Ein neuer Tag - die Euro-Krise geht weiter - und keiner weiß wohin

Erstellt am 18. November 2010 von Burkhard


Zusammenfassung aus den heutigen Ausgaben von Eurointelligence News Briefing / Financial Times Deutschland online / Financial Times UK online:
Irland kollabiert! So kommt es, wenn die Politiker vor einem Problem die Augen verschließen = es wächst ihnen übern Kopf:
Die Anleger verlassen das sinkende Irland-Schiff: Geschäftskunden ziehen stündlich horrende Gelder aus ihren irischen Bankkonten ab. Bereits im Sommer waren es 600 Millionen Euro, jetzt kommt es noch massiver, weil die Kunden keinerlei Vertrauen mehr in den irischen Banksektor haben.
Der Irische Banksektor ist vor dem kompletten Bankrott.
Die Rettung der irischen Banken würde 100 Milliarden Sanierungsgelder kosten = die Hälfte! des gesamten Irischen Bruttosozialproduktes...
Dennoch tönt der irische Finanzminister immer noch lauthals: "Die irischen Banken haben überhaupt kein Problem..."
Wenn die Irischen Banken kollabieren, gibt´s eine europaweite Bankenkrise.
Irland muss sich entscheiden zwischen Zahlungsfähigkeit seiner Banken oder Zahlungsfähigkeit des irischen Staates überhaupt, und vor der Frage werden bald auch die anderen PIIGS stehen.
Beim heutigen Krisentreffen gehts zwischen Irland und der EU nicht mehr darum, ob Irland sich sanieren lassen muss, sondern nur noch um das Wie = Wie die irische Regierung mit kosmetischer Gesichtswahrung aus ihrem Schlamassel rauskommt und wie sie dabei europäisch gepampert werden soll. Also: die Katastrophe ist unsausweichlich, bleibt nur noch die Frage ihrer marketing in der Öffentlichkeit.
Zur gleichen Zeit verheddern sich die irischen Politiker immer mehr: Zunächst wollten sie uns glauben machen, dass Irland strukturell reformiert sei. Seit neustem wollen sie nun die Anleger damit begöschen, dass sie strukturelle Reformen in Aussicht stellen. Ja, was denn nun?
Und ausserhalb von Irland geht es ähnlich weiter: Die Finanzkrise hat nun auch Portugal voll erfasst. Schon strauchelt das Land am Anleihenmarkt. Wenn das so weitergeht, droht auch für Portugal Bankrott-Gefahr
So verwundert die glasklare Zusammenfassung der FTUK nicht:
Die Eurozone ist immer noch nicht bereit, sich aus ihrem katastrophalen Teufelskreis zu befreien: Dass nämlich Staaten wie Frankreich und Deutschland Geld an die PIIGS ausleihen, so dass die Banken der PIIGS gerettet werden können, damit dadurch dann wiederum die Banken in Frankreich und Deutschland keine Verluste erleiden müssen.