Ein Traum, die Vergangenheit und paar Reime darüber

Von Diekeule

Posted on February 1, 2014

Ich träume selten nachts. Es kann auch natürlich sein, dass ich zwar Träume habe, mich aber am Tag danach nicht mehr an sie erinnere. Wie auch immer. Es kommt so gut wie nie vor, dass ich einen Traum in Erinnerung behalte und mich dann noch damit tagsüber beschäftige.

Doch vor paar Tagen war sie bei mir. An ihrem Gesicht flossen langsam Regentropfen hinunter, ihr Sommerkleid klebte an ihrem nassen Körper, es hat aus dem Himmel wie aus einem Eimer geschüttet. Nur ich…ich war nicht bei ihr. In dem Traum kam es mir vor als würde ich sie von einer gewaltigen Entfernung beobachten, die mit menschlicher Kraft nicht zu bewältigen ist. Wie damals, vor Jahren, als sie oft 2 Meter von mir stand mich jedoch in der Wahrheit Lichtjahre von ihr trennten. Als die Nacht schon längst zu einem ungemütlichen, kalt feuchtem Tag wurde und ich immer noch ihr Bild vor Augen hatte, erinnerte ich mich an ein Gedicht (?), das sich vor Jahren nachts, irgendwo auf der Straße wie von selbst zusammenreimte und in stark gekürzter Fassung das erzählt, was damals gewesen ist.

Langer Tag geht zu Ende, Stadt verliert goldene Farbe

Wenn sich Dunkelheit gleich ergießt, öffnet sich die alte Narbe

Alte Mauer werden finster, Licht verschwindet von den Straßen

Ratten wachen langsam auf, Schatten spielen in den Gassen

Ich bereite Reise vor, ohne Koffer, ohne Ziel

Auf der Suche nach der Antwort, was ich eigentlich noch will

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Aus den Bildern alter Zeiten blieben bloß schwache Konturen

Menschen, die mir teuer waren, wurden zu Karikaturen

Hier wo früher Leben tobte, ist jetzt still, bloß Wind pfeift leise

Auf der verlassenen Wiese dreht das Schicksal seine Kreise

Bin sehr nah jenem Ort an dem ich Dich damals sah

Nur die leeren Straßen wissen was danach wirklich geschah

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Ich war Niemand, bloß ein Loser, Schatten einer Witzfigur

Warum wandte sich mein Herz einer göttlichen Skulptur

Heimlich schaute ich Dir zu, sah uns im himmlischen Garten

Tief in mir wusste ich jedoch, ich hab nichts zu erwarten

Suchte Dich jede Nacht, schrie nach Dir wie kleines Kind

Doch dein Bild war so vergänglich, wie das Kerzenlicht im Wind

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Glück ist nur für Auserwählte, zu dem Kreis gehörte ich nie

Feind in mir wuchs schnell heran, schrieb die neue Biographie

Weiche Menschen leiden mehr, und ich wollte Schmerzen lindern

Teufel wollte meine Seele, niemand konnte das verhindern

Schritt für Schritt baute ich Festung aus den schweren Steinen

Kalte Herzen haben´s leicht, denn sie müssen niemals weinen

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Schwacher Körper wurde stark, schlug verletzte Seele nieder

In den Augen keine Tränen, in den Ohren harte Lieder

Alles Gute tief in mir mischte sich zur schwarzen Masse

Warmes Haus brannte ich nieder, neues fand ich auf der Straße

Schwere Jungs, leichte Frauen, Boxen, Breitling und V-Acht

Blut an Fäusten, am Asphalt, die Tribute an die Nacht

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Dir die Liebe zu gestehen, dafür hatte ich keine Eier

Statt zu reden zelebrierte ich eine dämonische Feier

Warum tat ich mir das an, wer steuerte meine Sinne

Wer flüsterte mir ins Ohr, dass ich diese Schlacht gewinne

Langer Krieg ist jetzt vorbei und die Waffen schweigen wieder

Sammle Kraft für neues Leben, denn das alte walzte ich nieder

Höre auf den alten Straßenhund! Wenn ihr sicher seid zu lieben, dann rede eines Tages darüber mit dem Ziel eurer Gefühle, ansonsten werdet ihr wahrscheinlich einen dunklen, dornigen Weg betreten, der vom Teufel persönlich mit Leid gepflastert wurde!

Category: Leben, Menschen Tags: Blog