Eine Liebeserklärung an Twitter

Von Endogu

Ich habe mir gedacht, da ich soviel Zeit bei Twitter verbringe, hier mal meinen Werdegang sowie einige Ansichten in Form einer

Liebeserklärung an Twitter ♡ ♡ ♡ ♡ ♡ ♡

zu verfassen.

Ich gebe zu, dass ich am Anfang einige Schwierigkeiten hatte sowohl den Sinn von Twitter, als auch so einige kryptische Nachrichten mit #, @ (@via) usw. zu verstehen.

Vom retweeten und der Listenführung ganz zu schweigen. Aber man ist ja lernfähig und auch lernwillig.

1.) Wie alles anfing…

Gehört hatte ich von dem Dienst Twitter natürlich schon oft, vor allem im Radio. Ich kann mich an eine Sendung auf DLF erinnern, wo davon gesprochen wurde, wie Firmen ihre Produkte präsentieren und dann freiwillig viele (ferngesteuerte) User die news verbreitern. Ich dachte, was für ein Mist und total unverständlich obendrein.

Letztendlich dazu gekommen, mir einen Account zu erstellen bin ich wegen keinem geringeren als Lance Armstrong. Ich muss mich hier kurz als TDF-Fan outen. Jedenfalls war bei einer Tour ein Gerät am Start, dass automatisch Tweets auf die Straßen der Bergetappen pinselt. Da dachte ich mir, das musst Du dir ansehen.

Andererseits hatte ich einige Bedenken wegen der Nutzung von MeinVZ oder wie ich es nennen “ElternVZ”. Zuerst dachte ich, belastet und schwer genervt von MeinVZ, “Nein, nicht noch so ein sinnloser Mist”.

Ehrlich, ich habe so viele Leute über MeinVZ wiedergefunden. Verloren geglaubte Ex-Freundinen, Kumpels aus frühesten Schuljahren, usw. Das war auch ne ganze Zeit ganz nett, aber auf Dauer auch tierisch langweilig, weil man sich echt nix zu erzählen hatte. Und dann fing das ständige geposte von Babyfotos an. Ich kann es nicht mehr sehen. Ich möchte in die Welt hinausschreien, “behaltet die Bilder für euch. Eure Bälger sehen doof aus (natürlich nicht alle, aber viele) und Ihr seid so langweilig, dass ich kotzen möchte”.

Dann habe ich die ersten paar Tweets ausprobiert.

Hier der erste

2009 Samstag 14. Juli
19:42:45 Just updated my twitter background from http://twitrounds.com

Zu dieser Zeit bestand mein getweete überwiegend aus “Currently Browsing” über Twitterbar. War nett als Lesezeichen-Ersatz.

Dann wurde, ohne nenneswerte Follower sinnlose Dinge in die Welt gepostet wie z.B.

Mittwoch 27.01.2010
16:32:07 Was kann man machen, wenn die Windschutzscheide von innen gefriert? Die Fussmatte föhnen?
16:33:32 Don’t make here on on thick trousers

Oder ich habe mir selber Hinweise geschrieben über Dinge, die ich nicht vergessen wollte, z.B. hier für die Nutzung von EyeTV:

Freitag 29.01.2010
12:59:48 bei Anschluss eines Geräts starten aktiviert. Systemeinstellung “Benutzer” die automatische Anmeldung aktivieren

Und natürlich das (sinnlose) posten von Lyrics

Mittwoch 03.03.2010
10:36:20 “And did we tell you the name of the game, boy. We call it Riding the Gravy Train”. Schön, dass ich es jetzt endlich verstehe #PinkFloyd

Dann kam der erste @ an meinen Kumpel Manuel, der leider schon lange nicht mehr hier ist

Mittwoch 24.03.2010
12:00:23 @Pultz666 das wirst Du schon noch rausfinden, wenn Du Dir die besten Perlen rausgepickt hast. http://tinyurl.com/yq7yyo

2.) Jetzt fing es an richtig interessant zu werden.

Ich muss dazu sagen, dass ich früher zeitweise viel in Chatforen unterwegs war. Mit den vielen persönlichen Gesprächen mit mir (anfangs) völlig fremden Leuten auf Twitter habe ich diese Zeit nun wieder aufleben lassen. Hier sind einige Leute, die mich vielleicht inzwischen besser kennen als die, mit denen ich im RL zu tun habe.

Da sind Leute, die mir den Büroalltag verschönern, mit denen ich morgens mein Müsli mampfe, und Abends mein Bierchen im Sonnenuntergang trinke.

Und da sind die Leute, die einen sofort aufbauen, wenn man sich etwas down fühlt. Leute, die die selbe Musik hören wie ich, mit mir zusammen in der Hitze des Sommers leiden und einfach die “unerträgliche leichtigkeit des Seins” zelebrieren.

Man bekommt einfach auf (fast) alle Fragen eine prompte Antwort. z.B: über meine Probleme mit Facebook (thx @_frauke_), Hilfe beim Einrichten von WordPress und was nicht noch alles.

An dieser Stelle möchste ich mich mal bei einigen ausgewählten Personen bedanken, die mir immer wieder den Tag (und die Nacht) versüsst haben:

@ceilyn @darling_ling @fishers_end @_frauke_ @tihyowe @shatt0r @moppelkotzer @die_cleo @K_trin_tan @galleta_loca @Susemorgenstern @truelove_2010 @kaytie_fletcher @kal_web @extroversion @kessycat @yuuwords @leonie_goron @hex2

Oder wie sagte es @darling_ling neulich: Twitter ist wie chatten nur mit Monologen dazwischen.

Und ich sage: “Yep, und ich liebe es”

3.) In der Timeline des Alltags angekommen !?!

In der Zwischenzeit haben sich natürlichauch bei mir so einige Verhaltensweisen herauskristalliert. Hierzu auch dieser schöne Artikel von Blogblume, den ich nur so uneingeschränkt unterschreiben kann.

woruber-man-bei-twitter-schreibt

Hier mal ein kurzer Abriss meines Alltags:

Morgens setze ich mich als erstes mit dem iPad hin und verfolge bei nem Müsli und nem Kaffee die Veränderungen zum Vortag. Neue Followeranfragen. Leute, die gegangen sind (kommt immer wieder vor und das ist auch gut so), neue Mentions und DM.

Ich benutze derzeit Twitterific auf dem iPad. Das Vogelgezwitscher bei der Aktualisierung der Timeline ist wirklich schnuckelig und morgens überhaupt nicht aufdringlich.

Obwohl ich seid ich meine TL geschützt habe (wg. beruflich und so, Big Brother) auf öfter mal die reine Webseite nutze. Kommt auch echt gut rüber aufm iPad. Anders als die mobile Version, die absolut nicht zu gebrauchen ist.

Dann schreibe ich i.d.R. ein paar Leute an und lasse mich über die allgemeine Lage aus, bevor es los geht in’s Büro. Im Büro habe natürlich mal mehr, mal weniger und mal überhaupt keine Zeit zum Schreiben. Wenigstens ein paar Statusmeldungen müssen aber sein bis zum obligatorischen “nach Hause” Tweet.

Und dann gab es da natürlich auch immer wieder einige Nächte am Wochenende die sehr sehr schön waren, wie z.B. hier nachzulesen “Nachtstunde” und “An Evening on Twitter“.

Obwohl ich jetzt schon einige Zeit schreibe (My #twitter age is 517 days 23 hours 37 minutes 33 seconds), hat Twitter für mich nix von seinem Reiz verloren. Ich könnte mich jetzt noch über verschiedene Twittertypen auslassen. Das tue ich aber nicht, weil das schon fuernarsch mit seiner Einstufung in die Liste der Dummschwätzer für mich übernommen hat.

Und er hat es auf den Punkt gebracht (:D). Ich gebe es zu, ich bin einer dieser “Dummschwätzer”, die es lieben, einfach jeden Scheiss, der einen gerade so bewegt der Welt (oder des ausgewählten Bereiches der Welt) mitzuteilen und mit ihr zu teilen. Einfach nur um festzustellen, dass ich genauso bin wie Ihr.

Ich liebe Twitter und hoffe noch auf viele geteilte Arbeitstage und vor allem Wochenenden mit den Leuten, die mir inzwischen so an’s Herz gewachsen sind. Vielen Dank dafür.

@hex2 @Elizra @saleroso