Ein Wort zur kritischen Berichterstattung

Inzwischen muss man als Zeitungsverleger oder Chefredakteur ja beleidigt sein, wenn einem der Wulff noch nicht auf die Mailbox gequatscht hat, um irgendwelche Berichterstattung über ihn zu unterbinden. Aber selbst wenn Wulff einige wichtige Presseleute vergessen hat: Der Mann einmal mehr bewiesen, dass er selbst der einzige ist, der ihm wirklich gefährlich werden kann: In einem Land, das sich so viel auf seine freie und kritische Presse einbildet (warum sie gar nicht frei und kritisch sein kann, habe ich an anderer Stelle geschrieben), ist der Versuch, irgendwelche Berichterstattung zu unterdrücken, geradezu eine Garantie für den Eröffnungsbeitrag in der Tagesschau. Gestern um 20 Uhr war es endlich so weit – und wie zu erwarten war, fielen die Kommentare dazu dann auch nicht besonders freundlich aus. Nicht, dass mir Christian Wulff in irgendeiner Weise leid täte – aber gibt es wirklich nichts wichtigeres zu berichten, als die Selbstdemontage eines hoffnungslos überschätzten CDU-Bundespräsidenten?

Offenbar nicht. Und auch das sagt sehr viel über den Zustand dieses Landes, seines Politpersonals und unserer freien und unabhängigen Presse aus.



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