Ein Informationsschreiben des DBV und der Rücktritt von Jimmy Jamal Abboud

Der hamburger Präsident des Landesverbandes Boxen Jimmy Jamal Abboud trat am Dienstag „mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.“ In einem Schreiben sagt Abboud: „Der Rücktritt erfolgt ohne Präjudiz und erfolgt ausschließlich, um den Boxsport in Hamburg und insbesondere seinen angeschlossenen Vereinen, Athleten und Trainern keinen Interventionen durch den Spitzenverband künftig ausgesetzt zu wissen.“
Was Abboud mit „Interventionen durch den Spitzenverband“ umschreibt, kann man auch anders nennen. Dem Rücktritt vorangegangen ist ein Schreiben des DBV an die Mitglieder des Vorstandes des hamburger Landesverbandes und an alle Vereinsvertreter. Die Verfasser, Werner Kranz, Vizepräsident DBV Breitensport und Ländervertreter, und Karl-Heinz Sayb, Vizepräsident DBV Recht, nennen dieses Schreiben euphemistisch „Informationsschreiben des Vorstandes des Verbandes des DBV“. Man kann das Schreiben aber auch ganz anders lesen.
In dem Brief reduziert der DBV den schon länger schwelenden Konflikt zwischen Landesverband Hamburg und Bundesverband auf den Entzug der 89. Deutschen Männermeisterschaft. Interessant bzw. erschreckend ist der Schluss:
„Aus all diesen Vorkommnissen und Verhaltensweisen des Präsidenten des Landesverbandes im Auftrag des Vorstandes des Vorstandes des Landesverbandes Hamburg wird der Vorstand des Deutschen Boxsport-Verbandes prüfen, ob der Landesverband Hamburg im Zuge einer juristischen Auseinandersetzung ein Verbandsausschlussverfahren durch die zuständigen Rechtsinstanzen des DBV ausgesetzt wird. Außerdem wird der der DBV zusätzlich prüfen, ob ein finanzieller Schaden dem DBV entsteht und muss danach entsprechende Ersatzforderungen an den Landesverband Hamburg erheben, der diese oben beschriebene Situation vorsätzlich verursacht hat.
Ein Ausschluss des Landesverbandes Hamburg aus dem Dachverband DBV hätte für den Vorstand und die Vereine aus Hamburg schwerwiegende Folgen. Der Landesverband verliert seine Gemeinnützigkeit und die gesamte Sportförderung entfällt. (…)
Der Vorstand des DBV fordert die Vorstandsmitglieder und Vereinsvertreter des Landesverbandes Hamburg auf, den Konfrontationskurs gegen den DBV aufzugeben und eventuell über einen Kongress im Landesverband sich mit den Vorgängen auseinanderzusetzen. Der Vorstand des DBV und sicherlich alle anderen Landesverbände des DBV erwarten eine angemessene Reaktion des Landesverbandes Hamburg und seines Vorstandes. Noch können Sie alle Konsequenzen durch ein Ausschlussverfahren abwenden, wir würden Ihnen bis Ende des Jahres 2011 Zeit geben, sich gegenüber dem DBV zu erklären.“ – Welch eine schöne und poetische Sprache pflegen doch der DBV und die beiden Autoren Kranz und Sayb!
Wenn ich nun dieses sogenannte „Informationsschreiben“ lese, verstehe ich es wie folgt: Macht der Landesverband Hamburg nicht das, was der DBV ihm sagt, wird er ausgeschlossen, wodurch er seine Gemeinnützigkeit und die Sportförderung verliert und außerdem auf Schadenersatz verklagt wird. Gleichzeitig fordert der DBV die Mitglieder des Landesverbandes implizit auf, sich dem DBV zu unterwerfen. Es ist sehr schade, dass der DBV und die Verfasser des sogenannten Informationsschreibens, Werner Kranz und Karl-Heinz Sayb, den Mitgliedern des hamburger Landesverbandes nicht erklärten, auf welcher rechtlichen Grundlage der DBV sie überhaupt ausschließen kann. Ich sehe jedenfalls nicht, dass der DBV das so einfach tun könnte. Seit wann kann denn ein Dachverband einzelne Mitglieder dafür verantwortlich machen und bestrafen, dass ein Landesverband sich unbotmäßig verhält? Nennt man so etwas nicht Sippenhaft oder Kollektivschuld?
Jimmy Jamal Abboud nennt die in dem „Informationschreiben“ angedrohten Maßnahmen des DBV „Interventionen durch den Spitzenverband“. Ich würde sie eher als Einschüchterung und unverhohlene Drohung bezeichnen. Was soll ich schließlich von einem Verband halten, der so mit seinen Mitgliedern umgeht? Jamal Abboud trat jedenfalls offensichtlich von seinem Amt zurück, um seinen Landesverband und dessen Mitglieder zu schützen.
© Uwe Betker



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