Eine befreite Bibliothek ¶

Eine befreite Bibliothek ¶
Kürzlich feierten wir 75 Jahre Befreiung, gedachten dem Ende des WW II. - dem Vergessen entgegen: Der heutige Tag des freien Buches erinnert besonders an die schändlichen Bücher-Verbrennungen jener Zeit. Wir leseempfehlen hierzu gleich eine ganze Schriften-Sammlung: Die „Bibliothek verbrannter Bücher"

Sie wird als editorisches Verlags-Ereignis, welches seinesgleichen sucht, als symbolisches Buch-Denkmal betitelt und als wichtiges Zeitdokument gegen das Vergessen gelobt: Vom ‚ Moses Mendelssohn Zentrum' ins Leben gerufen, wählte ein wissenschaftlicher Beirat unter der Leitung der Herausgeber Prof. Dr. Julius H. Schoeps und Werner Treß bis zu 120 Titel aus, die sie den sogenannten Schwarzen Listen 1933-1935 entnommen haben; für eine „Bibliothek verbrannter Bücher"↵. - Sie enthält nicht nur bekannte Autoren wie Feuchtwanger, Anna Seghers, Joseph Roth oder Upton Sinclair, sondern auch solche Autoren, die als Dichter, Romanciers, Wissenschaftler und Publizisten heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Denn wer kennt noch die Dramen von Paul Kornfeld, die Romane von Rahel Sanzara oder Christa Anita Brück?

Diese Bibliothek wird vom Dokumentationsband „Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933"¹ begleitet. Das 850seitige Buch ist das Ergebnis eines zweijährigen Forschungsprojektes und enthält 63 Einzelbeiträge zu den über 90 Bücherverbrennungen, die für das Jahr 1933 deutschlandweit nachgewiesen werden konnten. Auch der zweite, ebenso wissenschaftlich fundierte und getreu recherchierte Begleitband ist bereits erschienen: „Verfemt und Verboten. Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933"³. Weitere Ausgaben sind beim Olms-Verlag erhältlich: Die ersten zehn Bände der Bibliothek „Auswahl der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Literatur."² kommen im Schuber daher und beinhalten Werke von Salomo Friedlaender, Gide, London, Kafka, sowie Gina Kaus, Walther Rathenau, natürlich Kästner und Tucholsky darf auch nicht fehlen, auch Theodor Heuss' „Hitlers Weg".

Im Sinne der Aufklärung und Erinnerung wurde, bzw. wird die „Bibliothek verbrannter Bücher"↵ in 4000 Oberstufen und Gymnasien in Deutschland aufgestellt; ihnen sei dies Kulturerbe und Mahnmal der besonderen Art geschenkt, bei genügend finanziellen Zuwendungen werden es womöglich noch mehr Schulen. Die gesamte Publikationsreihe kann privat per Subskription vorbezogen oder als Spende für weitere Lehranstalten (nach Ihrer Wahl) gestiftet werden.

„Befreiung fordert uns aktiv, jeden Tag aufs Neue.", so der BRD- Bundespräsident kürzlich. Demzufolge setzen wir gerne, aus Liebe mit gebrochenem Herzen zu Deutschland & zum Tag des freien Buches, diese Lesezeichen - gegen das Vergessen: ¹ ² ³
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Was Wortliebhaber im Sinne begleitet, den Wortliebling im Geiste verleitet & Wortlieb durch die Hände gleitet. [Memorandum & Feuilleton]


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