„Du musst jetzt ganz ruhig bleiben, unser Haus brennt.“

Ein Anruf Samstagmorgens um halb Sieben kann nichts Gutes bedeuten. Ich schreckte hoch als mein Mann ins Zimmer kam und nur meinte: Airia, du musst jetzt ganz ruhig bleiben, unser Haus brennt. Wir waren nicht in Kiel, wir waren in Lüneburg. Wir machten uns direkt auf den Weg ins Ungewisse, mit der bangen Gewissheit, dass es unser Zuhause nicht mehr geben wird. Unsere Wohnung brannte nicht, soviel  wussten wir schon, aber die Rede war von einem Großbrand im Dachstuhl. Bereits als wir in Kiel ankamen war klar, dass unsere Wohnung durch das Löschwasser komplett zerstört sein würde. Beim Betreten der Wohnung bestätigte sich das. Unser Heim glich einem nach Rauch stinkenden Schlachtfeld, es regnete in Strömen, die Tapeten kamen von den Wenden. Wir verbrachten Tage damit, zu sichern, zu retten und auf ein Eintreffen des von der Versicherung versprochenen Räumungsunternehmens zu warten. Drei Tage nach dem Brand war unsere Wohnung leer. Bis heute wissen wir noch nicht, was gerettet werden kann und was nicht. Mein Mann, Rocky und ich wohnen erstmal bei Niny und ihrem Freund. Uns geht es gut, wir sind gesund und froh, dass wir zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Wohnung waren. In den letzten 1,5 Wochen habe ich viel übers Leben gelernt. Alles Materielle kann man nachkaufen, ein Zuhause leider nicht, das kann man sich nur wieder aufbauen. Schön ist jedoch, dass so viele Menschen ihre Hilfe angeboten, uns unter die Arme gegriffen oder uns einfach nur seelisch durch positive Worte wieder aufgebaut und unterstützt haben. Dieses Gefühl des Aufgefangen-Werdens ist ein unheimliches Glück und hat sich tief in meinem Herzen verankert. Solche Situationen zeigen, worauf es wirklich ankommt im Leben. Eine Schwester und ein Schwager, die ihr Schlafzimmer für uns drei Obdachlose räumen ohne mit der Wimper zu zucken, egal für wie lange. Die tollsten Nachbarn der Welt, die uns etliche Stunden seelischen Beistand geleistet haben und unsere Ratgeber waren, auch nach 10maligem anrufen. Eltern, die weit weg, hilflos und dennoch so stark und tapfer sind und mit einem Satz Glück versprechen, das prompt kommt. Freundinnen, die noch eine viel größere Last im Herzen tragen und dennoch für einen da sind und zuhören. Kollegen die einen drücken, wenn man den ersten Tag wieder in der Schule ist und einem Hilfe anbieten. Schüler, die einfach nur froh sind das einem nichts passiert ist und einem um den Halls fallen.So lange einem nur Sachen genommen werden, die man nachkaufen kann, bekommt man sein Leben recht schnell wieder auf die Reihe, zumindest seelisch. 2014 wird ein besseres Jahr, wir werden ein neues Zuhause finden- meine Eltern haben Glück versprochen und ich spüre es schon. Wir haben unseren Kindern später eine Geschichte mehr zu erzählen, die Geschichte von dem Löschwasserschaden der zwar alles zerstörte aber mit gleicher Wucht zeigte, das man nicht alleine ist und aufgefangen wird. So schreibt das Leben seine Geschichten. Habt noch eine schöne Woche! Eure Airia Ps: Natürlich ist das auch der Grund, weswegen es hier in den letzten 1,5 Wochen so ruhig war. Bloggen ohne Klamotten ist schwierig. Deswegen werdet ihr in nächster Zeit mehr Outfitposts von Niny sehen.

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