ECE-Zeichen auf Kindersitzen sind kein Sicherheitsgarant

Das Magazin “Auto Motor und Sport” und der TÜV Süd haben fünf Babyschalen und vier Kindersitze einem Crashtest unterzogen. Das Ergebnis ist erschreckend. Laut dem Gesetz müssen alle neuen Kindersitze die ECE-Normen R 44/03 oder 04 erfüllen. Wurde dies erfüllt, darf man sein Kind so im Auto mitführen. Die Realität ist leider anders, denn die Norm allein sagt noch nicht viel über die Sicherheit des Sitzes aus, wie der aktuelle Crashtest von “Auto, Motor und Sport” zeigt.
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Von den neun getesteten Systemen sind nur fünf “empfehlenswert”, eins nur “bedingt” und drei “nicht empfehlenswert”. Die Tests wurden in einem Golf durchgeführt. Man hat damit einen Frontalaufprall mit 51 km/h nachgestellt. Von den fünf Babyschalen bestand das Modell “Concord Intense” als einziges den Test nicht. Beim Aufprall gaben die Befestigungshaken nach und die Schale flog durchs Auto. Die ebenfalls per Isofix befestigten Produkte “Cybex Aton”, “Maxi Cosi Pebble” und “Recaro Young Profi” bekamen hingegen ein “empfehlenswert”, ebenso wie der per Gurt gesicherte “BeSafe IziGo”.

Nicht bestanden hat eine Zehn-Euro-Sitzerhöhung aus dem Baumarkt. Die “Cartrend Kids Sunny” rutschte beim Crash unter dem Dummy hervor, während der Gurt Bauch und Hals verletzte. Beim Kindersitz “Storchenmühle Taos” glitt der Gurt aus der Schulterführung, wodurch der Dummy unkontrolliert nach vorn geschleudert und dann abrupt abgebremst wurde. Dies hatte Verletzungen im Halsbereich zur Folge. Beide Systeme erhalten hierfür ein “nicht empfehlenswert”. Nur “bedingt empfehlenswert” ist der Sitz “Römer Kidfix Sict”, da es auch hier zu viel Bewegungsfreiraum gab und die Belastung im Brustbereich erhöht war.

Ein “empfehlenswert” bekam der “Kiddy Cruiserfix Pro”. Trotzdem darf man nicht auf die Systeme verzichten. “Es ist auf jeden Fall besser, ein Kind in einem zugelassenen Rückhaltesystem mitzunehmen als ungesichert oder mit dem Erwachsenengurt gesichert”, erklärt Dr. Lothar Wech, Experte bei der Münchner Prüforganisation, die den Crashtest durchgeführt hat. Eltern sollten sich beim Kauf eines Kindersitzes für rückwärtsgerichtete Systeme entscheiden. Sie bieten beim Frontalcrash mehr Schutz. In Sachen Befestigung sind Sitze mit Isofix die bessere Wahl, da sie fest mit dem Auto verbunden sind. Kinder sollten auch beim Kauf auf jeden Fall dabei sein.


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