Ein gutes Jahr für Kākāpō

Ein komischer Vogel

Ein gutes Jahr für Kākāpō

Kākāpō

Vor hunderten von Jahren, bevor die ersten Menschen in Neuseeland eintrafen, gehörte das Land den einheimischen Vögeln. Ohne die Anwesenheit von räuberischen Säugetieren machten sich einige Spezies im dichten Busch breit, entwickelten ein erhebliches Körpergewicht und verloren ihre Flugfähigkeit. Ein besonders faszinierendes Beispiel dieser gefederten Kuriositäten, die in Neuseeland zuhause sind, ist der Kākāpō. Er ist der schwerste und einzige flugunfähige Papagei der Welt. Dafür ist er ein schneller Läufer und guter Kletterer. Er ist nachtaktiv und sein Gesicht ähnelt eher dem einer Eule als dem eines Papageis. Er hat eine imposante Lebenserwartung von 90 Jahren.

Ein bedrohter Vogel

Vor Eintreffen der Menschen in Neuseeland war der Kākāpō im ganzen Land verbreitet. Wegen seiner geselligen Art wurde er sogar zum Teil sowohl von Māori als auch europäischen Siedlern als Haustier gehalten. Doch die Zweibeiner brachten auch Vierbeiner mit. Sein Verteidigungsmechanismus bei Gefahr zu erstarren, um sich im Busch zu tarnen, schützt den Kākāpō effektiv vor Raubvögeln, welche ihre Beute durch Sehkraft aufspüren. Räuberischen Säugern hingegen, welche sich bei der Jagd hauptsächlich auf ihren Geruchssinn verlassen, sind sie hilflos ausgeliefert. Besonders Katzen und Wiesel, aber auch Ratten, die sich an den Eiern und jungen Küken vergehen, haben dazu beigetragen, dass Kākāpō im letzten Jahrhundert kurz vor der Ausrottung standen.

Gute Aussichten

Ein gutes Jahr für Kākāpō

Küken, Quelle: https://www.doc.govt.nz/

Durch intensive Bemühungen der nationalen Naturschutzbehörde DOC steigt die Population seit den Mittneunzigern wieder stetig an. Während es in 1995 nur noch 51 Kākāpō gab, betrug die Zahl Ende letzten Jahres 147. DOC ist optimistisch, dass die Population allein bis Mitte 2019 um 40 Exemplare steigen könnte. Auf drei raubtierfreien Inseln arbeiten Spezialisten daran, dass sich die Vögel paaren. Das erste Küken in diesem Jahr schlüpfte am 30. Januar. Es ist sehr schwierig vorauszusagen, wie viele Küken letztendlich ausgebrütet werden, da mehr als die Hälfte der Eier unfruchtbar ist. Trotzdem deutet alles darauf hin, dass dies ein gutes Jahr für Kākāpō wird. Einheimische Vögel, neben Kākāpō auch beispielsweise Kiwis und Takahē, haben große Schwierigkeiten einen geeigneten, raubtierfreien Lebensraum zu finden. Deshalb ist die Arbeit der DOC so wichtig, ebenso wie das Bewusstsein der Bevölkerung für diese sonder- und wunderbaren Tiere.

Autorin: Jana Tillner


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