. Hier ist unser Aufenthalt etwas länger, so ca. 30-60 Minuten ungefähr, und somit ein wenig Zeit, um mal frische Lut zu schnappen und sich draußen die Beine zu vertreten.

Während ich eine Runde drehe, lerne ich einen der Schaffner kennen, dessen Schicht gerade in Memphis beginnt und mit dem ich mich eine Weile unterhalte. John, ich schätze ihn so auf 50+, macht seinen Job bei Amtrak schon ziemlich lange und mit Freude, das merkt man sofort. Zuletzt war er sogar einmal für eine deutsche Doku bei seinem Job gefilmt worden(leider hab ich nicht rausfinden können für welche).

Als er fragt, woher ich komme und ich Deutschland antworte, kommt er sogleich ins Schwärmen: „Oh Germany! I love it, it’s such a beautiful country!“ Er erzählt mir davon, dass er deutsche Wurzeln hat(seine Großmutter kommt von dort) und er oft nach Deutschland reist – sogar in Leipzig war er schon. Und das er und seine Familie sich jetzt darauf freuen, dass sie bald wieder Besuch von einem ihrer ehemaligen Austauschschüler aus Deutschland bekommen.

Leider geht unsere Fahrt auch weiter und wir müssen unser Schwätzchen beenden. Aber neben Lee ist zu dem Zeitpunkt John eines der besten Beispiele dafür, was ich so an Amerika liebe – die zufälligen Begegnungen und interessanten Gespräche unterwegs. Irgendwie kann ich daran auch nichts oberflächliches finden, was den Amerikanern ja häufiger unterstellt wird…

06.30 Uhr – 14.00 Discover the real America?

Schließlich treffe ich auf dem Gang Lee wieder, der sich in der Nacht in das sogenannte Observation Car verzogen hat. Gemeinsam machen wir uns auf zum Lounge/Café Car, um zu frühstücken. Bei mir wird es eine Cinnamon Roll und ein Kaffee, wobei der Kaffee echt weitaus besser schmeckt als die Zimtschnecke. Man kann allerdings auch richtig im Bordrestaurant frühstücken gehen mit Pancakes, Eiern & Co, allerdings hatte ich um die Uhrzeit noch keinen richtigen Hunger auf so ein große Mahlzeit. Mit dem Kaffee und „Frühstück“ ging`s dann zum Herzstück des Zugs und zum Highlight auf der ganzen Fahrt: Dem Observation Car  mit Panoramfenstern und bequemen, drehbaren Sesseln. Wie cool ist das denn bitteschön?? Für mich ab dem Zeitpunkt mein Lieblingsplatz und Aufenthaltsort bis nach New Orleans.

Amtrak Observation car im „City of New Orleans“

So genieße ich also die Fahrt mit Blick auf das vorüberziehende Amerika…Am Vormittag war es noch relativ leer, erst später füllte sich der Waggon mit jedem Halt. Es geht vorbei an Getreidefeldern, verlassen wirkenden Örtchen, Schrottplätzen, einsamen Straßen, über Flüsse und die ersten Sümpfe, vorbei an den Hinterhöfen Amerikas. Quer durch Tennessee und Mississippi. Durch den Regen wirkt die Szenerie oft besonders trostlos und wie aus dem Film entsprungen. Ich frage mich, wie das Leben dort für die Menschen sein mag…


Links mein Sitznachbar Lee, daneben die zwei Guides vom Trail & Rail Programm

Irgendwo zwischen den Stops steigen die Guides vom Trails & Rails Programm zu, welche die Reisenden an den verschiedenen Stationen mit Infos versorgen. So erfahren wir beispielsweise, dass wir u.a. gerade irgendwo in der Pampa an dem Heimatstädtchen von Britney Spears entlang gefahren sind. Martin Luther King jr. ist allerdings der wesentlich interessantere Teil. Joe (im Foto oben rechts), einer der Guides  – er ist schon deutlich im Rentenalter – spielt zwischendurch auf seiner Mundharmonika…

Trails & Rails Program onboard of City of New Orleans – Joe’s playing the harmonica. It was just amazing! #amtrak #cityofneworleans #trailsandrails #railroad #train #usa #chicago #neworleans #fun #bestoftheday #views

Ein von Mandy (@travelroads) gepostetes Video am 23. Aug 2015 um 21:54 Uhr

…und inzwischen zeigte sich auch endlich die Sonne:

Amtrak Station in McComb

Mein Buch das ich mir für die Fahrt mitgebracht habe, bleibt übrigens in der Tasche. Viel zu beschäftigt bin ich die Eindrücke der vorüberziehenden Landschaften aufzusaugen. Ich will soviel wie möglich sehen und die Zeit beginnt für mich schon zu rasen. Zu sehr lebe ich den Augenblick, die Fahrt, die netten Gespräche. Träume vor mich hin und bin so glücklich, dass diese Zugfahrt genauso ist wie ich sie mir vorgestellt habe.

Je näher wir New Orleans kommen, desto mehr schwanken schließlich meine Gefühle zwischen Vorfreude, Aufregung und Wehmut – darüber, weil die Zugfahrt sich dem Ende zu neigt…

Als wir den Lake Ponchartrain erreichen, noch kurz Sonnenschein und dann das: Es beginnt zu gewittern und in Strömen zu regnen. Auf den Fotos leider nicht so ersichtlich, war das vom Inneren des Zuges aus doch ein ganz schönes Naturschauspiel. Besonders als die Blitze über den Sümpfen und dem See krachten.

15:10 – Hello New Orleans!

Und inmitten eines heftigen Gewitters erreichen wir unser Ziel:

Fast da…

Superdome – Stadtion New Orleans in der Nähe des Bahnhofs

 Willkommen im „Big easy“!

Was für eine Fahrt! Am Bahnhof ging dann plötzlich auch alles ziemlich schnell – ich wartete auf die Gepäckrückgabe, verabschiedete mich von Lee und ab ins Taxi – New Orleans, ich komme!

Fazit

19 Stunden versus 2 Stunden Flug – lohnt sich das? JA JA JA! Ich war danach so Feuer und Flamme, dass ich direkt über den nächsten Trip nachgedacht habe, den ich mit Amtrak machen könnte. Und da gibt’s so einiges was ich mir vorstellen könnte…^^

Mal abgesehen davon, dass ich mir so einen Flug sparen konnte, was für mich eine echte mentale Erleichterung war, habe ich unterwegs einige interessante Menschen getroffen und Amerika wieder einmal aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. Ein Stück mehr vom alltäglichen Leben, vielleicht auch ein stückweit mehr vom „echten“ Amerika…?

Weitere Infos & Tipps:

Buchung/Preis: Gebucht habe ich direkt auf der Amtrak-Website, die automatisch auf die deutschsprachige Version leitet. Preis: 160 $, upper Level, Coach Class (2. Klasse). Hab ich ca. 6 Wochen zuvor gebucht, ist danach allerdings günstiger (100 $) geworden. Ob das immer so ist, kann ich allerdings nicht sagen. Die Schlafwagenabteile(=Roomettes) sind sicherlich komfortabler, aber auch deuuutlich teurer. In dem Preis ist dafür das Essen im Speisewagen enthalten(Breakfast, Lunch, Dinner). Für eine Nacht finde ich die 2. Klasse aber völlig in Ordnung.

Besonderheiten: Es gibt unterschiedliche Züge. Das Observation Car gibt es in der Form beispielsweise nur in den zweistöckigen und nicht in den einfachen Amtrak-Trains wie die an der Ostküste zum Beispiel in Richtung New York, weil die Züge auf der Strecke mehrere Tunnel passieren müssen, die nicht so hoch sind.

Wann sollte ich am Bahnhof sein?

Generell würde ich allen, die zum ersten Mal mit Amtrak fahren, mindestens eine Stunde vorher empfehlen, so dass kein Stress aufkommt und man sich in Ruhe mit dem Ablauf am Bahnhof vertraut machen kann. Es kommt aber auch ein wenig darauf an, ob man von einem sehr großen Bahnhof abfährt, ob man Gepäck augibt oder ob man über Nacht fährt. Zu dem Punkt  gibt euch aber auch die Website von Amtrak Auskunft.

W-Lan im Zug vorhanden?: Nein, gibt`s leider noch nicht in allen Zügen, aber man arbeitet wohl dran. Wenn man eine amerikanische Sim-Card hat, funktioniert das Netz auf der Route allerdings recht gut.

Was sollte mit an Bord? Und wie sieht es mit Essen + Trinken im Zug aus?

Definitiv sollte man eine Decke(z.B. Flugzugdecke *ähäm*), Kissen und Wasser(!) mitnehmen, letzteres war recht schnell ausverkauft. Ebenso warme Klamotten und die nötigen Drogerie-Essentials für den nächsten Morgen, Ladekabel fürs Smartphone/Kamera/Notebook (Stromstecker an den Sitzen vorhanden) und den dafür notwendigen Adapter. Wer nicht soviel Geld für das Essen an Bord ausgeben möchte, sollte sich vorher etwas zum Mitnehmen besorgen. Im Café Car gibt`s mehr so Snacks und Fast Food wie Chips, Süßkram, Hot Dogs, Pizza(die dafür aber echt lecker war), Getränke aller Art, auch Alkohol. Im Speisewagen kann man aber auch richtig essen gehen. Die Speisekarten kann man sich auch einfach vorher schon einmal auf der Website mit den entsprechenden Preisen anschauen und runterladen.

Gepäck/ Gepäckaufgabe: Erlaubt sind pro Person 2 persönliche Gegenstände mit max. 12 kg und zwei Handgepäck-Stücke mit max. 23 kg. Also ich denke, das ist ausreichend.

Aufgeben oder mit in den Zug nehmen?

Also ich wollte meinen Koffer einfach direkt am Bahnhof los werden, wenn ich schon die Möglichkeit dazu habe. Ist aber kein Muss, da man jeweils 2 Gepäckstücke á 23 kg auch mit an Bord nehmen kann. Dafür gibt es in den zweistöckigen Superlinern nur bedingt Platz im unteren Zugabteil. Ins obere Zugabteil führt nur eine sehr enge und schmale Treppe, wo man mit Backpack noch ganz gut hinkommt, aber mit Koffer? Nicht zu empfehlen. Ich hatte schließlich nur noch meinen Rucksack und eine Tasche dabei.

Fotografieren: Also Fotografieren während der Fahrt ist wirklich eine Kunst. Leider sind unwahrscheinlich viele Fotos verschwommen, wie man zum Teil sehen konnte.  Am besten gelang es mir noch mit meinem Smartphone und wenn der Zug etwas langsamer fuhr.

Soweit zu den wichtigsten Fragen, die mich zu Anfang bei der Planung so beschäftigt haben. Fällt euch noch was ein? Oder habt selbst noch ein paar Tipps auf Lager? Dann immer her damit.

Viele Infos und einen guten ersten Überblick über so gut wie jede Frage verschafft euch sonst  natürlich auch diese Seite direkt auf Amtrak.

Wie kommt man sonst von Chicago nach New Orleans?

Auto: Mit dem Mietwagen ist man laut Google in knapp 15 Stunden in NOLA – wenn man durchfahren würde. Auf der Strecke lässt man sich aber natürlich Zeit, schließlich gibt`s einige interessante Stops, die man einlegen kann. Z.b. in Nashville oder Memphis. Hätte es dort übrigens ein gutes Hostel gegeben, hätte ich mir die Stadt und Graceland gerne für 1 Tag angeschaut und wäre mit dem Zug am nächsten Tag weiter gefahren. Bei der Überlegung mit dem Auto zu fahren spielen sicherlich neben der Zeit, auch die Kosten und die Frage, ob man überhaupt allein die ganze Strecke fahren möchte, eine wichtige Rolle.

Flug: Die günstigste Option – man ist in 2 Stunden da und die Flüge kosten nicht viel. Ich hatte ja zuerst einen Flug bei Southwest Airlines für 60 Euro direkt auf deren Website gebucht. Nur durch Zufall habe ich dann eigentlich festgestellt, dass Southwest Airlines als einzige Low-Cost-Airline die Möglichkeit bietet, kostenlos das Ticket auf eine andere Strecke umzubuchen oder zu stornieren und den Gutschein dafür in den nächsten 12 Monaten einzulösen. Zudem muss man bei der Airline keine zusätzlichen Gepäckgebühren zahlen.  Meinen Flug habe ich schließlich umgeändert auf New Orleans-New York, da ich diesen zu dem Zeitpunkt noch nicht gebucht hatte. Dafür habe ich dann nur noch den Differenzbetrag gezahlt.

Bus: Ich hätte ja gedacht, dass der Bus die billigste, wenn auch am längsten dauernde Variante wäre. Allerdings kostet so ein Ticket tatsächlich auch um die 100 $. Die Strecke fährt beispielsweise Megabus oder Greyhound in 30 Stunden. Zwischenstop ist dabei entweder Memphis oder Atlanta, was ich persönlich auch nicht schlecht finde für einen 1-2 tägigem Aufenthalt. Ich selbst habe mit dem Megabus-Unternehmen in den USA bisher gute Erfahrungen gemacht als auch andere Alleinreisende, die ich in meinem Hostel in New Orleans kennengelernt habe. So einige sind zudem mit dem Greyhound unterwegs gewesen und haben nichts Negatives berichtet. Ist zwar teils immer noch etwas verpönt(= das Klischee, wer als Amerikaner Bus fährt, besitzt kein Auto und ist damit ergo eher in der unteren Gesellschaftsschicht anzutreffen und Fahrten aufgrund dubioser Gestalten nicht so sicher), aber mir scheint als hätte sich da auch schon so einiges geändert in den letzten Jahren.

Doku-Tipp:

Unbedingt anschauen!

So, nun geht’s bald weiter mit dem ersten Bericht zu New Orleans! Stay tuned:)

Bist du schon einmal mit dem Zug in den USA unterwegs gewesen oder hast nun Lust auf eine Fahrt bekommen?