Edle Erdäpfel und die Sache mit dem Kraut

Von Lesterschweine

liebe kati,

des winters sucht uns wöchentlich die volle ladung solidarisches wurzelgemüse heim. kürzlich mit dabei: die mit einer zart-rosa schale ausgestatteten erdäpfel der sorte “linzer rose” – die gleich zu C’s traditioneller hochgebirgs-kartoffelsuppe veredelt wurden. superg’schmackig, superlecker!

wärmend-winterliches #omnomnom: die herzhafte erdäpfel-suppe.

kartoffelsuppe

3 große oder 6 kleine erdäpfel
1 1/2 TL pflanzenmargarine (zB alsan)
1 1/2 suppenwürfel
ca. 3/4l wasser
1/2 TL thymian
1/2 TL majoran
1 lorbeerblatt
etwas muskat
1 zehe knoblauch
1 kleine zwiebel oder schalotte
2-3 EL pflanzlicher sauerrahm (zB joya crémesse)

erdäpfel schälen und klein würfeln. zwiebeln und knoblauch klein schneiden, in der margarine anschwitzen und dann erdäpfelwürfel mitrösten. mit wasser bzw. gemüsebrühe aufgießen und gewürze hinzufügen. 15-20 min. köcheln lassen bis die erdäpfel weich sind. entweder gleich so belassen oder kurz pürieren (bissfeste stücke dürfen ruhig dabei bleiben), suppe wird so sehr cremig.

optional sauerrahm mit dem schneebesen einrühren!

leider konnte ich die joya sauerrahm-variante mit namen “crémesse” nicht testen, sie scheint bei zielpunkt nicht mehr erhältlich zu sein. du hast sie schon mal wo probiert, oder?

however, die zweitsimpelste variante der erdäpfel-veredelung nach der suppe sind dann schon die ofen-kartoffeln, die wir schon in mehreren variationen zum besten gegeben haben. der ultimative pimp ist dafür: ajowan oder auch königskümmel, ein im indischen und iranischen beheimatetes gewürz, das stark nach thymian schmeckt und sich daher super für erdäpfel, gemüse & co eignet. hat nämlich das A.&O. dank deines inspirativen luups-gutscheinhefts aus dem curry me home mitgebracht, neben noblen thai- und indian-curry-mischungen.

passt auch hervorragend auf herzförmige erdäpfel ebenjener linzer rose!

pimp my wedges! eine ode an ajowan, den thymianisierenden königskümmel.

dazu das folgende rezept, bzw. eine simple handlungsanweisung von einer anti-küchenfee wie ich eine bin:

potato-wedges mit ajowan

erdäpfel
olivenöl
ajowanfrüchte

erdäpfel waschen und vierteln, in eine feuerfeste form werfen, tüchtig olivenöl und dezent ajowan dazu – bei 180° ins backrohr bis die wedges schön knusprig braun sind. oh ja!

dazu optional homemade mayonnaise.

apropos anti-küchenfee: das übrige weißkraut wollte ich nach dem großen kartoffelsuppen-erfolg ebenfalls versuppen. daher wurde gleich E. angerufen mit der bitte um ein krautsuppenrezept. sie macht immer wieder eine art suppeneintopf aus kraut, roten rüben, zwiebeln, karotten, erdäpfeln und sellerie.

nun ja.

betreffende krautsuppen-mutation ist sicher super, sollte man aber wirklich bei donaugärtnerin E. bestellen und keinesfalls bei mir. denn trotz farbenfroher wurzelgemüserei war das ganze geschmacklich… ja, also, vielleicht als fastensuppe akzeptabel, aber geschmacklich eher kategorie eingeschlafene zehen. selbst die pimp-versuche mit paprikapulver, chili, majoran haben keine wirkung gezeigt. da hat nur mehr der griff zu löffelweise suppenwürze und tüchtig nachsalzen geholfen.

krautsuppe klingt ja nicht so schwer, ist aber trotz passabler färbung leider quasi geschmacksfrei ausgefallen.

krautsuppen-versuch

1 kopf weißkraut
5 erdäpfel
2 karotten
2 zwiebeln
knoblauch
tomatenmark
gemüsebrühe
salz, pfeffer, lorbeer, wacholder, kümmel, chili, majoran, paprikapulver

kraut hobeln oder fein schneiden, erdäpfel und karotten würfeln, zwiebeln klein schneiden.

zwiebel + knoblauch in pflanzenöl kräftig anrösten, tomatenmark mitrösten bis es leicht karamellisiert, kraut und gemüse dazu und mitrösten. mit wasser oder gemüsebrühe aufgießen, gewürze dazu und köcheln bis das kraut durch, aber noch bissfest ist.

nachdem das rezept per se echt easy ist gibt es nur eine handvoll möglicher ursachen für die völlige geschmacksfreiheit:

  • völlig unproportionales würzverhalten (in anbetracht des komplett mit kraut und wasser vollgefüllten suppentopfs statt der herkömmlichen ca. 2-3 portionen)
  • falsch / zu kurz angeröstetes tomatenmark
  • völlig ausgelassener koch-schritt “gemüse anbraten”
  • fehlender wacholder (??)

wie siehst du das, schwesterliche spitzenköchin? any recommendations? und wie dunkel soll das tomatenmark wirklich werden? bekomm das schlichweg nicht hin.

meine learnings so far sind einerseits mut zur würzwut - ein bis zum rand gefüllter topf suppe erfordert nun mal herzhaften einsatz von kräutern & gewürzen – und nicht ein paar gut gemeinte schlenkerer aus dem handgelenk. und, trotz allem - suppe ist wie gulasch: wird durch’s mehrmalige aufwärmen besser. am heutigen tag 3 und nach der salz-&suppenwürz-dröhnung ist das ganze halbwegs passabel. oder so.

jedenfalls hut ab vor deinen riesenkochtöpfen,
und einen entspannten abend…

deine anti-küchenfee