Einblicke: Meine Woche

Von Lareine

Immer mal wieder bitten Leser*innen mich, doch mal etwas über meinen Alltag zu schreiben. Und heute ist der Tag, an dem ebendieser Alltag mir dazu genug Zeit lässt.

Meine letzte Woche und ein Ausblick auf die laufende:

Montag

6:30 Wecker klingelt. Im Bett Zeitung lesen (digital). Dauert ewig, bis diese heruntergeladen ist. Nummer 1 und Nummer 3 sind kränklich und bleiben zu Hause. Nummer 2 rafft sich in der kommenden halben Stunde zur Schule auf.

8:30 Nummer 4 bei der Tagesmutter abliefern. Wie an jedem Montag eine etwas sensible Angelegenheit.

9:00 Treffen mit meiner Mit-Katechetin zum Besprechen der Vorbereitung auf die Erstkommunion. Wir lernen uns kennen, trinken einen Kaffee zusammen, schlagen die Ordner auf und gehen die einzelnen Stunden bis Weihnachten durch. Es gibt viel zu besprechen. Am Ende reden wir noch über die Grundschule unserer Kinder und tauschen uns über Probleme aus.

12:10 Ende des Treffens und Fahrt zur Tagesmutter. Ab 13 Uhr wird meine neue Waschmaschine geliefert, die, wie auf Facebook mehrmals berichtet, eine ganz eigene und nervige Geschichte hat.

Ich kuschle mit Nummer 4, sehe nach Nummer 3 und beginne zu kochen, während die beiden Größeren nach Nummer 4 sehen.

14:00 Nummer 2 kommt aus der Schule und wäre auch lieber krank gewesen, statt zu lernen: Laune mies.  Es gibt Essen. Und ein bisschen Streit dazu. Wie öfter mal, seit die Großen einen Hormonschub erlitten. Oder mehrere. Die Kinder räumen die Küche und den Esstisch auf. (Nicht zu früh freuen: Sie lassen dabei dauernd etwas stehen und “vergessen” immer, den Tisch abzuwischen). Nummer 4 macht Mittagsschlaf.

15:30 Die Waschmaschine kommt, kann nicht angeschlossen werden, weil der Anschluss seltsamer weise nicht passt. Ich fotografiere den betreffenden Teil aus der Bedienungsanleitung und bitte Mr. essential, das Teil abends noch zu kaufen. Ich nehme mir heraus, das nicht selbst zu tun, ich soll mich ja schonen und so. Nebenbei scheuche ich Nummer 1 und 2, Englisch zu üben. Komischer Weise haben sie darauf nur bedingt Lust, machen es dann aber.

16:00 Pause: 30 Minuten. Danach ein bisschen bügeln und um

17:00 Die erschöpfte Nummer 4 wecken, der irgendwie krank aussieht. Die Großen wechseln sich an den Nachmittagen ab, jeweils rund 2 Stunden Nummer 4 mitzubetreuen oder auch mit ihm spazieren zu gehen. Nummer 2 spielt mit ihm. Ich räume auf und staubsauge.

18:00 “Wie spät ist es eigentlich, Nummer 1?” – “Sechs.” – “Erst? Geht dieser Tag denn niemals um?” Wir lachen. Ein Kaugummitag. Ich spiele mit Nummer 4 in dessen Zimmer. Er hat einen heißen Kopf.

Mal wieder krank – wohl eine Runde Bazillen-Pingpong in der Familie gespielt?

18:40 Mister Essential kommt nach Hause, früher als sonst. Und dafür sogar mit der Verjüngung des Waschmaschinenanschlusses. Das Teil kommt dran, Nummer 4 “hilft” dabei und zur Strafe für all den Ärger (Umtausch der zuvor neu gelieferten Maschine weil beide Schläuche Löcher hatten und der Aquastop undicht war -> Boden nun in Wellen, Versicherung des Anbieters muss kontaktiert werden…) muss sie sofort waschen, was ihre 9-Kilo-Trommel hergibt: Einmal eine 40-Grad-Ladung rein. Habe ja binnen sieben Tagen ohne Waschmaschine von uns sechs Personen genug Schmutzwäsche, um die Maschine sehr gründlich einzuweihen …

Juchu – es geht an die Wäscheberge!

20:00 Nummer 4 ist bettfertig und kuschelt mit uns, während er auf dem iPad eine Folge “Oonas Insel” (Bei Netflix/sehr empfehlenswert) gucken darf. Danach gegen

20:25 geht er ins Bett, was er doof findet. Aber leider dennoch muss. Nach 10 Minuten mit Schimpfen, Beruhigen, Schimpfen, Schaukeln auf Schaukelstuhl, Schimpfend schläft er ein.

Gegen 21:00 Feierabend, Serie an. Ach Halt:

21:30 Waschmaschinenladung in den Trockner tun und nach 30 Minuten rausholen, aufhängen. Danach wieder hinpflanzen und weitergucken.

Dienstag

Dinge wie aufstehen, kochen und so weiter spare ich mir – die sind ja jeden Tag gleich. Während des Mittagsschlafs von Nummer 4 ist meist meine Online-Zeit irgendwann.

Am Dienstag habe ich nachmittags nicht viel außer dem Üblichen zu tun gehabt. Aber ich war spontan einkaufen und habe den Bofrost-Mann (Tiefkühllieferservice) vergessen. Dieser hatte den vorbestellten Pralinen-Adventskalender für Mister Essential vorbeigebracht, den ich für ihn orderte, damit er sich in meiner Abwesenheit damit vollstopfen die Einsamkeit versüßen kann.

Ich habe angefangen, ein Shirt für Nummer 4 zu nähen, habe einige Klamotten geflickt und eine Liste mit den Dingen, die ich für die Kur einpacken muss, geschrieben. Und mir eine Liste mit Sehenswürdigkeiten sowie Supermärkten in der Umgebung rausgesucht: Mal will man dort ja auch vielleicht etwas einkaufen. Spekulatius zum Beispiel.

Mittwoch

Morgens habe ich mich in mein Projekt vertieft.

Um 15:30 hatte ich mal wieder einen Termin beim Therapeuten – die habe ich alle paar Monate, so nach Bedarf. Mehr gibt es nicht, rein krankenkassentechnisch.

Danach bin ich zurückgeflitzt und um 18:00 startete der Martinszug von Nummer 3s Schule. Eineinhalb Stunden ging es durch den Ortsteil, raus in die windigen Felder und wieder zurück. Dann das geleierte Martinsspiel. Mister Essential kam wie jedes Jahr zu spät, suchte uns und eilte unserem Zug entgegen. Nummer 4 weinte und wollte zu Fuß laufen, was aber nicht ging. Am Ende packte ich ihn, Nummer 2 und Nummer 3 ein und Mister Essential stellte sich an der FresstütenMartinstütenausgabe an.

Um 20:00 saßen wir am Tisch und guckten auf das, was wir für die 10,- “Spende” pro Tüte bekommen hatten. Unter Anderem eine ganz doll nützliche Stirnlampe mit Gummibändern. Ein Kilo Alibi-Vitamine und Smarties, eine Tafel Vollmilchschokolade und so Kleinkrams. Und natürlich den obligatorischen Weckmann. Wow. Begeisterung, Jubel. Ich habe mir dann einen Glühwein heiß gemacht. Nummer 3 hat wieder ein bisschen Fieber (na ja, erhöhte Temperatur) bekommen. Nummer 4 ist auch nicht fit.

Donnerstag

Vormittags Business as usual. Allerdings sind Nummer 4 und Nummer 3 zuhause, das verlangsamt das Business etwas.

15:20 Alle Kinder ins Auto, 30 Minuten zum Opa fahren, wo ich Nummer 1 und Nummer 4 parke, um mit den anderen beiden zum Zahnarzt zu fahren. Dort soll um 16:00 eine Fissurenversiegelung vorgenommen werden, was bei Nummer 2 gut klappt, aber Nummer 3 beginnt zu weinen und die nette Prophylaxespezialistin bricht die Behandlung ab. Ich bleibe noch ein wenig beim Opa, als ich die beiden abhole.

Auf dem Rückweg um 18:00 gibt es Stau, was lästig ist, weil ich mit Mister Essential noch den Wocheneinkauf machen muss. Vor 20 Uhr. Nummer 2 textet ihm, dass ich mich verspäte. Um 20:00 muss ich nämlich zum Treffen der Katechetinnen.

Hurra: Stau auf dem Rückweg vom halberledigten Zahnarzttermin. Rücklichter als Wochenhöhepunkt?

Zuerst schnell nach Hause, Kinder raus aus dem Auto, Mister Essential rein ins Auto und los zum Discounter. Auf dem Rückweg lässt er mich am Restaurant raus.

Endlich mal wieder einkaufen: Donnerstäglich grüßt das Aldi-Tier.

20:05 fast pünktlich komme ich an, gesellige Runde, ziemlich lustig. Alles Nötige wird geplant und durchgesprochen. Da ich eine echte Zugezogene und ein totaler Outsider bin, weihe ich mich durch diesen Akt des Socialising ein bisschen ein.

21:40 bin wieder zuhause. Jetzt ein bisschen entspannen und – wie üblich – gegen 22:30 ins Bett.

Freitag

Ich freue mich auf einen Tag mit nur einem Termin: Kieferorthopädin mit Nummer 1.

Glanzpunkte des Alltags. Hier als Beispielbild: Vorbereitung einer Wurzelbehandlung.

Nummer 1,3 und 4 sind vormittags wieder außer Haus, dafür ist Nummer 2 nun krank.

Ich kaufe ein bisschen in der Drogerie ein, nähe ein wenig weiter, bügle beim Hörbuch und so weiter. Es ist immer ziemlich schnell

12:15 und ich hole Nummer 4 ab.

Danach typischer Alltag. Mister Essential hat Homeoffice-Tag. Diesen hat er, wenn es sich einrichten lässt, jede Woche. Entweder donnerstags oder freitags.

Am Nachmittag bin ich im Nähzimmer und höre Hörbuch – das ist nahe an Wellness! Ich gucke auf die Uhr:

“Was? Schon 16:45? Mist, den Zahnarzttermin für Nummer 1 verpasst und Nummer 4 muss geweckt werden!”

Ich aktiviere Nummer 2, um den Minimann zu wecken und gucke gestresst auf den Kalender, als Nummer 1 lässig nach unten kommt:

“Fahren wir jetzt?”

Hinter ihr Nummer 2 mit einer ziemlich müde aussehenden Nummer 4 auf dem Arm.

Es war 15:45 … also reichte die Zeit, um schnell loszudüsen.

Eigentlich sollte abends Besuch kommen, aber der sagte leider ab, weil er irgendwie den Termin verschwitzt hatte.

Abends, gegen 19:45 fahren wir ins Kino und gucken “Spectre”.

Samstag

Wir frühstücken spät und ich fahre während Nummer 4 Schläfchen zum Ikea. Wir müssen noch unsere Garederobenecke im Flur einrichten.

Das tun wir, nachdem wir zurück sind und daraus ergeben sich, wie so oft, noch weitere Änderungen. Eine Kindergarderobe passte doch nicht wie geplant und so weiter. Wir planen, ändern und freuen uns auf den Feierabend.

Nach den Ereignissen in  Paris ist die Stimmung gedrückt und wir setzen abends irgendwie so gar nicht auf traute, intensive Zweisamkeit wie sonst, sondern setzen uns mit einem französischen Rotwein auf das Sofa und unterhalten uns. Dann sehen wir uns etwas später noch eine Serienfolge an. Der Wecker wird gestellt und wir gehen ins Bett.

Sonntag

7:30 Weckerklingeln. Ich quäle mich aus dem Bett, Mister Essential wirft die Kaffeemaschine an und weckt Nummer 3. Mit ihr geht es zum Vorstellungsgottesdienst der Kommunionskinder 2016. Nummer 1,2, und 3. Nummer 3 ist ganz chic und fragt nur irritiert, wieso ich ihr ein Stoffblümchen ins Haar stecke. Nach so etwas steht unserem kleiner Hulk nicht immer den Sinn. Dafür aber nach Religiösem, wie viele wissen.

8:30 Gottesdienst bis 9:30 danach

9:45 Kirchencafé im Pfarrheim mit Besprechung des Ablaufs und ein paar Keksen. Auf dem Rückweg holen wir beim Bäcker Hörnchen für die Daheimgebliebenen. Wir frühstücken zusammen.

Wir schrauben noch ein bisschen an der Garderobe herum. Mister Essential sicherte den hohen Gartenzaun wegen des Windes, ich nähte das Shirt fertig (Foto folgt) und Mister Essential kochte.

Nummer 3 traf sich mit Freundinnen. Während Nummer 4s Schläfchen guckte Mister Essential “Archer” und ich nähte für den im Dezember anstehenden 80. Geburtstag von Mister Essentials Onkel einen kleinen Wappenrock mit Barett für Nummer 4. Der Geburtstag wird ein Rittergelage und wir als alt Mittelalterfans lassen uns nicht lumpen und gehen in Kostümen. Und werden auch noch mittelalterliches Liedgut einstudieren. Nur Nummer 4 besaß noch nichts Altertümliches. Jetzt schon, dank zweier Stoffreste in schwarz und gelb, sowie dreier vergoldeter Knöpfe.

Diese Woche

Diese Woche steht unter dem Stern ganz alltäglicher und innerlicher Vorbereitung auf die Kur.

Montag war ein ganz normaler Tag, war nachmittags im Spielzeugladen mit Nummer 3 und Nummer 2, um ein Geschenk für Nummer 3s Freundin und ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Habe viel gewaschen (Nachholbedarf wg. erwähntem Waschmaschinen-Ausfall) und gebügelt.

Schon mal Taschen und Koffer für die Kur herausgeholt, sowie einiges gepackt und rausgesucht. Passen Nummer 4s Schwimmwindeln noch? Wo ist die vorbereitete Tasche mit den Geburtstagssachen für ihn? Und so weiter.

Dienstag gab es um 11:00 ein Gespräch mit der Klassenlehrerin von Nummer 1 und 2. Wir besprachen, was die beiden in der Kur an Unterrichtsmaterial abarbeiten sollen und so Diverses (wenn Lehrer einen mal in den Klauen haben …), um 15:45 war dann der Logopädie-Termin von Nummer 3. Ich holte sie von der Schule ab – mit müder Nummer 4 im Gepäck – dann war gleich das nächste Lehrergespräch. Auch hier eine Kombi aus Elternsprechtag und Kur-Besprechung. Während die Großen eher faul und chaotisch waren, waren Nummer 3s Leistungen besser, ordentlicher und auf dem Weg nach oben. Seit der Noteneinführung waren diese nämlich etwas eingebrochen.

Das Gespräch mit der Lehrerin der Großen aber war so gruselig für mich, dass mir danach schwindelig war und Mister Essential etwas früher nach Hause kam, um eine Lagebesprechung einzuberufen: Fazit waren diverse Veränderungen des Alltags und ein Entzug der Unterhaltungselektronik, die nicht nur unterhält, sondern ablenkt zum Prokrastinieren verführt.

Mittwoch, also heute traf ich mich nach dem Wegbringen Nummer 4s mit einer Freundin um 9:00 zum Frühstück in einem Café, was sehr nett war. Mal wieder unter (einer) Gleichaltrigen, die nicht Mister Essential waren! Um 16:00 ist die erste Katechese-Stunde, während dieser passen die Großen auf Nummer 4 auf. Gegen 17:20 werde ich wieder zuhause sein. Ich muss noch nebenbei waschen und packen.

Um 20:30 treffe ich meinen längsten und lieben Freund. Ja, der Tag ist eigentlich zu lang (vor allem, weil Nummer 4 sich eine nächtliche Heulerei angewöhnt hat, die Mister Essential begünstigte und ihm nun abgewöhnen muss.)Aber ich möchte nicht alle meine Kontakte verlieren, weil ich Kinder habe und die mich so erschöpfen :D

Donnerstag gibt es dann gleich um ca. 9:15 noch ein Außer-Haus-Frühstück: Mit Cathérine – sie wohnt im gleichen Ort wie unser Opa, 30 Minuten weit weg also. Ich fahre gleich nach dem Wegbringen durch. Um 20:00 die “Katechetinnen-Runde” – hier werden in regelmäßigen Abständen die anstehenden Stunden des Kommunionsunterrichts erklärt und soweit besprochen. Das geht bis mindestens 21 Uhr. Ich nehme dann Unterlagen und Materialien mit, die ich Freitag zu meiner Mit-Katechetin bringe, bei die Stunden stattfinden.

Freitag sind Nummer 2 und Nummer 3 im Jugendkeller, wo sie mit anderen Kindern und einer ehrenamtlichen Mutter backen und spielen und eine Menge Fanta sowie Chips essen trinken werden. Dort bringe ich sie um 17:00 hin und hole sie um 19:00 wieder ab. Um 20:00 kommen unsere Rollenspiel-Freunde, die meistens bis 23:00 bleiben.

Samstag bringen wir die Kinder allesamt zum Opa. Dort wollten sie vor der Kur noch mal übernachten. Wir haben dann sturmfrei und werden – entgegen sämtlicher lustiger Eltern-Sprüche auf Facebook weder putzen und den Tag verschlafen, sondern die gemeinsame Zeit genießen.

Sonntag sollte ich eigentlich auch wieder um 8:30 in die Kirche, vor allem, da meine Mit-Katechetin da in den kommenden drei Wochen Präsenz zeigen muss. Mal sehen, wie ich das mit ihr abspreche.