Er wird bereits als der „Erste Roboter-Anwalt der Welt“ bezeichnet und soll bislang nahezu 160.000 Fälle erfolgreich verhandelt haben. Sein Name: DoNotPay. Für einen Anwalt ein eher unübliches Motto. DoNotPay ist auch nicht wirklich ein Roboter, sondern ein Dialogsystem, sprich ein Chatbot, der mittels eines Katalogs an Fragen ermittelt, ob jemand zu Unrecht einen Strafzettel für falsches Parken erhalten hat.
Entwickelt wurde DoNotPay von einem 19-jährigen Studenten der Stanford University und ist bislang für New York und London verfügbar. Als nächstes soll das System auch für Seattle genutzt werden können.
DoNotPay basiert auf der Annahme, dass viele Menschen zu Unrecht Strafzettel für Falschparken erhalten, um die Stadtkasse ein bisschen aufzubessern. Das scheint keine irrige Annahme zu sein, wenn es stimmt, dass DoNotPay bereits die Rückerstattung von vier Millionen Dollar bewirkt hat, die von vermeintlichen Parksündern gar nicht hätten bezahlt werden müssen. Ts, ts, ts, London, das hätte ich nicht von dir erwartet! Von dir schon, New York!
Man kann davon ausgehen, dass die betroffenen Städte keine Fans des „Roboter-Anwalts“ sind. Ob ein digitaler Staatsanwalt namens YouShouldPay wohl schon in der Mache ist? Die meisten Städte werden sich wohl noch entspannt zurücklehnen können, aber dieser Chatbot beweist, dass sich viele Spielregeln durch die fortschreitende Digitalisierung ändern.