Ein spezieller Jahresrückblick

Ein spezieller JahresrückblickIch habe auf dem Blog Frauenleserin von Kerstin Herbert einen besonderen Jahresrückblick gesehen, der für Kerstin gleichzeitig der Start einer Blogparade ist. Den Anstoß gab eine Pilotstudie mit dem Titel "Sichtbarkeit von Frauen in den Medien und im Literaturbetrieb", die das Ergebnis des Projekts #Frauenzählen gewesen ist. Hinter der von der Universität Rostock wissenschaftlich begleiteten Studie stand eine verbandsübergreifende Arbeitsgemeinschaft. Im März 2018 wurden über 2.000 Literaturkritiken und Rezensionen, die aus 69 deutschen Medienformaten (TV, Radio, Print) stammten, analysiert und ausgewertet. Dabei stellte sich u. a. heraus, dass in allen Medien (Ausnahme: Frauenzeitschriften) nur ein Drittel der Buchbesprechungen sich Titeln widmeten, die von einer Frau stammten. Das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Kritikern betrug dabei 4 : 3; drei Viertel der von männlichen Kritikern besprochenen Werke stammten von Männern, bei Kritikerinnen ist das Verhältnis ausgewogen. 
Kerstin hat diese Ergebnisse nun zum Anlass genommen, ihr eigenes Blogverhalten näher zu betrachten und sich fünf Fragen gestellt, die sie nicht nur beantwortet hat, sondern mit ihrer Blogparade auch an andere Buchblogger weitergibt: 
  1. Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wie viele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wie viele davon wurden von Autorinnen verfasst?
  2. Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight? (Warum?)
  3. Welche Autorin hast Du in diesem Jahr für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?
  4. Welche  weibliche Lebensgeschichte oder Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)
  5. Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?

Das habe ich mir für meine Bücherkiste gleich mal näher angesehen. Die Antworten:
  1. Ich habe 50 Bücher vorgestellt - vom Thriller bis zum Sachbuch. Hätte man mich vor meiner Zählung gefragt, ob die Rezensionen von Büchern weiblicher oder männlicher Autoren überwiegen, hätte ich geschätzt, dass sie gleich oft vertreten gewesen sind. Irrtum. 20 Titel wurden von Autorinnen und 29 von Autoren verfasst. Ein Sachbuch stammt von zwei Autorinnen sowie zwei Autoren. Die Quote ist nicht so haarsträubend wie die, die in der Pilotstudie ermittelt wurde, aber Fairness sieht anders aus.
  2. Ein einzelnes Buch einer Autorin zum Lesehighlight 2018 zu küren, schaffe ich nicht. Madeleine Albright mit Faschismus - eine Warnung gehört aber sicher dazu. Aus eigener Anschauung weiß sie, wie sich die Anfänge einer Entwicklung hin zum Faschismus zeigen und weist auf Parallelen zu historischen Entwicklungen hin, die in einer Vielzahl von Ländern - auch in Deutschland - bereits erkennbar sind.
  3. Zu meinen persönlichen Entdeckungen gehören die Krimi-Autorinnen Petra Ivanov und Estelle Surbranche. Beide schreiben spannende Bücher; bei Ivanov spielen die persönlichen Beziehungen der Figuren untereinander eine Rolle, Surbranche ist die Autorin für alle, die es mögen, wenn es "ans Eingemachte" geht.
  4. In Hidden Figures geht es um den Einfluss schwarzer Mathematikerinnen auf die US-Raumfahrt vor allem in den 1960-er Jahren. Mich hat die Zähigkeit dieser Frauen sehr beeindruckt, die für ihr Studium gekämpft haben und sich in der frauen- und schwarzenfeindlichen Berufswelt täglich aufs Neue durchbeißen mussten.
  5. Für 2019 steht Michelle Obama mit Becoming ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Das Ungleichgewicht  bei meinen rezensierten Büchern hat mich nachdenklich gemacht. Ich werde aber nicht dazu übergehen, künftig Strichlisten zu führen, um einen zu großen Vorsprung der einen oder anderen Seite zu vermeiden. Aber ich nehme mir vor, genauer hinzusehen und in dieser Hinsicht grundsätzlich aufmerksamer zu sein. In einem Jahr werde ich wieder nachzählen.
Ich freue mich auf ein neues Buchjahr mit vielen neuen Titeln und hoffe, dass ich euch Bücher zeigen kann, die euch interessieren. Schau'n wir mal. 😉

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