Du bist was du isst – Teil #2

Guten Morgen ♥dünnvsdick

Im heutigen Post möchte ich mit dem Thema ‘Übergewicht und Adipositas’ fortfahren. Der letzte Eintrag endete bei – Welche Faktoren sind verantwortlich für Übergewicht und Fettsucht.

Teil #1 – Das Essverhalten alleine ist nicht Schuld daran, es spielen mehrere Faktoren zusammen.

  • Genetische Einflüsse
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Körperliche Aktivität
  • Persönlichkeitsspezifische Faktoren
  • Soziokulturelle Faktoren
  • Weitere Aspekte wie Medikamente und Diäten

Genetische Einflüsse 

Übergewicht und Adipositas können genetisch in der Familie ‘übertragen’ werden – der Einfluss liegt bei 30%. Sind Mutter und Vater adipös liegt das Risiko bei stolzen 80% , dass die Kinder ebenfalls adipös werden. Ist ein Elternteil  adipös liegt das Risiko bei 40% .
Eine Studie fand heraus, dass Zwillinge meist das gleiche Körperverhältnis aufweisen, auch wenn sie nicht gemeinsam aufwachsen. Die Forschung wurde auch bei Essgestörten durchgeführt – Zwillinge sind in den meisten Fällen beide an Bulimie oder Anorexie erkrankt.

Seit Jahren versuchen Wissenschaftler die Ursache für Fettsucht herauszufinden. Es wird vermutet, dass eine Resistenz des Leptin-Rezeptors im Gehirn dafür verantwortlich ist.
Leptin ist ein Gewebshormon, welches von Fettzellen synthetisiert wird und die Aufgabe hat eine Appetithemmung zu bewirken. Bei Übergewicht wird mehr Leptin ausgeschüttet, jedoch nützt es nichts. Deswegen wird eine Resistenz des Leptin-Rezeptors im Gehirn vermutet.

Ernährungsgewohnheiten  

Adipöse Menschen bevorzugen Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte und mehr Fett, als ‘normale’ Menschen.
Sie essen weniger komplexe Kohlenhydrate und mehr ungesunde einfache Kohlenhydrate und schlechte Fette. Außerdem haben Übergewichte ein ‘außenreizgesteuertes Essverhalten’ ↓ , das Einfluss auf Hunger und Sättigung hat.

  • Uhrzeit
  • Aussehen
  • Geschmack
  • Nahrungsangebot
  • Portionsgröße

Wenn größere Portionen am Teller liegen, wird auch mehr gegessen. Sprich der äußere Reiz ( Portionsgröße ) ersetzt den inneren Reiz ( Sättigung ). Bei vielen wird Essen als Hilfsmittel angesehen. Zur Bewältigung von Belastungssituationen oder negative Emotionen – Langweile, Stress und Kummer sind Beispiele hierfür.

Körperliche Aktivität 

Hauptsächlich kommt es in Industrieländern vor, dass sich die Menschen weniger bewegen.

  • Weniger körperliche Arbeit im Beruf
  • Kein Sport in der Freizeit

Dadurch wird weniger Energie verbrannt und die Körperzusammensetzung verändert sich. Mehr Fett als Muskelmasse bildet sich. Die Stoffwechselaktive Muskelmasse geht zurück und der Grundumsatz ( GU ) sinkt. Dadurch wird auch die Fettverteilung ungünstig beeinflusst.

Man sollte mindestens 150min pro Woche mit sportlicher Betätigung verbringen. Eine Woche hat 10080 Minuten, davon verbringen wir ca. 3360 Minuten im Bett und ca. 2400 Minuten im Job. Bleiben somit 4320 Minuten übrig, die wir für Hausarbeit, Familie, Hobbies und Sport nutzen können.

Persönlichkeitsspezifische Faktoren

Psychische und emotionale Probleme sind eine große Diskussion bei Übergewichtigen.
Untersuchungen haben festgestellt das kein abweichendes Muster zu Normalgewichtigen gefunden wurde. Psychische Auffälligkeiten waren weniger die Ursache, als die Folge des Übergewichts.

Somit haben Persönlichkeitsfaktoren keinen Einfluss auf Übergewicht und Adipositas – ein Grund weshalb Adipositas keine Essstörung wie Bulimie oder Anorexie ist.

Soziokulturelle Faktoren

Menschen die in Industrieländern aufwachsen, sind von Geburt weg einer Reihe von Umwelteinflüssen ausgesetzt, die Übergewicht begünstigen.

  • Sport und Freizeit
  • Familie
  • Energiereiche Nahrung
  • Erziehung & Information
Sport und Freizeit
  • Fehlender Schulsport ( geringe Einheiten )
  • Weniger Spielplätze
  • Wenige Radwege, unsichere Straßen
  • Große Verfügbarkeit von häuslicher Freizeitgestaltung ( TV, Spielkonsolen usw. )
Familie 
  • Adipöse Eltern
  • Wenig Wissen, Budget und Kochfertigkeiten der Eltern
Energiereiche Nahrung 
  • Gefördert durch Werbung
  • Günstige Preise und überall verfügbar
  • Schulbezogene Werbung von Snacks und Softdrinks
  • Außerhausverzehr ( Schulkost, Imbissbuden, Supermärkte, Schnellrestaurants usw. )
Erziehung & Information 
  • Weniger Informationen über Lebensstil, Ernährung und Kochkunst durch Eltern und Schule
  • Überschuss an Werbung für Mode, Image und schlechte Lebensmittel
  • Kultur und Glaube werden verdrängt
Weitere Aspekte 

Langfristig eingenommene Medikamente neigen zu Gewichtszunahme, darunter fallen folgende Medikamente:

  • Antidepressiva
  • Psychopharmaka
  • Cortison
  • Betablocker ( Machen müde und hemmen die Fettverbrennung )

Diäten können auch zu Übergewicht führen, da sie meist von einem Jojo-Effekt begleitet werden. Diäten funktionieren einfach nicht. Man nimmt schnell ab, der Grundumsatz sinkt – man isst nach einer Diät wieder ‘normal’ , doch der Grundumsatz ist jetzt viel niedriger als zuvor = man nimmt zu und die Folge ist der sogenannte Jojo-Effekt. Durch den Jojo-Effekt verlieren viele den Mut und die Entschlossenheit erneut sich einer Diät zu unterziehen. Sie esse mehr und mehr und übersehen das sie bereits übergewichtig oder auf dem Weg dorthin sind.

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch gefallen bzw. euch nützliche Informationen geliefert. Falls jemand Fragen hat, kann er mir gerne eine Nachricht hinterlassen oder mir per E-mail schreiben [email protected] . Im Teil 3 werde ich über die Folgen von Übergewicht sprechen.


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