Einfach mal den Kopf ausschalten.

Quelle: Unsplash.com

Manchmal überkommt es mich und ich muss meinen Gedanken freien Lauf lassen. Während ich die Kopfthemen überwiegend dem männlichen Part dieses Blogs überlasse, widme ich mich dem Herz. Manchmal betrifft es das Wertvollste in meinem Leben, die Heimat, manchmal auch meine Flugangst, unsere Liebe und wenn etwas Schlimmes passiert, wird auch schon mal die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit zur Herzensangelegenheit. Zwischen all den Dingen, die den Kopf ausfüllen, ist es aber nicht immer einfach, den passenden Zeitpunkt zu finden, an dem man das Herz öffnen und die Gedanken in Worte fassen kann. Und wenn man ohnehin den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Worte für und von anderen zu Papier zu bringen, ist es umso schwerer, sich auf das eigene Kopfchaos zu fokussieren.

Nach knapp zehn Monaten 2015 muss ich feststellen: Das Jahr hat es in sich. Psychisch bin ich wahrscheinlich noch im März gefangen, weil ich bei all den Eindrücken und Erfahrungen gar nicht mehr hinterherkomme. Neue berufliche Erfahrungen, persönliche Herausforderungen, wunderbare Bekanntschaften, Trauer, Freude, Verlangen, Liebe und dabei immer an sich selbst wachsen. Veränderungen wohin das Auge reicht. Veränderungen sind schwierig, aber sie müssen sein – man muss nur lernen, sie zu akzeptieren. Ich mag Veränderungen. Ich mag das Leben mit all seinen Facetten. Ich mag die glücklichen Momente genauso sehr wie die unendliche Traurigkeit, die sich von Zeit zu Zeit einschleicht. Ich bin ein Fan von Planungen, ich organisiere gerne, weiss gern im Voraus, was mich erwartet. Aber manchmal ist es auch das Ungewisse, das reizvoll ist. Auch als Kopfmensch muss man ab und zu die Dinge einfach hinnehmen, ohne zu viel darüber nachzudenken.

Beruflich wie persönlich befindet man sich von Zeit zu Zeit in Ungewissheit und das ist okay. Theoretisch. Aber wenn das Leben sich überschlägt und so viel Schönes passiert, bleibt – zumindest bei mir – oft die Freude darüber auf der Strecke. Und warum? Weil erfahrungsgemäß auf so viel Gutes früher oder später immer irgendetwas Schlimmes passiert. Und ich denke so, obwohl ich eigentlich nicht der Mensch bin, der an Karma glaubt; vielleicht ist es auch nur eine gewisse Erfurcht vor so viel „Glück“, dass es mich gleich wieder ausbremst. Es ist nicht so, dass ich positive sowie negative Ereignisse und Erfahrungen nicht zu schätzen wüsste – im Gegenteil. Ich bin dankbar für das, was ich habe. Ich bin stolz darauf, zu wissen, wer ich bin und darauf, immer für die Menschen in meinem Herzen da zu sein. Und darauf, zu wissen, wann ich selbstlos und wann ich egoistisch sein darf. Darauf, immer genau das zu finden, was mir gut tut und mich mit dem zu umgeben, das mich glücklich macht. Ich bin in Dir.

Ich habe in den vergangenen Monaten wertvolle Menschen verloren und ebenso wertvolle Menschen kennengelernt; viel über mich selbst gelernt, geheiratet, mein Studium beendet, Träume realisiert, mir und anderen Wünsche erfüllt und Liebe geschenkt. Und obwohl ich immer schon an übermorgen denke, wenn ich eigentlich im Heute sein sollte, muss ich sagen: Ich bin gerade ein bisschen erleichtert darüber, dass ich nicht genau weiss, was nächsten Monat passiert. Es ist okay, man darf auch einfach mal genießen. Ich bin glücklich und verwirrt, fühle mich stark und schwach. Muss jetzt einfach durchatmen, Freiheiten genießen, das Herz öffnen, dankbar und offen für Neues sein – herausfinden, wo das Leben hingeht.

Inhale. Exhale. Repeat.

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