Ein Vermögenskataster


„…Nach der Französischen Revolution wurde ein Vermögenskataster eingeführt. Für die jungen Umstürzler, denen eine bürgerliche Rechtsordnung vorschwebte, war die Einführung eines solchen Verzeichnisses eine essentielle Maßnahme zur Etablierung der Demokratie. Sie wollten genau wissen, wie es um die Verteilung des Vermögens in der Bevölkerung bestellt war. Pikettys Studien basieren zu einem großen Teil auf diesem Register. Allerdings gibt es ein Land, das keinen Eingang in sein Buch gefunden hat. Und das ist Belgien. Nicht weil Piketty es absichtlich ausspart, sondern weil bei der Einführung elementarer demokratischer Errungenschaften wie des Steuerkatasters sowie der Aufhebung des Bankgeheimnisses stets mit großem Widerstand zu rechnen war. Geht es nämlich um Vermögensverteilung, leben wir immer noch ein bisschen im Ancien Régime.

Die Einführung eines Vermögenskatasters und die Aufhebung des Bankgeheimnisses sollten bei jedem für Steuerbetrug zuständigen Staatsminister ganz oben auf der Liste stehen. 225 Jahre nach der Französischen Revolution ist das längst überfällig. Das Establishment hat es stets zu verhindern gewusst, zumeist mit der Begründung, es sei aus technischen Gründen unmöglich. »Unsinn«, sagt einer, der es wissen muss, der ehemalige Gouverneur der Nationalbank, Luc Coene: »Ein Vermögenskataster einzuführen ist gar nicht so schwierig. Die meisten der Daten, wie zum Beispiel Immobilien und finanzielle Aktiva, sind an staatlicher Stelle bereits registriert. Mit Hilfe der heutigen EDV wäre es ein Einfaches, diese Informationen zusammenzuführen« (www.­deredactie.be, 19. Dezember 2014)….“

Quelle und gesamter Text: http://www.jungewelt.de/2015/11-04/001.php

aus »Die Millionärssteuer – und sieben andere brillante Ideen die Welt zu verändern«


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