"Eine Dame verschwindet" / "The Lady Vanishes" [GB 1938]


Einsteigen, bitte einsteigen! Auf einer über irrsinnig bizarren Situationsmumpitz holpernden Zugreise quer über Lawinen, Schnee- und Berggeröll rottet sich eine bunte Truppe zusammen. Lug, Trug, Entführung und andere Kleinigkeiten sind ab jetzt zur Tagesordnung übergegangen. Es gilt ein Verbrechen aufzuklären. Die bunte Truppe, sie besteht aus Sonderlingen, Paranoikern, Verblödeten, Mitverschwörern und denjenigen, die an ihren Problemen mit den kulturellen Geläufigkeiten eines ihnen fremden Landes verzweifeln – kein Cricket, sondern Baseball, auf jeder Zeitungsseite, tödlich enervierend. "Eine Dame verschwindet" ist so genüsslich im Sprach- und Anekdotenwitz zu verfolgen, dass sich Hitchcock aller Wahrscheinlichkeit nach Hals über Kopf amüsiert haben musste, aus einem Agentenkrimi auf abgeschottetem Territorium eine seitenhiebverliebte Farce zu durchsieben. Hier ist alles sowieso nicht ernst und verkommt zur Kuriositätenshow: Fallen und Schlupfwinkel und Requisiten aus dem Zirkus en masse. Die (schlappe) Auflösung einer, tatsächlich!, verschwundenen Dame (sympathisch wunderlich: May Whitty) offeriert Hitchcock jedoch früh, weshalb der Film, insgesamt gesehen, keinen unbedingten Hang zum luftanhaltenden Understatement entwickelt. In der üppigen Exposition zu massiv dem Herzstück, dem Kammerspiel, entwischt, im letzten Drittel eigenartig actionlastig, hektisch und geschwindigkeitsverliebt: Seine drei gegeneinander laufenden Teilstücke versucht der Film wie die Waggons eines Zuges anzubinden, außer Acht lassend, dass der Schaffner längst das Startsignal gegeben hat. 
5 | 10

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