Ein Hoch auf das Schuemächerli

Ein Hoch auf das Schuemächerli

«Schuemächerli, Schuemächerli
Was choschte myni Schue?
Drü Bätzeli, drü Bätzeli
Und d Negeli derzue!»

Welch schöne Erinnerungen sind aufgekommen, als ich vor ein paar Tagen eine Reportage über den letzten echten Schuhmacher im Linthgebiet gesehen habe! Dieses Gewerbe ist ja beinahe ausgestorben, aber der quirlige, weitherum bekannte Schuhmacher Hans Müller aus Uznach führt es im Alter von über 80 Jahren professionell und stolz wie eh und je weiter.

Wie schön, dass ihm dies nicht zuletzt deshalb vergönnt ist, weil er noch auf so viele Kunden zählen darf, die sein meisterhaftes Handwerk schätzen, obwohl es heutzutage auf den ersten Blick oftmals einfacher und günstiger wäre, wenn man sich husch-husch ein paar neue, billige Schuhe kaufen und die kaputten einfach wegwerfen würde.

Wir hatten auch so einen Schuhmacher im Dorf. Der Herr Cornelli. Was aus ihm geworden ist, weiss ich nicht, aber ich weiss, wie viele Schuhe, Stiefel, Taschen, Rucksäcke, Gürtel und Schultheke er mir und meiner ganzen Familie geflickt hat! Für den Herrn Cornelli war nichts unmöglich, für alles fand er eine Lösung!

Heute traue ich mich kaum, kaputte Schuhe zum Flicken zu bringen. Denn die meisten heutigen Schuhmacher-Verschnitte lehnen den grössten Teil meiner Reparaturanfragen von vornherein mit einem mitleidigen Grinsen und abwertendem Handzeichen ab: «Kann man nix machen.» Manchmal frage ich mich, ob sie es einfach nicht können oder schlichtweg nicht wollen.

Ich würde weit gehen für den Herrn Cornelli. Vielleicht gehe ich nächstes Mal doch tatsächlich nach Uznach.

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