Eingescannt

Natürlich musste ich die Sache mit dem Self-Scanning sogleich ausprobieren, als ich erfuhr, dass jetzt auch mein Detailhändler das System anbietet. Als leidenschaftliche Futtersammlerin muss ich mitreden können, wenn beim nächsten Kaffeeklatsch die Rede auf den Einkauf mit dem Handscanner kommt. Nicht, dass ich oft mit Frauen zusammenkomme, die über nichts anderes als Einkauf, Trockenwerden und Putzmittel reden, aber man sollte zumindest vorbereitet sein. Jetzt also könnte ich mitreden, wenn ich denn müsste, also tue ich es.

Self-Scanning beim Zwischendurch-Einkauf, das geht. Ist zwar langweilig, aber es erinnert mich an meinen Studentenjob an der Kasse, als ich die Chef-Verkäuferin beeindruckte, weil ich fast so schnell scannte wie die Profis. Einer meiner grössten beruflichen Erfolge…

Self-Scanning und Wocheneinkauf geht zwar auch, wird aber schon deutlich schwieriger. Wie soll man sinnvoll einpacken können – Schweres und Hartes unten, Leichtes und Weiches oben -, wenn alles sogleich in die Einkaufstaschen wandert, zuerst die Kakis und erst viel später die Milchflaschen? Aber eben, es geht. Zumindest, wenn man den Verstand nicht vollends ausschaltet, was man beim Einkauf ohnehin nie tun sollte, sonst weiss man zu Hause nicht mehr, weshalb man auf die hirnverbrannte Idee gekommen ist, Trüffelöl zu kaufen, wo doch ausser Karlsson keiner von uns Trüffel mag.

Self-Scanning und FeuerwehrRitterRömerPirat ist geradezu erholsam. Vor lauter scannen vergisst der Junge, Süssigkeiten und Spielsachen zu betteln. Vielleicht spürt er auch einfach, dass betteln jetzt noch zweckloser ist als gewöhnlich. Wenn man zwischendurch mal kurz nachschauen kann, wie viel Geld man am Ende ausgeben wird, wird das Neinsagen so viel einfacher.

Was aber auf gar keinen Fall geht: Self-Scanning und Prinzchen. Mal löscht er mir die eben eingescannten Artikel, dann wieder setzt er mir fröhlich ein paar zusätzliche Raclette-Käse auf die Rechnung, weil es so viel Spass macht, die Plus-Taste zu drücken. Hin und wieder fällt das Gerät zu Boden, weil er es nicht mehr aus den Händen geben will und beim Bezahlen kommt das Geschrei, weil wir nicht bei der Kinderkasse mit dem Treppchen anstehen, sondern bei einer dieser kühl wirkenden Bezahlstationen.

Mag sein, dass ich hie und da wieder zum Scanner greifen werde, aber solange die Bezahlstation nicht mehr zu mir sagt als “Akzeptieren Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen” und “Geben Sie Ihren PIN-Code bitte verdeckt ein”, wird sich das System bei mir nicht durchsetzen. Ein Grosseinkauf ohne Schwatz mit der Kassiererin ist nichts für mich.

Eingescannt



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